Mit Nazi-Methoden hat Altersbestimmung nichts zu tun! – Und wer hat eigentlich schon mal Hartz IV ohne Belege beantragt?

Muslime in Deutschland, Foto: Stefan Groß
  1. Die Altersbestimmung tauge sowieso nichts, wegen ihrer hohen Streuweite.
    Das ist falsch. Für die entscheidende Frage, ob jemand erwachsen ist oder nicht, liegen sehr zuverlässige Indikatoren vor. Die Streuweite geht von 18 Jahren an nach oben. Kann sein, jemand ist 19 oder 26, aber 15 oder 19, das ist ein himmelweiter Unterschied, den man an der Verknöcherung der Hand erkennt. Siehe dazu den Link aus dem Ärzteblatt:
  2. Medizinische Zwangstests seien Nazi-Methoden. Entschuldigung, können jetzt alkoholisierte Autofahrer den Bluttest unter Hinweis auf das Dritte Reich ablehnen? Man sollte auch mal die Kirche im Dorf lassen. Eine Röntgenuntersuchung der Hand ist weniger belastend als ein Flug nach New York und tut nicht weh. Das ist kein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und keine Menschenrechtsverletzung sondern eine Allerweltsuntersuchung. Blutabnahme ist schlimmer und riskanter.
  3. Das Grundgesetz lasse es nicht zu, von Flüchtlingen einen Altersnachweis zu verlange.

Selbstverständlich lässt das Grundgesetz es zu, dass ein Nachweis verlangt wird, um eine Leistung zu erhalten. Und minderjährige Flüchtlinge ohne Familie erhalten immens teure Leistungen. Ich kann ja als Arbeitnehmer auch nicht zum Rentenamt gehen, und Rente beantragen, ohne ein Alter von 63 nachzuweisen. Würde mein Vorschlag aufgegriffen, hätten die Betroffenen eben nur Anspruch auf ein normales Asylverfahren in Deutschland und keinen besonderen Abschiebeschutz (um den es den Betrügern meistens geht). Was wäre daran jetzt so schlimm?
Ich vermute, diejenigen, die behaupten, man könne keinen Altersnachweis einfordern, haben noch nie Hartz IV beantragt. Der deutsche Staat verlangt einen unglaublichen Papierkram, bevor er Leistungen gewährt. Bei den Armen ganz besonders. Wie sollen diese Menschen bitte verstehen, dass für einen Mann, der aussieht wie 30 und sagt er sei 17, ohne jede weitere Prüfung 40.000 Euro im Jahr bewilligt werden?

  1. Die Mord von Kandel und dessen Opfer würden missbraucht.
    Vorsicht! Das ist ungefähr so absurd wie die Vorwürfe der AfD, die Kanzlerin trage die Verantwortung für solche Morde. Wenn wir Probleme nicht mehr analysieren und keine Schlussfolgerungen ziehen, dann werden wir in der Tat irgendwann schuldig. Ich kenne drei schlimme Straftaten, bei denen eine ordentliche Registrierung und Altersprüfung, die Opfer mit hoher Wahrscheinlichkeit geschützt hätte.
    – Freiburg: Keine Prüfung, daher auch keine Erkenntnis über die Vorstrafen in Griechenland.
    – Kandel: Als normaler Asylbewerber wäre der Täter gar nicht in Kontakt mit 15jährigen gekommen.
    Tübingen: Ein Serienvergewaltiger war nach Beschreibung der Opfer um die 30 Jahre alt. Im Asylantrag stand 17. Daher hat die Polizei ihn nicht im Visier gehabt.
  2. Das sei alles AfD-Rhetorik und Flüchtlinge würden mal wieder rassistisch unter Generalverdacht gestellt.
    Dieses Argument halte ich für den schlimmsten Irrtum in der Debatte. Wenn in anderen europäischen Länder die Hälfte der angeblich Minderjährigen als nicht minderjährig eingestuft wurden, dann handelt es sich nicht um einen Verdacht gegen die Rasse, sondern einen Fehlanreiz im System. Die Leute wären ja fast blöd, uns nicht zu belügen, wenn es so einfach ist und so viele Vorteile bringt. Wer das nicht abstellen will, macht die AfD zur einzigen Partei, die sich für diejenigen einsetzt, die es als ungerecht empfinden, wenn der Staat sich so austricksen lässt, wie es eine erhebliche Anzahl der angeblich minderjährigen Asylbewerber tut, während ihnen schon für 6km/h Geschwindigkeitsüberschreitung der Gerichtsvollzieher geschickt, wenn sie nicht bezahlen.

Nebenbei: Es gibt eine grüne Bundesratsinitiative, das bisherige Behördenchaos zu beenden, und die radiologische Untersuchung zum Standard zu machen. Das lehrt uns zweierlei: Die Grünen sind nicht weltfremd und nicht jeder, der Probleme lösen will, sollte zur AfD geschickt werden.

Die Südwestpresse kommentiert heute ganz einfach: Gegen den Vorschlag von Boris Palmer spricht: „nichts“.

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