Nie war mehr Anbiederung als heute

Bergbahn Predigtstuhl, Foto: Stefan Groß

Nie war mehr Anbiederung als heute. Gerade hat ein gewisser Wolfgang Schäuble, der vor zwölf Jahren eine völlig erfolglose Islamkonferenz ins Leben gerufen hat, den Restdeutschen geraten, den „Lauf der Geschichte“ zu akzeptieren und die Mohammedaner als „nun eben da“ zu begreifen. Das ist geradezu unverschämt. Widerspruch ist Pflicht.

Dass die Mohammedaner „nun eben da“ seien, ist die Diktion der Einwanderungskanzlerin Angela Merkel. Einen unaufhaltbaren „Lauf der Geschichte“ gibt es bei Masseneinwanderungen nicht. Es gibt ihn insbesondere in diesem Falle, wo es konkrete Eliten waren und sind, die für die Masseneinwanderung nach Deutschland seit Jahrzehnten verantwortlich sind, schon gleich zweimal nicht.

Europäer oder Ostasiaten, die zuwandern, waren nie ein echtes Problem, Mohammedaner sind es dagegen offensichtlich. Der arme Bert Brecht, eigentlich ein bemitleidenswerter alter weißer Mann, wäre er nicht Kommunist gewesen, hat in seinem „Lob des Revolutionärs“ zurecht hervorgehoben, dass, wo Andere von Schicksal sprechen, der Revolutionär die Namen nenne. Nun denn: Es sind Politiker wie Schäuble und Merkel sowie die sie unterstützenden, aber im Hintergrund bleibenden Wirtschaftslenker wie Zetsche oder Müller, die die laufende Masseneinwanderung von Kulturfremden quasi als Naturgewalt ausgeben, gegen die man angeblich nichts tun könne. Es ist heute ganz offensichtlich revolutionär, die Namen zu nennen, die für diese Katastrophe eine Mitverantwortung tragen.

Es sind die gleichen Kräfte, die früher bei deutscher Vollbeschäftigung schließlich auch in der islamischen Türkei billige Arbeitskräfte geworben haben und die vor kurzem bei deutscher Überbevölkerung Videos in Syrien mit Tipps für den leichten Asylantrag in Syrien haben verbreiten lassen. Diese herrschende Clique besteht aus vielleicht 600 Personen, die selbstreferentiell in einer Blase oder einem Darkroom lebend über die Geschicke von Millionen entscheiden – ohne sie zu fragen. Wohlstand und Humanismus wurden und werden als Gründe für ihre Beschlüsse nur vorgeschoben. Es ist spätestens seit Maastricht der Wille klar zu erkennen, den Widerstand gegen ein halbdiktatorisch verwaltetes, zur Mittelmeerunion erweitertes Vereinigtes Europa zu brechen, indem man Vielvölkerstaaten schafft, deren entwurzelte „Bevölkerungen“ in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand aller gegen alle keine Kraft mehr haben, gegen ihre Herrschenden aufzustehen. Widerspruch, ja, und im Zweifel auch Widerstand dagegen ist Bürgerpflicht.

Marx, der Ideologe

Die Anbiederung an den Islam, eine vormoderne rechtsradikale Herrschaftsideologie, die für die genannte Clique eben darum immer attraktiver werden dürfte, verüben in abstoßender Weise auch hohe Kleriker der deutschen Katholischen Kirche. Von den eher mitleiderregenden Äußerungen evangelischer Protagonisten, die ihren nur noch als Sozialismus mit Gebeten wahrnehmbaren Unglauben kaum verbergen können, will ich hier nicht reden. Herr Marx möchte, dass Christen auf Mohammedaner zugehen und sie zu sich einladen. Wohlgemerkt, es geht hier um den Erzbischof und Kardinal, nicht etwa um den bärtigen Radikalideologen des 19. Jahrhunderts! Davon abgesehen, dass das nicht funktioniert, geht es ihm nur darum, im Windschatten einer aggressiven, vor unbegründetem Selbstbewusstsein strotzenden politischen Religion den steuerbegünstigten offiziellen Katholizismus zu retten.

Das in Wirklichkeit wohl fast nur um Steuervorteile besorgte Reformstreben der katholischen Obrigkeit, abzulesen an selbstzerstörerischen „Reformen“ im Nachgang des Zweiten Vatikanums, wird indes in Deutschland, wo die Zerstörung am vehementesten betrieben wurde, immer unglaubwürdiger. Der islamische Aufwind wird auch die Katholische Kirche tragen, denkt Marx, und irrt sich völlig. Denn dem Islam (ja, es gibt ihn, den Islam!) geht es nicht um Glauben, sondern um Herrschaft. Was vor allem Männer nach dem Sprechen der Schahada machen, ist eigentlich egal, Hauptsache, sie protestieren nicht, wenn mal wieder ein Jude ermordet wird, und ihre Kinder werden automatisch neue Anhänger des arabischen Propheten.

Achtung Atheisten und Humanisten! Bei Ihnen regt sich ein klein wenig Widerstand, denn Sie wollen ja angeblich ein säkulares Gemeinwesen, in dem Religion Privatsache ist. Sie regen sich über die Kirchensteuer auf und sind natürlich schon längst aus welcher Kirche auch immer ausgetreten. Sie gönnen es Herrn Marx überhaupt nicht, dass er versucht, sich an die politischen Eliten heranzuschmeißen, die noch mehr Mohammedaner aus aller Welt zu uns holen wollen. Sie finden, dieser Pfaffe soll das Maul halten, Sie reden, wie ein Herr Wallasch auf „Tichys Einblick“, davon, dass „Aufklärung und Humanismus rückwirkend christianisier[t] und eine ebenfalls längst eliminierte christliche Geschichtsschreibung aus der Versenkung [gehoben]“ werden soll und leugnen dabei historische Wahrheiten wie die Fundierung aller europäischen Werte im Christentum. Denn „Aufklärung“ ist nichts als ein Propagandabegriff christenfeindlicher bürgerlicher Autoren des 18. Jahrhunderts, die, einmal an die Macht gelangt, sofort für die Ermordung von mehr Menschen verantwortlich war als alle christlichen Kirchen zusammen je verschuldet haben.

Und was ist mit dem Humanismus?

Der unglaubliche Vorgang, dass 2015 weit über eine Millionen Eindringlinge mit Teddybären beworfen und bejubelt wurden, ist seinerzeit unter die hehre Flagge des Humanismus gestellt worden. Es war doch Folge des Liberalismus, dass es als Freiheit gilt, wenn es keine Grenzen gibt und Menschen so wie Waren und Geld grenzenlos fließen sollen. Diese humanistische, liberale Anbiederung an den Islam wurde in der Katholischen Kirche bis vor wenigen Jahren als „Verrat“ gebrandmarkt. Schade nur, dass es mit der kommunikativen Vernunft nicht so klappt, unter deren Prämisse die liberalen Humanisten die Religionen ins Wohnzimmer verbannen möchten. Denn bei den „neuen Deutschen“ war es und ist es zwecklos, für die „Werte des europäischen Humanismus“ werben zu wollen.

Mit den türkischen Gastarbeitern erster Generation, die in Wirklichkeit schon Einwanderer waren, hatte Deutschland Glück, denn ihr Islamverständnis war von Atatürk mit extrem harter und blutiger Hand, vor der wir zurückschrecken würden, bis zur Laizität gestutzt worden. Ihre Enkel sind aber hier wieder echte Mohammedaner geworden, was im übrigen keine Überraschung ist, und verstehen sich ausnehmend gut mit den Neuankömmlingen aus Asien und Afrika, die einen radikalen, unverwässerten Koran gepredigt bekommen und dementsprechend geringe Hemmschwellen beim Kampf gegen Andersgläubige haben. Die Integration ist zumeist gescheitert.

Wo hinein hätten sich diese Menschen integrieren sollen?

Die Einwanderer trafen hierzulande auf ein Sinnvakuum, das sich Atheismus und Humanismus nennt und eigentlich Konsumismus und Hedonismus war und ist. Und ist ein Integrationswille bei Angehörigen einer sich für die beste haltenden Gemeinschaft überhaupt zu erwarten? Das Beste für ein europäisches Land ist es jedenfalls, keine Einwanderung von Mohammedanern zuzulassen, jedenfalls so lange, bis sich der Islam in seinen Ursprungsländern modernisiert hat. Nennen wir das Kind beim Namen! Das bedeutet: auf unabsehbare Zeit. Die Hoffnung auf einen „europäischen Islam“ ist in Zeiten der globalisierten Vernetzung bis zur Naivität unrealistisch. Die türkische DITIB und die Lehren aus Saudi-Arabien wirken wie Internet und Fernsehen überallhin.

Seit Jahrzehnten mittlerweile wird geredet und nur geredet, und auf welch niedrigem Niveau! Der Islam gehöre zu Deutschland, hört man da, weil auch Mohammedaner in Deutschland leben. Linksliberale und Grünalternative meinen das, leider auch viele so genannte Christdemokraten. Nazis gehören also auch zu Deutschland, nur weil es, zumindest nach Ansicht derselben Kreise, in Deutschland auch Nazis gibt? Genügt formale Verfassungstreue, wenn eine inhaltliche Anerkennung der Rechtsordnung nicht vorliegt? Gehören der Islam und der Nazismus also auch normativ zu Deutschland?

Ein offensiveres Vorgehen

Die angeblichen Nazis, gegen die vom Staat finanzierte „Antifaschisten“ brüllend, sengend und prügelnd antreten, haben kaum je etwas gegen die Verfassung unternommen. Dagegen fordern mohammedanische Lobbies unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit unbehindert – ja, sogar offiziell gefördert – die „Dynamisierung“, auf Deutsch die Veränderung der Verfassung durch das interkulturelle Aushandeln eines Minimalkonsenses. Die Zone der islamisch interpretierten und gelebten Verfassung vergrößert sich täglich. Das Reden über den Islam bei seiner gleichzeitigen explosiven Zunahme muss ein Ende haben. Wie Ernst-Wolfgang Böckenförde sagte: Nur in einem einigermaßen homogenen Gemeinwesen kann es zu einem Wir-Gefühl kommen, das eine Verfassung benötigt, nur bei einer moralischen Gleichstimmung der Einzelnen kann es zu einem Rechtsbewusstsein kommen, das einen Staat trägt. Punkt. Ein offensiveres Vorgehen tut not.

Das einzig richtige Zugehen von Christen auf Mohammedaner – und das ergibt sich aus dem Missionsauftrag, den jeder Christ auch ohne die Kirchenoberen kennen sollte – wäre es, sie darauf hinzuweisen, dass Menschen, die von Jesus Christus wissen, aber ihn ausdrücklich als Erlöser der Menschheit leugnen, eine Sünde gegen den Heiligen Geist begehen, die nie vergeben wird, was ihren ewigen Tod bedeuten könnte. Richtig wäre es, ihnen vorzuwerfen, dass der Koran in allen Staaten unter islamischer Herrschaft, außer Tunesien und (noch) der Türkei, Verfassungsrang hat, was bereits den Keim zum Totalitarismus bedeutet. Und allzu häufig ist diese Saat natürlich bereits aufgegangen. Den Koran halten sie für Gottes unerschaffenes Wort, aber es ist heute wissenschaftlich bewiesen, dass dieses Buch mindestens 30 menschliche Autoren hatte und deshalb keinerlei Anspruch auf einen Offenbarungscharakter besitzt. Richtig wäre es daher, den Mohammedanern zu sagen, dass ihr Glaube unsinnig ist, jedenfalls bei weitem vernunftwidriger als der Glaube an Jesus Christus, den seit 2000 Jahren die Bekämpfung durch Atheisten und Humanisten und auch die historisch-kritische Methode nicht haben widerlegen können.

Unschöne Bilder werden nicht zu vermeiden sein

Atheisten und Humanisten kämpfen aber zu Ostern 2018 immer noch eher gegen die überschlauen Berufsfürsten der Kirchen, die ihre Religion verraten, indem sie das Kreuz ablegen und sich beim erklärten Feind einschmeicheln, als gegen diejenigen, die ihre Freiheit wirklich, tagtäglich, ganz konkret bedrohen. Denn so war es: die christlichen Kirchenfürsten haben, als sie den Tempelberg in Jerusalem jüngst betraten, auf Befehl der islamischen Geistlichkeit ihre Kreuze abgelegt, und das war Verrat. Stattdessen hätten sie, wenn sie den Tempelberg schon betreten wollten, dafür sorgen müssen, dass ihnen der Weg nicht versperrt wird. Die israelische Polizei hat schließlich die nötigen Mittel. Die Liberalen aller Couleur, die ja mit Atheisten und Humanisten weitgehend identisch sind, sollten sich dem Gegner widmen, der nicht zahnlos ist, sondern offen gewaltbereit. Damit hapert es aber gewaltig. Denn das harte Vorgehen, das à la Atatürk einzig erfolgversprechend wäre, um den säkularen Staat zu bewahren, den wir derzeit noch haben, könnte unschöne Bilder ergeben.

Kein Ostern gibt es aber ohne ein sehr unschönes Bild: dem eines Gekreuzigten, dem eines den Martertod Gestorbenen. Jesus Christus hat zwar den Tod durch seine Auferstehung besiegt, aber er hat Gewalt und Krieg damit nicht aus der Welt geschafft. Er hat auch nie versprochen, das zu tun. Der russische Philosoph Iwan Iljin hat in seinem Buch „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“ den moralischen Kompromiss in unübertrefflicher Weise analysiert, der im Kampf gegen das Böse geschlossen werden muss. Seine christliche Widerstandslehre sagt eindeutig, dass Gewalt (und er versteht darunter jeden Zwang auf andere Menschen) schlecht ist, aber manchmal notwendig und unvermeidlich, wenn man dem Bösen nicht unterliegen will. Wir müssen uns in dieser und keiner anderen Welt behaupten. Das christliche Volk, das hier seinen Kardinälen widersprechen muss, und die liberalen Humanisten, die sich auf ihre Grundlagen besinnen müssen, sollten zusammenstehen. Wer den lauen Konsens, den faulen Kompromiss, den Frieden um jeden Preis bewahren will, wird unterliegen.

Deutschland hat schon zu viele Mohammedaner aufgenommen. Daher hat die Forderung Ernst-Wolfgang Böckenfördes oberste Priorität und ist Mindestvoraussetzung für erfolgreichen Widerstand: Der Staat habe dafür Sorge zu tragen, „dass […] solange die […] Vorbehalte [gegenüber Säkularisierung und Religionsfreiheit] fortbestehen, die Angehörigen des Islam durch geeignete Maßnahmen im Bereich von Freizügigkeit und Migration […] in ihrer Minderheitenposition verbleiben, ihnen mithin der Weg verlegt ist, über die Ausnutzung demokratischer politischer Möglichkeiten seine auf Offenheit angelegte Ordnung von innen her aufzurollen. Darin liegt nicht mehr als seine Selbstverteidigung, die der freiheitliche Verfassungsstaat sich schuldig ist.“

 

Adorján F. Kovács
Über Adorján F. Kovács 28 Artikel
Prof. Dr. mult. Adorján Ferenc Kovács, geboren 1958, hat Medizin, Zahnmedizin und Philosophie in Ulm und Frankfurt am Main studiert. Er hat sich zur regionalen Chemotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren für das Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie habilitiert. Seit 2008 ist er für eine Reihe von Zeitschriften publizistisch tätig. Zuletzt erschien das Buch „Deutsche Befindlichkeiten: Eine Umkreisung. Artikel und Essays“.