Die AfD ist keineswegs so unkollegial, wie es die Medien darstellen

Foto: Stefan Groß

Wahrhaftigkeit, Streitkultur, trotz Machtkämpfen, Enttäuschungen und Verletzungen persönliche Wertschätzung und gegenseitige Achtung, aufeinander zugehen und Versöhnung gibt es nicht in der Politik? Vielleicht ja doch.

Frauke Petry entmachtet?

Überall wurde gestern berichtet, die AfD hätte ihre Vorsitzende „entmachtet“. Die Partei sei „gespalten“, sie wäre „nach rechts gerückt“. Richtig ist: ja, der Antrag von Frauke Petry, der meiner Ansicht nach eine völlig unnötige und kontraproduktive Phantom-Debatte eröffnet hätte, wurde von den Delegierten abgelehnt und von der Tagesordnung genommen. Ja, dadurch wurde die Parteivorsitzende etwas geschwächt und das war für sie persönlich emotional sicher ein schwerer Rückschlag, war es ihr doch wichtig, diese Diskussion jetzt zu diesem Zeitpunkt zu führen. Richtig ist auch, dass sie selbst die Konsequenzen daraus zog und unter diesen Umständen nicht als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl zur Verfügung stehen wollte. Und ja, das ist etwas ungewöhnlich, dass die beiden Parteispitzen, Petry und Meuthen, aus unterschiedlichen Gründen nicht zum Wahlkampf-Spitzenteam gehören.

Versöhnung statt Spaltung

Das Ganze zeigt aber auch noch etwas anderes. Es zeigt erstens, dass die AfD nicht wie die CDU ein reiner Klatsch-Verein ist, der der Parteisprecherin respektive -vorsitzenden immer und überall blindlings folgt. Es zeigt zweitens auch, dass es in der AfD zumindest weniger um Personen und persönliche Karrieren geht als in anderen Parteien und die Sache mehr im Vordergrund steht. Drittens zeigt es ferner, dass auch die Parteiführung mal Fehler machen kann, ohne gleich verstoßen zu werden.

Vor allem aber zeigte der Abschluss des Parteitages viertens noch etwas ganz anderes, was ich sehr besonders finde: wie Menschen sich um Versöhnung bemühen und ihre persönliche Wertschätzung zum Ausdruck bringen können, selbst wenn man punktuell nicht bereit ist, dem anderen in seinen Plänen und in seinem Vorhaben zu folgen und selbst wenn es Macht- und Führungskämpfe gibt, die in jeder Partei zwangsläufig entstehen und ausgetragen werden müssen.

Alexander Gaulands Rede

Die Rede von Alexander Gauland, speziell ab Sekunde 35 hat ganz große Klasse. So was habe ich selten gesehen. Auch wie die Delegierten reagierten: Standing Ovations für Frauke Petry und Frauke-Frauke-Rufe. Die Botschaft war ganz klar: „Liebe Frauke Petry, wir sind nicht bereit, dir in diesem Punkt zu folgen, aber wir brauchen dich. Du gehörst zu uns und du bist unendlich wertvoll für diese Partei. Bitte bleibe bei uns und unterstütze uns.“ – So stelle ich mir Politik und den Umgang miteinander vor. Chapeau!

Dass die System-Medien genau das aber wahrscheinlich nirgends zeigen werden beziehungsweise wenn doch, dann entsprechend zusammengeschnitten, dürfte klar sein. Die meisten werden ahnen warum.

 

 

 

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