Solaranlage – wann lohnt sich das Investment noch?

Solar-System
Solaranlage

Inzwischen gehören Solaranlagen auf Hausdächern zum üblichen Erscheinungsbild in Wohngebieten. Diese nachhaltige und dezentrale Energieversorgung wurde übrigens sehr stark vom Staat finanziert: wer sich so eine Anlage geschafft hat, konnte die Investition in wenigen Jahren wieder hereinholen. Doch was vor Jahren noch als lukratives Investment galt, hat deutlich an Attraktivität eingebüßt. Neue Anlagen werden nur noch in begrenztem Umfang installiert. Lohnen sich Solaranlagen überhaupt noch?

Die Antwort lautet wie so oft: es kommt darauf an. In der Vergangenheit hat sich die Photovoltaik vor allem wegen der Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz rentiert. Die „Erzeuger“ erhalten dafür eine 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Das gilt zwar nach wie vor, allerdings ist die Vergütung im Zeitablauf deutlich reduziert worden. Zu besten Zeiten betrug sie 30 Cent pro kWh oder mehr, aktuell liegt sie bei kleineren Anlagen gerade noch bei 12,20 Cent. „Alt-Betreiber“ profitieren weiterhin von den früheren Vergütungen, Neu-Investoren müssen dagegen mit den niedrigeren Sätzen vorliebnehmen.

Eigenverbrauch statt Einspeisung

Die Anschaffungskosten von Solaranlagen sind zwar ebenfalls gesunken, dennoch wird es bei Neu-Anlagen in dieser Konstellation schwierig, noch positive Renditen über Einspeisungen zu erzielen. Denn die Produktionskosten für den Solarstrom bewegen sich laut des Vergleichsportals Netzsieger trotzdem in einer Range von 10 bis 14 Cent pro kWh. Nur wer bei seiner Stromerzeugung günstige Bedingungen aufweisen kann – viel Sonneneinstrahlung, Anlage mit hoher Qualität zu „Vorzugspreisen“ – hat eine Chance auf einen Gewinn.

Besser sieht die Kalkulation aus, wenn der Strom nicht ins Netz eingespeist, sondern selbst verbraucht wird. Dann sind nämlich echte Ersparnisse drin. Da sich die Strompreise in einer Größenordnung von 26 Cent pro kWh bewegen, sind beim Eigenverbrauch mit Produktionskosten von 10 bis 14 Cent pro kWh immer noch Ersparnisse von 12 bis 16 Cent möglich. Das ist spürbar. Private „Normal-„Produzenten müssen dabei auch keine zusätzliche Belastungen durch die EEG-Umlage befürchten.

Um die EEG-Umlage für Eigenverbraucher ist lange gestritten worden. Die bestehenden Ausnahmeregelungen für Eigenverbraucher sind von der EU-Kommission kürzlich endgültig genehmigt worden, nachdem die Bundesregierung im vergangenen Jahr einige EU-Auflagen mit einer weiteren EEG-Novelle erfüllt hatte. Wichtig für Hausbesitzer: Solaranlagen mit einer Leistung bis zu zehn Kilowatt bleiben definitiv EEG-Umlage-befreit. Darunter fallen die Anlagen bei Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften.

Das Problem mit der Speicherung

Beim Eigenverbrauchs-Modell gibt es nur ein Problem: um das Sparpotential wirklich auszuschöpfen, braucht es leistungsfähige Solarspeicher. Denn oft wird der Solarstrom dann erzeugt, wenn er gerade nicht benötigt wird, dafür fehlt er zu anderen Zeiten. Mit Speichern ließe sich Ausgleich schaffen. Die entsprechenden Batterien sind aber noch sehr teuer. Es bleibt, auf den technischen Fortschritt zu hoffen.