Wie eine Welternährungskrise die Welt von heute verändern könnte

SALVE, Sei gegrüßt: Foto: Stefan Groß
  1. Läuft die Menschheit auf eine Welternährungskrise zu?

Die Anzeichen, dass es in absehbarer Zeit zu einer Welternährungskrise kommen wird, häufen sich schon seit einigen Jahren. Schon die letzten Jahre gab es Dürreperioden im südlichen Afrika, die wohl auf den Klimawandel zurück zu führen sind. Auf Westafrika bezogen erhielt ich bereits im Jahre 2015 von Freunden dort Hinweise auf eine zunehmend krisenhafte Situation durch starke Regenfälle. Ich habe darüber dann damals schon in meinem Video über Humanökologie auf YouTube publiziert. Zusätzlich zu diesen persönlichen Warnungen konnte ich auch Voraussagen der UNCCD und des IPCC recherchieren, die in die gleiche Richtung deuten. Die UNCCD schrieb bereits 2012:

„Zwei drittel des Afrikanischen Kontinents sind Wüsten oder Trockengebiete. Dieses Land ist wichtig für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Jedoch werden sich fast drei viertel davon voraussichtlich in verschiedenem Maße verschlechtern. Die Region ist von häufigen und schweren Trockenheiten heimgesucht, die während der letzten Jahre besonders schwerwiegend am Horn von Afrika und in der Sahelzone waren.“ 

Eine IPCC-basierte Studie der AMCEN („African Ministerial Conference on the Environment“) hält fest:

„Um 2020 werden voraussichtlich 75 bis 250 Millionen Menschen in Afrika durch den Klimawandel von zunehmender Wasserknappheit betroffen sein. […] in einigen Ländern könnten die Erträge aus von Regen bewässerter Landwirtschaft um bis zu 50% fallen. Landwirtschaftliche Produktion, einschließlich dem Zugang zu Nahrungsmitteln, wird in vielen afrikanischen Staaten erheblich beeinträchtigt sein.“

Zum Beispiel ist in Kenia die Nahrungsmittelproduktion schon während der Periode 2014/15 um durchschnittlich 10% gegenüber den fünf Jahren davor gefallen (FAO, 2015). Betroffen waren Weizen, Mais und Reis. Aber die Krise ist heute global. Im Sommer 2015 stieg der Maispreis sprunghaft um 5%, weil wegen des El-Ninio Phänomens in Brasilien die zweite Maisernte erheblich betroffen war. Afrika ist im Grunde das Modell auch für die globale Entwicklung. Bereits 2016 hatte ich in meinem Essay über eine globale Strategie im 21. Jahrhundert (siehe Link unten) vermutet, dass bald auch Asien betroffen sein würde. Und dieses Jahr ist das nun mit dem viel zu starken Regenfällen in der Monsunzeit auch eingetreten.

IAASTD („International Assessment of Agricultural Knowledge Science and Technology for Development“) schreiben in ihrer Studie „Landwirtschaft am Kreuzweg“ von 2009 ohne weiteren Kommentar: „Abiotischer Stress, wie Trockenheit und Versalzung könnten die Ernteerträge weltweit um bis zu 50% verringern (Jauhar, 2006).“ Wissenschaftler an der Universität von Washington sagen voraus, dass die Hälfte der Weltbevölkerung eine klima-induzierte Ernährungskrise bis zum Jahr 2100 erleben könnte. Sie meinen damit vor allem die Bevölkerung der tropischen Regionen. Aber natürlich würden bei einer solchen Nahrungsknappheit überall auf der Welt die Preise für Grundnahrungsmittel steigen. Damit wäre also eine Welternährungskrise gegeben, deren erste Ausläufer wir jetzt erleben.

  1. Intermezzo: Die Welternährungskrise in meinen Träumen

Seit einigen Jahren träume ich schon immer wieder von einer solchen Welternährungskrise. Wobei dies Alpträume sind, die mir vor allem meinen eigenen Untergang in dieser Krise zeigen. Den letzten Traum dazu hatte ich im Dezember 2016. Ich träumte, dass ich mit einem Freund, der etwas Geld auf der hohen Kante hat, nach Australien geflohen bin. Wir hatten uns eine kleine, offene Laube gebaut. Wir sind in dieser staubigen, heißen Landschaft fast verhungert, bis die Polizei uns fand. Sie haben uns in so eine Art Konzentrationslager gebracht, wo aus den Duschen kein Wasser kam. Es war ein Alptraum.

Nun es ist klar dass, wenn die Nahrungsmittelpreise hier in Deutschland stark ansteigen, sich der braune Mob sehr schnell darüber verständigen wird, dass man geistig Behinderte (wie ich es bin) und andere „Nettostaatsprofiteure“ nun nicht mehr „durchfüttern“ will. Daher die Flucht nach Australien.

Ich habe ein Prinzip bei der Deutung meiner Träume. Wenn ich die Zukunft von den Träumen gezeigt bekomme, es sich also um das paranormale Wissen der Träume handelt, das ich aus vielen Beispielen in meinem Leben kenne, dann überprüfe ich die Aussagen der Träume so gut es geht rational und empirisch. Das ist für mich selbst wichtig, um den Traum besser zu verstehen. Aber es ist auch für die Vertretung der vom Traum gezeigten Ereignisse oder Ideen nach außen wichtig. Andere Menschen haben ja nicht meinen Traum gehabt (oder glauben Träumen grundsätzlich nicht). Um mich ihnen verständlich zu machen und meine Idee für sie akzeptabel zu machen, muss ich sie in unserer Kultur rational und empirisch belegen können. Das heißt der Traum gibt meinen Recherchen eine Richtung, aber die Evidenz muss woanders her kommen. Dieses Vorgehen hat zu meiner Argumentation im ersten Kapitel geführt. Jedoch kann ich selber im Zweifelsfall, als Mensch der Traumkultur, immer meinen Träumen unmittelbar Glauben schenken.

  1. Die Folgen einer Welternährungskrise für unsere Zeit

Die Menschheit wird in Zukunft mit verschiedenen sich überlagernden Krisenfaktoren konfrontiert sein. Rohstofferschöpfung, Klimawandel, hohe Bevölkerungsdichte, Staatsverschuldung und Umweltverschmutzung werden sich zu einer bedrohlichen Situation überlagern. Die Auswirkung des Klimawandels könnte jetzt eben diese erste Ernährungskrise in der globalisierten Welt sein, in diesem Sinne eine Welternährungskrise, da die Nahrungsmittelpreise durch den Weltmarkt globalisiert werden, bzw. zusammenhängen.

Stark ansteigende Lebensmittelpreise würden zu einer weltweiten Nahrungskonkurrenz führen. Dadurch würden nationale Interessen in den Vordergrund rücken (mehr noch als heute durch die Standortkonkurrenz). Durch Europa und Deutschland würde ein Rechtsruck gehen. Denn der Industriestandort Deutschland wäre gefährdet, der den Hort der hiesigen Demokratie darstellt. Weltweit würden die Menschen einen großen Teil ihres häuslichen Budgets für Nahrungsmittel ausgeben, nicht mehr für Industrieprodukte. Damit würden auch die deutschen Exporte einbrechen oder hinfällig werden. Fachkräfte, seien es biologische Deutsche oder Ausländer, würden viel weniger gebraucht. Die Arbeitslosigkeit würde stark ansteigen und der vorausgesagte Bedarf von 3,5 Millionen fehlenden Fachkräften bis 2040 wäre eine völlige Fehleinschätzung. Die gesellschaftliche Solidarität und die Demokratie drohen in Gefahr zu geraten.

Eine Abwärtsspirale von Gewalt zwischen Nationen und ethnischen, religiösen oder sozialen Gruppen könnte ausgelöst werden, die nicht mehr zu stoppen ist.

Natürlich würden in einer Welternährungskrise weitere Millionen Klimaflüchtlinge nach Europa drängen. Und dazu ist noch zu sagen, dass es gewiss hunderttausende solcher Flüchtlinge weniger gewesen wären, hätten nicht Feministinnen bewirkt, dass das Kriterium geringeren Bevölkerungswachstums als Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung von der Agenda der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio gestrichen wurde. Der Klimawandel und das Bevölkerungswachstum dürfen als krisenhafte Faktoren nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Der Sozialneid der Deutschen ist heute schon so ausgeprägt, teurere Lebenshaltungskosten würden ihn auf die Spitze treiben. Rosa Luxemburg zitierte in ihrem Essay: „Tolstoi als Sozialer Denker“ diesen mit den Worten: „Der Stolz der Ameise auf ihre Arbeit macht nicht nur die Ameise grausam, sondern auch den Menschen.“ Dieser Satz wird dann seine besondere Bedeutung bekommen, wenn die AfD der Zukunft fordern wird, Flüchtlinge und generell „Nettostaatsprofiteure“, als Menschen, die die hohen Lebenshaltungskosten in der Welternährungskrise nicht mehr bezahlen können, in die neuen Arbeitslager ein zu sperren. Es ist eigentlich gut, dass die Flüchtlinge hier sind, weil sich daraus ein Widerstandspotential zugunsten der Demokratie und gegen Rechts ergibt. Deutschland beutet ja mit die natürlichen Ressourcen Afrikas aus und profitiert durch ungleiche Handelsverträge von Afrika als Exportmarkt, so dass die Mehrkosten für die Flüchtling durch die Gewinne daraus mehr als ausgeglichen werden.

Dabei dürfte diese erste Welternährungskrise noch durch Technologie zu bewältigen sein. Es werden schon seit einigen Jahren gentechnisch Veränderte Nahrungspflanzen entwickelt, die besonders Resistent gegen Trockenheit und Regenfluten sind. Jedoch um welchen Preis? Ein Oligopol von Gen-Tech-Konzernen diktiert der Gesellschaft ihre Bedingungen zur Anwendung der neuen Technologien und wird horrende Preise für das neue Saatgut nehmen. Hier müssten die UN eingreifen und schon heute solche Nahrungspflanzen als Auftragsarbeit entwickeln lassen, so dass die UN dann die Patente für die Menschheit verwalten.

Eduardo Hughes Galeano, „Die offenen Adern Lateinamerikas“: „Die Geschichte ist wie ein rückwärts blickender Prophet, aus dem was ist und entgegen dem was ist, entwickelt sich das, was sein wird.“ Das kann gerade mit Hinblick auf eine Welternährungskrise wieder gesagt werden, denn die Krisenzusammenhänge sind alle schon in der Gegenwart angelegt.

Die Mitte der Gesellschaft wird heute zwischen vier Fundamentalismen zerrieben: Den Rechten, der extremistischen Linken, den Marktfundamentalisten und dem religiösen Fundamentalismus. Immer mehr gewalttätige Extremisten laufen herum, die eine verloren scheinende Welt politisch oder materiell ausplündern wollen. Wir brauchen Frieden, Köpfchen und Wahrhaftigkeit, um den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft begegnen zu können. Eine bessere Welt kann aus vernetztem, differenziertem Denken und ganzheitlichen Lösungsansätzen entstehen. Daran habe ich seit fast zehn Jahren gearbeitet. Mein Essay über eine globale Strategie im 21. Jahrhundert präsentiert einige der wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit (siehe nachfolgender Link).

Dreamscultureblog (WordPress), Alexander Sigismund Gruber: „A PARADIGM CHANGE OF ECONOMY: TOWARDS A NEW GLOBAL FINANCIAL ARCHITECTURE (Plus)“, 21.5.2016,

 

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