Wie Ditib-Mitarbeiter deutsche Lehrer und türkische Landsleute ausspinonieren

Fernrohr, Foto: Stefan Groß

Laut einer Information von „Spiegel Online“ ermittelt die Bundesanwaltschaft bereits seit einigen Monaten gegen Ditib-Mitarbeiter. Sie stehen unter dem Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Die Imame sollen, so der Vorwurf, neben Gemeindemitgliedern auch deutsche Lehrer bespitzelt und an die türkische Regierung verraten haben. Polizeiliche Durchsuchungen fanden diese Woche in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz satt.

Der Grünen-Politiker Volker Beck hatte bereits im Dezember Strafanzeige erstattet und dem Bundesgeneralanwalt belastendes Material zukommen lassen. Bei Ditib handelt es sich um den größten Moscheeverband der Bundesrepublik. Über etwa 900 Moscheevereine gehören der Organisation an, die dem türkischen Religionsministerium untersteht und Imame nach Deutschland aussendet. Nach dem Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan 2016 denunzieren immer mehr in Deutschland lebende Türken ihre Landsleute, wenn der Verdacht besteht, dass diese der Gülen-Bewegung angehören. Anhänger des im amerikanischen Exils lebenden Prediger Fethullah Gülen leiden in der Türkei unter verstärkten Repressalien.

Stefan Groß
Über Stefan Groß 1954 Artikel
Dr. Dr. Stefan Groß, M.A., DEA-Master, geboren 1972, studierte Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Jena und München. 1992 gründete er die Tabula Rasa, Jenenser Zeitschrift für kritisches Denken und 2007 die Tabula Rasa, Die Kulturzeitung aus Mitteldeutschland, 2011 Zeitung für Gesellschaft und Kultur

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