Corona Control – Einsichten, Aussichten, Hintergründe

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Aber der Staat lügt in allen Zungen des Guten und Bösen;
Und was er auch redet, er lügt.
Nietzsche

Das Volk will geleitet, d.i. (in der Sprache der Demagogen)
es will betrogen sein.
Kant

Was für ein Glück für die Regierenden,
dass die Menschen nicht denken.
Hitler

Immer und immer wieder bitte ich: weniger Zahlen, dafür gescheitere.
Lenin

Die Verleumdung ist schnell und die Wahrheit langsam.
Voltaire

Teil 1

Als zu Beginn des Jahres 2020 erste Gerüchte vom Todbringenden Virus aus der Provinz Wuhan in der restlichen Welt durchsickerten, ist das den ´Eliten´ und ihrer Klientel nurein müdes Achselzucken wert gewesen. Obschon anfangs keiner wusste, wie das Phänomen angemessen einzuordnen sei, war man sich seitens der Entscheider ziemlich sicher, dass schon nichts Schlimmes auf uns zukäme. Gesundheitsminister Spahn bestritt, dass eine Pandemie drohe; die Kanzlerin versicherte, Corona könne man ´mit einem leichten Schnupfen´ vergleichen. Und die ´Experten´? Machten erste, vorsichtigeAndeutungen. Mehr nicht.

Waren das nur Finten und Ablenkungsmanöver? Ausgerechnet im digitalen Netz, wo das Kartell der Meinungsmacher ganze Kader von Verschwörungstheoretikern vermutet, wurde seinerzeit zuerst vor dem globalen Ausnahmezustand gewarnt; entlang gewisser Phrasenhaufen, die heute als Allgemeinplätze nahezu täglich von Regierungen und Pharmalobbyisten, Medienvertretern und deren Handlangernbemüht und variiert werden, um den Teufel schwarzweiß an die Wand zu malen. Stündlich aufgewärmt, heizen sie den Leuten mächtig ein und fackeln jeden Einwand ab. Nicht einmal die Gewissheit eines Großinquisitors, der Frauen zu Hexen erklärt, bevor er sie verbrennen lässt,  käme noch an den Glauben derer heran, die auch nur den leisesten Zweifel daran, dass hier etwas oder mehr einfach nicht stimmen kann, im Keim ersticken oder übel diffamieren. Es geht eigentlich nur noch um Detailfragen, entlang vereinbarter oderverordneter Haltungen und Meinungen, nein: WAHRHEITEN – grundsätzlich darf hier nämlich gar nichts mehr in Frage gestellt werden. Wolfgang Wodarg war meines Erachtens der letzte, dem dies Anfang März letzten Jahres noch einmal gelang, in einer Folge des Nachrichtenmagazins Frontal 21. Dem folgte ein Shit Storm sondergleichen, mit anschließender ´Beerdigung´ – die Expertisen dieses Mannes werden von den Machern seitdem eiskalt ignoriert. Sie widersprechen auch zu deutlich den Dogmen einer Interessengemeinschaft, diemittels Gleichschaltung und Ermächtigung den Rubikon rechtstaatlicher Befugnisse längst überschritten hat.

Tatsächlich war vor gut einem Jahr die Vorstellung von Maskenzwang und Quarantäne, Kontaktsperre und Massenimpfung etwas, das ganz jenseits unserer alltäglichen Vorstellungswelten lag und eher an Weltuntergangsszenarien aufwändig inszenierter Hollywoodfilme erinnerte. An die man sich mittlerweile ganz und gar gewöhnt hat, ohne damit auf Dauer klar kommen zu können. Wer ächzte nicht unter den Verordnungen, die er mehr oder weniger gehorsam befolgt?

Der Mensch ist ein Gewöhnungstier. Und opportun obendrein. Je strenger man ihn an die Kandare nimmt, umso williger scheint er sich fügen zu wollen. Nie zuvor waren Gebote und Verbote, die in einem Rechtsstaat pausenlos und weitgehend unbemerkt wirken und walten, so omnipräsent und medial überbelichtet wie jene, deren durchweg behauptete Alternativlosigkeit nur zu genau der Hörigkeit einer verängstigten Mehrheit entspricht, die sich so treuhündisch in ihr Schicksal fügt. Abweichungen vom verordneten Dogma wird nach wie vor jede Seriosität abgesprochen. Nur innerhalb der reinen Lehre, die uns das Phänomen so griffig wie einseitig vermittelt, kann und darf und soll es noch mit ´rechten´ Dingen zugehen. Da lässt sich dann über das eine oder andere reden, auch mit einem notorischen ´Quertreiber´ wie dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. Die Mehrheit steht also auch weiter hinter den Maßnahmen, sie können und sie dürfen folglich gar nicht falsch sein, auch wenn sie – was Wunder – keinen roten Faden, keinerlei Masterplan erkennen lassen. Noch immer nicht. Erst recht nicht? Es spielt offenbar keine Rolle mehr, ob sie ´stimmen´ – denn sie gelten, und deswegen hat man sich zu fügen und fertig. Das begleitende Chaos entschuldigt sich fast von selbst, ist Corona doch eine Art höherer Gewalt. 

Die resultierende ´Probierstube´ der ´Macher´ gleicht denn auch einem Messi-Haushalt, den die Untermieter dauerhaft zu ertragen haben; nicht zuletzt, weil der Hausmeister immer öfter nachschaut. Wohnungswechsel? Bringt gar nichts. Es gelten ja überall entweder dieselben oder ganz ähnliche´Haus(ver)ordnungen´. Das Gerede vom pandemischen Ausnahezustand, im Sommer ein wenig verstummt, beherrscht die Gemüter der ´arglos Empfänglichen´ nunmehr rigoros, als handele es sich um so etwas wie ein mit Verspätungaufgedecktes, alle Lebensbereiche umfassendes Naturgesetz, dessen Zumutungen man sich fügt, weil es anders nicht geht.Die zahlreichen Folgen immer wieder neu aufgewärmterFreiheitsentzüge werden gleichmütig hingenommen undwürgend ´heruntergeschluckt´, weil man im Ganzen einfach glaubt, was schon in lauter Einzelheiten nicht mehr zueinander passt.

Freilich: glaubten die meisten von uns vor einem Jahr nicht minder fest daran, das Wuhan weit entfernt läge, sozusagen auf einem anderen Stern; der konnte einem schnuppe sein.War das begleitende Gefühl damals nicht von derselben Gewissheit getragen, die uns heute glauben macht, einer weltweit grassierenden Seuche zu begegnen? Wenn ich jetztdarüber nachdenke, drängt sich mir der Verdacht auf, dass in den wenigen Wochen, die zwischen gesunder Gelassenheit und atavistischer Panikstimmung lagen, uralte Instinkte und Archetypen geweckt wurden, die bis heute, binnenpsychisch destilliert, ganze Völker auf ´Corona-Kurs´ halten und an jenesimplen Allgeminplätze glauben lassen, die nicht mehr hinterfragt werden dürfen. 

Der Zeitgeist liebt es, so ziemlich alles den eigenen Codes und Begrifflichkeiten anzugleichen. Corona ist zur festen Programmeinheit auf der gemütsinternen Festplatte der Menschen geworden. Sie arbeitet wie eine clevere App, mit automatischen Updates und notorischen Dauerwerbeschleifen:angeschlossen an die ´richtigen´ Hirnzentren. ´Kritische´ Areale werden, was Wunder, dauerhaft deaktiviert; in eine ArtRuhe-Modus versetzt. Soll heißen: so und nicht anders funktionieren Sekten. Die verordneten Gewissheiten, längst heiliggesprochen, rechtfertigen alles, und Wehe denen, die hier noch als Ketzer auftreten, indem sie den begleitenden Algorithmus hinterfragen. Keiner wagt, die Hardware zu blockieren. Dann hätte der Spuk schnell ein Ende. Es wird immer deutlicher, dass man gerade das um jeden Preis verhindern will. Von Urängsten geplagt und passend konditioniert, arrangiert sich also die Mehrheit mit den Direktiven; irgendwie. Bloß nicht aus der Reihe tanzen! Woran erinnert uns das eigentlich, blicken wir zurück, in die Abgründe durchlebter Epochen, denen gegenüber wir uns nachträglich immer so erhaben wähnen?

Tatsächlich hat es derlei in sich verhärteteGlaubensgemeinschaften schon immer gegeben. Auch und gerade die Zeitalter der Aufklärung, des Rationalismus oderder spätmittelalterlichen Scholastik waren solcherart genormt bzw. geprägt. Wie es denn stets Gläubige und Ungläubige, Reine und Aussätzige gab und gibt. Die Hype um mittlerweile über zweihundert (!) Impfstoffprojekte wird diesen Antagonismus noch verstärken, wir stehen erst am Anfang kollektiver Konditionierungen und begleitüberwachender Bürokratismen, dezenter Ausleseverfahren und staatlich gelenkter ´Rückvergaben´ angestammter Freiheitsrechte. Und bist du nicht willig, so leiste Verzicht! Um schon an dieser Stelle ein passendes Beispiel zu bemühen: kommen die Probanden der ´Einladung´ nach, sich in einem Massenimpfzentrum abspritzen zu lassen, dürfen sie hoffen, eventuell etwas eher einen Teil der Freiheiten, die man ihnen – als Grundrechte, wohlgemerkt! – bislang vorenthalten hat, zurück zu gewinnen. „Wer das nicht möchte,“  meinte Angela Merkel so selbstverständlich wie salopp,“ der kann vielleicht auch bestimmte Dinge nicht machen.“ Reisen zum Beispiel. Konnte man drüben, wo die Kanzlerin Kindheit und Jugend verbrachte, ja auch nicht wirklich. Man konnte oder durfte auch nicht unbehelligt beieinander stehen, ohne solcherartsofort die allgegenwärtige Staatssicherheit zu alarmieren. Ich habe es, zusammen mit einigen Mitschülern, seinerzeit selbsterlebt; während unserer Abschluss-Klassenfahrt anno 89, in der Leipziger Innenstadt. Eine Handvoll Leute hatten sich spontan zum Gespräch zusammengefunden, und es verging keine Minute, da kamen Beamte in Zivil aus der Menge ´geschossen´,  um das konspirative Miteinander umgehend mittels Festnahmen, ´vom Fleck weg´, zu erledigen. So ähnlich ergeht es heute all denen, die den verordneten Abstand nicht einhalten. So etwas geschah vor kurzem in Hannover, spätabends, in der Menschenleeren, verödeten Innenstadt. Die Tochter einer Bekannten traf dort, von der Straßenbahn kommend, zufällig auf zwei Freundinnen und deren Kumpel. Fünf Leute, fünf verschiedene Haushalte. Die ´illegale Versammlung´  wurde umgehend von patroulierenden Polizeibeamten aufgelöst. Die sich anmaßten, ein ´Verhör´ zu führen. Und ein Bußgeld von 250 Euro plus 28 Euro Bearbeitungsgebühr ´feststellten´. Die ´Verdächtigen´ waren von Anfang an kooperativ, das ersparte ihnen schlimmeres. Die Würde derer, denen wir in Leipzig begegneten, machte immerhin aus, das sie sich händeringend zur Wehr setzten. Insofern hinkt dieser Vergleich etwas. In der Merkel-Demokratie hat man den Klassenfeind durch Covidiotenersetzt, die Stasi durch Ordnungsamt und Polizei, das Politbüro durch diverse Expertenrunden. An deren Spitze dieMutti höchstpersönlich steht. Ja, sie sorgt schon dafür, das alte und neue Heimat einander ähneln und versöhnen – sie schafft das.

Man wird den Massenkompatiblen Ausnahmezustand der Marke Corona nie wirklich begreifen, blendet man seine kollektiv-psychologischen Grundlagen aus, die im Schatten der Krise überhaupt erst zum Gelingen einer weltweiten Totalkontrolle beitrugen. Das ging rasend schnell, wie wir mittlerweile wissen. Der ´Point of no Return´ war Ende März erreicht. Das Volk, das depperte, wurde buchstäblichüberrumpelt. Und in latente Angstbereitschaft versetzt. Die dann bei nicht wenigen immer wieder in Panik umschlug. Sie werden sich erinnern: Hamsterkäufe und Gerangel um´sScheißpapier, Vorratshaltung und Desinfektionsorgie. Geändert hatte sich, faktisch, dennoch nichts. Noch immer wusste niemand so recht, was es mit Covid19 auf sich habe, das wissen sie, genau genommen, bis heute nicht, aber auf einmal musste alles sehr schnell gehen, da war plötzlich von steil ansteigenden Fallzahlen die Rede, von tödlichen Verläufen und einer aberwitzig hohen Ansteckungsgefahr(noch ohne Mutanten); auch davon, dass bis Jahresende mit einer fatalen Übersterblichkeit zu rechnen sei. Ein unseligerAtavismus aus Unwissenheit einerseits und dauernder Unruhe andererseits sorgte schnell dafür, dass die gesellschaftlichen Archetypen, tiefinnerst, Amok liefen und sich, jenseits dieser Stressmomente, in Apathie erschöpften. Das ist bis auf den heutigen Tag so geblieben; auch daran hat sich nicht mehr allzu viel verändert. 

Corona begann, die Menschen bis in ihre Träume hinein zu verhexen. Jetzt waren es also unsere anfangs eher abwartenden und beschwichtigenden ´Eliten´, die den ´Kampf gegen das Virus´ propagierten, während im Netz die ´Leugner´ genau da ansetzten, wo Merkel und Co. zunächst noch stehen geblieben waren, bevor sie so abrupt ihre Marschrichtung änderten. Die Kehrtwende wird längst nicht mehr begründet. Darüber sind wir hinaus. Sie gilt im Ganzen als gnadenlos richtig, ausgehend von willkürlich festgelegten Inzidenzschwellen (zwecks Nachverfolgung) und einem zu Diagnosezwecken ausdrücklich nicht geeigneten Test, der weltweit dennoch exzessiv angewandt wird und im Grunde sämtliche Verordnungen und Erlasse, Verbote und Verfahren per se legitimiert. Ein Kinderarzt und ein Pharmalobbyist ersetzen, hierzulande, den gesamten (im Grunde gleichgeschalteten) parlamentarischen Apparat. ´Chefberater´ der Regierung ist ein windiger Emporkömmling, dessen Renommee so anrüchig anmutet wie seine akademischen Weihen es geblieben sind. Allen voran eine Kanzlerin, die es in der Vergangenheit fertig brachte, einen Ausstieg vom Ausstieg aus dem Ausstieg (Kernkraft) zu bewerkstelligen umpolitisch zu überleben. Ja, der darf man jetzt mal so ziemlich alles glauben. Als Mutti der Nation feiert sie ein spätes, gnadenlos richtendes Comeback. 

Wiewohl einer der weltweit geachtetsten, und wohl auch meistzitierten Wissenschaftler der Gegenwart in einer großangelegten empirischen Studie längst nachwies, dass der unselige Lockdown mehr Schaden anrichtet als Nutzen stiftet, geht die Hype unbekümmert weiter; wird in den Kreisen derer, die als einige wenige allen übrigen vorschreiben, was sie tun oder lassen dürfen, beharrlich ignoriert, was nicht Eins zu Eins ins fragwürdige, Holzschnittartig zurecht gehackte Schemapasst. So geht Demokratie?

Frage: Was für Leute sind das eigentlich, die sich dermaßen tief in eine Sache reinreiten, das sie ums Verrecken, wider alle Vernunft, nicht mehr raus können aus der Nummer und nur noch entlang vereinbarter Verordnungen überhaupt mit sich reden lassen? Wenn dann auch wirklich alle dasselbe behaupten, wusste schon Orwell, geht die Lüge als Wahrheit schließlich in die Geschichte ein. Das ist tatsächlich die Situation, in der wir uns derzeit befinden. Alle blöken jetzt dasselbe, wie in einer echten Schafherde; die hegt und hält warm, und sichert auch die schwarzen Schafe, während jene, die nicht mitmachen, selbst zu welchen gemacht werden. 

Und wie der Rest, die überwältigende Mehrheit, hier mitmacht! Das dauernde Händewaschen und Händedesinfizieren etwa, anfangs noch in Abgrenzung zur bis dato gelebten Normalität durchaus als seltsam und eigenartig empfunden, ist nunmehr selbst völlig normal geworden: der Hygienekoller gleicht einer legeren Selbstverständlichkeit, fällt nicht weiter auf, das ist Routine geworden. Den begleitenden Maskenfetischismus unserer Tage muss man als beklemmendes Symptom kollektiver Zwangsneurose werten. Corona und der Rest der Welt: nie hat, in der uns bekannten, halbwegs überlieferten Zivilisationsgeschichte, auch nur entfernt eine ähnlich umfassende, sämtliche Lebenswelten beschneidende, weltweit wütende, peinlich penible Exekutive gegolten. Milliarden von Menschen unterliegen erstmals, mit Abstufungen, einem auf vier, fünf Posten herunter gebrochenen Verhaltensrepertoire, wahrlich: wie in einer geschlossenen, hermetisch verriegelten Gesellschaft. Die Welt als Irrenhaus. Strikt verordnete und dementsprechend bereitwillig befolgte Freiheitsbeschränkungen werden als notwendig, als kleineres Übel empfunden. Insofern gilt, was allezeit galt: Die komplett Verrückten schnallen gar nicht mehr, das sie es geworden sind. Ihnen will nicht länger auffallen, dass sämtliche Verhältnismäßigkeiten ad absurdum geführt werden. Selbst in Dresden, Hamburg oder Berlin blieb in den Jahren 44 und 45 die Bewegungsfreiheit der Menschen abzüglich kurzfristig geltender Ausgangsverbote (etwa bei Fliegeralarm) unangetastet. 

Es lohnt, noch etwas weiter zurück zu blicken. Die erste echte, gleichsam verordnete Demokratie unseres Landes, man hat sie die ´Weimarer´ genannt, mutierte im Anschluss an den schwarzen Freitag zum Zwangssystem. Hier wurde bald nur noch mit Notverordnungen und Erlassen regiert. DasParlament spielte keine nennenswerte Rolle mehr. Auf denStraßen tobte sich der Mob aus. Am Ende dieser Entwicklung stand die Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler; ausgerechnet in dem Moment, als es den Deutschen schon wieder deutlich besser ging. Weimar spielt übrigens auch im Widerstand gegen die verfassungswidrigen Verfügungen unserer Tage eine erste, kaum beachtete, wiewohl schon recht verdächtig ´behandelte´ Rolle. Vor dem dortigen Amtsgericht wurde gegen ´Corona-Sünder´ (O-Ton Leitmedien) verhandelt, mit dem Ergebnis, das der vorsitzende Richter den Spieß konsequent umdrehte und die zugrunde liegenden Verordnungen einer akribischer Analyse unterzog, um sie folgerichtig für unzulässig zu erklären. Er ging sehr methodisch vor, entlang falsifizierender Erkenntnisreihen, und kam zwangsweise zu dem Schluss, dass derzeit Unrecht giltstatt Recht. Damit hat sich dieser Mann natürlich vogelfrei gemacht. Focus Online titelte umgehend:“ Reichsbürger? Querdenker? AFD?“ 

Amtsrichter Guericke fand auch den Mut, privat gegen Maskenpflicht und Abstandsregel zu klagen. Solches macht ihn zusätzlich verdächtig, und das er damit vorläufig scheiterte wird dementsprechend mit Genugtuung vermerkt. Die Staatsanwaltschaft will sein Urteil natürlich nicht hinnehmen, wird es aber schwer haben, sämtliche Einwürfe des Richtersjuristisch zu widerlegen. Man merkt: hier hat einer ganze Arbeit geleistet, pointiert in der ´Sache´, und folglich auch und gerade um Kleinigkeiten nicht verlegen. Denn auf die kommt es im juristischen Sinne zusätzlich an. 

Ich folge, der geneigte Leser hat es längst gemerkt, einmal mehr der von mir favorisierten lockeren, auf aphoristische Sammlung setzenden, assoziativ strömenden Erzählprosa. Die begleitenden  Zusammenhänge sind mittlerweile so verwirrend vielgestaltig, dass weniger die nahtlose Verknüpfung einzelner Narrative, mehr die BruchstückhafteErfassung möglichst vieler interessiert, um so das ganze Ausmaß einer Katastrophe in Form eines ´Geröllhaufens´ freilegen zu können, der vor uns steht wie ein monströser, alles verdunkelnder Berg. Jacob Burckhardt hat in der Einleitung zu seinen Weltgeschichtlichen Betrachtungen davon gesprochen,“ Beobachtungen und Erforschungen an einen halb zufälligen Gedankengang anzuknüpfen, wie ein andermal an einen anderen.“ Was gab es nicht alles zu beobachten und zu erforschen, seit wir Anfang letzten Jahres von Corona ´überrascht´ wurden! Ich werde, auch das ist klar, nicht ohne weitere, zunehmend schärfere Polemik auskommen können: sie dient der Verdeutlichung, zwingt zur Stellungnahme, zur eigenen Positionierung.

Man kann den bisherigen Verlauf der ´Krise´ grob in drei Phasen gliedern. Dem Beginn folgte im Sommer eine Art ´Schonfrist´, ein vorläufiges Aufatmen, als sei der Spuk schon halbwegs überstanden, doch seit Mitte November stecken wir wieder voll drin. Und werden immer tiefer reingeritten. Von Chancen, die das unfreiwillige Moment der ´Entschleunigung´ bis dahin angeblich bot, wird nun immer weniger geredet, wie denn die Ahnungslosigkeit derer, die sich eine solche Bildungsbürgerliche Betrachtungsweise wohl auch selbst noch immer bestens leisten können (Harald Welzer u.v.m), nur mehrunter gehörigen Verrenkungen verfängt. Corona als Testphase, zwecks Einübung altruistischer Gepflogenheiten: das lässt sich allenfalls an den Haaren herbeiziehen; entlang umständlicher, pseudoheroischer ´Vorzeige-Inszenierungen´.  Unsere privaten Chatverläufe sprechen eine andere Sprache. Verfolgen sie mal ihre Nachrichtenhaufen auf Whatsapp bis Ende Februar 2020 zurück; sie werden sich wundern. Auch, was die notorischen ´Witze-Videos´ betrifft, ohne die eine täppische Spaßgesellschaft offenbar, allen Aufgeregtheiten zum Trotz, nicht auskommen kann. Der fahrige Informationsaustauschoszillierte auch in Coronazeiten zwischen Konformität und Hysterie, Ratlosigkeit und Staunen. Erst im Nachhinein wird man einer ´Schattenentwicklung´ gewahr, die zu den an der bloßen Oberfläche wahrgenommenen Ereignissen in krassem Widerspruch stand uns erst jetzt, in der Retrospektive, an Transparenz gewinnt. Der Schatten lief aber von Anfang an mit. Wie eine unsichtbare Kette. Hier beginnt das zwielichtigeFeld der Verschwörungstheorie. 

Die Hype selbst begann recht eigentlich im beschaulichenHeinsberg, dass denn auch passend als ´Erstregion´ bzw.´Epizentrum´ bezeichnet worden ist.  Hier fand eine Art ´Ursünde´ statt, hier verlor der von Corona freie Mensch seine Unschuld.  Auf der Suche nach lokalen ´Hotspots´ ist man seither immer fündiger geworden. Im Sommer nahm das Argusauge der Covid-Fahndung Tönnies ins Visier;gleichzeitig ein Paradebeispiel dafür, dass angestammte Widrigkeiten und Probleme sozusagen ´mit übertragen´werden und  dank Corona plötzlich umso epidemischer ausschlagen, bevor die Sache zu den Akten gelegt wird. Denn übrig bleibt aber am Ende immer nur: das Virus selbst. Mittlerweile lauert die Gefahr in jedem Haushalt, an jeder Straßenecke; sie tropft verdächtig aus den Nüstern triefenderRotznasen, die nicht ordnungsgemäß unter dem Schmierlappen stecken, der als Schnuten-Pampers den verbalen Durchfall reinigt. Wir laufen mittlerweile alle unter diesem Etikett. Die Maske symbolisiert eine im Grunde sprachlos gewordene, sehr folgsame Gesellschaft, die das Gebot der Kontaktvermeidung so auch optisch optimal heiligt. 

Wie auch immer: Hatten wir ein ganzes Jahr lang Zeit, uns mit einer Thematik zu befassen, der anfangs die wenigsten von uns gewachsen waren. Es lag an jedem selbst, hier Klarheit zu gewinnen; auf einem Gebiet, das jetzt bis in den letzten Winkel einer Menschheit streut, die sich ihrerseits längst epidemisch auf diesem Erdball ausgebreitet hat: selten zum Vorteil des Wirts. Corona bot nun die Chance, einmal gründlich in eigener Sache zu recherchieren, eine Art Studium Generale zu betreiben, vor allem: nachzurechnen, nachzufragen – nachzudenken. Nur wenige haben sich bis heute die ganze Mühe gemacht. Von Anfang an wurde in monotoner Folge nachgeplappert, was der Mainstream in anämisch gleichlautenden Updates jeweils verbreitet hat. Hätte nicht allein das schon zu denken geben müssen? Die Leute denken aber nicht mehr, sie ducken sich nur noch weg. Ein Armutszeugnis für den ´mündigen Bürger´, der gleich jenen, die wir für kritische Journalisten hielten, offenbar auf breiter Front abgedankt und dementsprechend seine Waffen gestreckt hat. Die notorische Komplizenschaft der ´Eliten´ (Prominente aus Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, ´Intellektuelle´ und ´Volkshelden´ jeglicher Couleur) zeigte sich einmal mehr in der locker lässigen Art, mit der sie die Freiheitsberaubungen rechtfertigen und unterstützen. Nach entsprechenden Tiefpunkten konformen Verhaltens musste und muss man nicht lange suchen, man stößt nahezu täglich drauf. Nehmen sie einen Mainstream-Muffel wie den David Richard Precht, der mit seinen gedruckten Hausfrauen-Ratgebern und Küchen-Psychologismen für soliden Absatz sorgt.Man braucht Verbote,“ so Precht,“ wenn die Leute nicht hören. Wenn die Zahl derjenigen, die sich hier entpflichten und entsolidarisieren so groß wird, dann kann der Staat sich anders als mit Verboten nicht mehr helfen.Frage: was soll passieren, wenn auch Verbote nicht mehr helfen? Ob sich die Spaßbremse vom Dienst dazu auch noch äußern wird? Darf dann mit Kanonen auf freche Spatzen geschossen werden? Freilich: Zu Beginn der ´Krise´, als nicht abzusehen war, wie sich alles noch entwickeln würde, war dem Scharfrichter Precht das Klima wichtiger. Da meinte er locker lässig, dass ihn Corona nicht sonderlich interessiere, weil das ja bloß ein paar von den ganz Alten beträfe. Ist halt alles ziemlich austauschbar, feuchtet man vorher den Finger an. Wer bin ich in dieser Krise, und wenn ja wie viele? 

Solche Dutzendtypen genügen vor allem dem Zeitgeist, den sie passend bedienen, was kurzfristig immer am billigsten bleibt. Das gilt auch für den oben bereits erwähnten HerrnWelzer, der sich als ausgebildeter Sozialpsychologe ebenfalls ´weltrettend´ mit dem Phänomen Klimawandel befasst und eigentlich bis jetzt nichts anderes getan hat als ´schlau daherzureden´ (O-Ton Welzer). So auch in der Corona Krise. Den im Sommer gegen staatlich verordnete Willkür demonstrierenden Menschen sprach der Dauer-Durchblickerjede Relevanz ab und lobte stattdessen das glänzende Zusammenspiel zwischen Regierung und Bevölkerung, als hätten sich hier zwei frisch Verliebte auf der Stelle gegenseitig die Zunge in den Hals gesteckt. In Wahrheit fand, ohne große Anstrengung, fast wie von selbst, eine Art Gleichschaltung statt, passend zur Ermächtigung, die uns den ´Notstands- Absolutismus´ als Maßgabe höherer Vernunft verkaufte. Dieses Mal wurde aber nicht mehr umständlich darüber abgestimmt, wie dies seinerzeit im Reichstag noch geschah. Diese Ermächtigung kam und kommt zudem ohne echteGegnerschaft aus. Weder im Parlament noch ´draußen´ regt sich mehr als ein sporadisches Muffeln und Mosern. Es bleibt tatsächlich: ohne Relevanz. Wo sind sie nur geblieben, die Richter und Anwälte, Beamten oder Intellektuelle, die Vereine, Verbände und vor allem unsere Gewerkschaften? 

Es waren, sind und bleiben wenige Einzelne, die gegen den Strich bürsten, wie es immer eine klägliche Minderheit sein wird, die in kritischen Zeiten aufzumucken wagt, während das Gros der Volksgemeinschaft kläglich kuscht. Das denen, die nicht mitspielen, ihr mutiges ´Ich nicht!´ (Joachim Fest) heute wie damals nur Nachteile einbringt, wissen sie genau und können doch nicht anders. Ihre Gegner, brav aufgehoben in der Gemeinde höriger Mitmacher, hatten und haben überhaupt kein Problem damit, lästige Einwände mit der arroganten Geste derer, die automatisch auf der sicheren Seite stehen, abzubügeln. Das passt zum Durchschnitt, zur ´Fabrikware Mensch´ (Schopenhauer). Und stellt eine Denkfaulheit unter Beweis, die als Indiz jeden Inzidenzwert toppt. 

Lockdown oder Quarantäne zwangen uns also alle in die heimische Stube. Dort hätte Sammlung und Einkehrstattfinden können. Ungestört. Der Autor dieser Zeilen kannte sich vor einem Jahr so wenig mit dem Themenspektrum aus wie die Mehrzahl seiner MitbürgerInnen. Aber die meisten haben sich eben schnell daran gewöhnt, ihnen unangenehme, fremde Belange zu ´outsourcen´, an die vermeintlichen´Experten´: Bundesliga oder Dschungelcamp, Netflix oder der eigene Stadtgeländewagen bleiben wichtiger, wie denn der gewöhnliche Umgang mit neuen Medien pausenlos zerstreut und in Zeiten privater Abschottung offenbar umso intensiver nachwirkt, weil keinerlei Sammlung mehr stattfindet. Wenn es denn eines Beweises bedurft hätte, das digitale Demenz kein Hirngespinst ist: Corona hat ihn geliefert. Wer wägt noch ab, wer vergleicht auch nur oder prüft im Einzelfall? Sowohl im Netz als auch im Fernsehen führen ja die Panikmacher oder ´Strammsteher´ das große Wort, und es scheint fast, als habe die Mehrzahl der Konsumenten jegliches Interesse verloren, zwischen diesen Stühlen Platz zu nehmen. Kann man von den Heutigen noch erwarten, dass sie die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterschiedlicher Informationsbeschaffung umfassend nutzen und kritisch bewerten, statt sich einseitig berieseln und bevormunden zu lassen? Die Herren Drosten, Wieler oder Spahn, von Merkel, Laschet oder Söder ganz zu schweigen, bestimmen, was vom Exkurs noch übrig bleiben darf, sie legen die Sprachregeln fest, aber das macht sie nicht zu heiligen Kühen. Und die andern nicht zu Schlachtvieh, mit Verlaub. ´Außenseitern´ wie Wolfgang Wodarg oder Sucharit Bhakdi, Gerd Reuther und Claus Köhnlein, Michael Spitzbart oder Martin Schwab, allesamt gestandene und verdiente Koryphäen auf ihrem Gebiet, haftet nunmehr nahezu chronisch der Ruch des Verrats, der Verleumdung, eben: einer Verschwörung an. Derlei Automatismen kennen wir schon. Von wegen Klimaleugner und so. Die in Sache Corona zaghaft ´Abtrünnigen´, wie Streeck oder Stöhr, deren ersterer längstwieder feige ins alte Horn tutet, kommen kaum zur Geltung. Letzterer spielte, dies nur am Rande, eine fatale Rolle bei einem der früheren Versuche, Pandemien ´anzuzetteln´, während besagter Herr Wodarg dieselben damals noch verhindern half, was heute offenbar unmöglich geworden ist.War die von ihm maßgeblich vereitelte Kampagne zur Durchsetzung der Schweinegrippen-Pandemie, deren ´Slogans´ so verräterisch dem ´Corona-Sprech´ unserer Tage ähneln,eine dieser Verschwörungen?

Nun ist der wackere Wodarg längst von anderen beerbt worden. Er publiziert auch weiterhin fleißig gegen den Mainstream an, in Nischen aber, die nur der ohnehin kritischen Minderheit etwas zu sagen haben. Auch um den sogenannten Corona Ausschuss, der mit erstaunlicher Zähigkeit die liegengebliebenen bzw. beiseite gelegten Hausaufgaben der Parlamente und Gerichte erledigt, indem eraufdeckt und aufklärt, so unermüdlich wie beharrlich: schert sich keiner der Verantwortlichen. Nur ´Expertisen´, die in den Kram passen, werden pausenlos publiziert und vom ´Not-Regime´ als ´Aufhänger´ genutzt, um gnadenlos weiter machen zu können. Bis heute ist es keinem der Mainstream-Journalisten in den Sinn gekommen, nachzuhaken, nachzuforschen – nachzutreten. Die geschäftlichen Querverbindungen des Herrn Drosten böten Anlass genug,grundsätzliche Fragen zu stellen, aber was erwarten wir von Leuten, die zwecks Vergleichung nicht einmal die ihnenunliebsamen Kandidaten (s.o) zu Wort kommen zu lassen? Die sind und bleiben ´unerwünscht´ – auch das kennen wir aus der Geschichte. 

Derlei ´Selektion´ hat in diesem Land also Tradition. Unter dem Deckmäntelchen der Demokratie, in deren Namen man angeblich berichtet, wird aus dem Weg geräumt, was nicht in den Kram passt; der Rest gerät so tendenziös, das es weh tut. Wenn in Russland ein paar Tausend Menschen für den dubiosen Herrn Nawalny auf die Straße gehen, ist das, trotz Corona, die erste Meldung auf allen Kanälen. Wen kratzt schon, das zeitgleich in zig Städten Deutschlands ´Covidioten´ gleichsam zu demonstrieren versuchen, was man ihnen aber immer öfter untersagt oder erschwert, während in Österreich die abkommandierten PolizistInnen bei solcher Gelegenheit ihre Helme ablegten und sich solidarisch mit den ´Schmuddelkindern´ zeigten. Wo es um die Bewertung vermeintlicher oder tatsächlicher ´Freiheitskämpfer´ geht, zieht man besagten Herrn Nawalny allemal den HerrenSnowden oder Assange vor, deren letzterer in den Fängen der ´freien Welt´ kläglich vor die Hunde geht, während mittlerer in Putins Reich des Bösen geschützt werden muss – vor wem doch gleich? 

Schutz vor zu viel ´Notbetreuung´- derzeit ein fürwahr zweckloses Unterfangen. Wer brächte jetzt noch die immer machtgeiler durchgreifenden ´Demokraten´ zur Räson, deren Vollstrecker ganz pauschal all jene verdammen und mit dem Bannfluch belegen, die nicht den heiligen Richtschnürenfolgen? Private und öffentlich-rechtliche Sender erniedrigen sich und uns mit ´Lehrvideos´ der übelsten Sorte, indem sie etwa pausenlos zeigen, wie Ordnungsamt und Polizei ´durchgreifen´, so etwa Bußgelder verhängen, weil irgendwer ohne Maske auf einer Parkbank sitzend ´erwischt´ wurde. Denn das steht fest: diese Leute sind am Ende Schuld an allem. Daran also, dass alles nur noch schlimmer kommt. Ihr Verhalten ist, noch in der lausigsten Variante, eine Art Wehrkraftzersetzung, die im Endkampf um ein Pandemiefreies Leben geahndet werden muss. Guck mal, der da – hat keine Maske auf! Man will vor allem Gehorsam erzwingen, und schafft das in den meisten Fällen auch, weil umso gefügiger ist, wer von seinen Mitmenschen dauerhaft abgeschnitten bleibt. Die digitalen Drähte laufen derzeit heiß, aber sie laufen auch ins Leere, folgt ihnen nicht, als Kür, die analoge Pflicht. Soll heißen: selbst jene, die ausscheren, bleiben in der verfügten Isolation Kümmerlinge im Exil. Die andern sind es vorher schon gewesen: total verbrettert und vernagelt.

Derlei XXL-Kontrolle bedarf vor allem gründlicher Gehirnwäschen. Das Gefühl sagt mir dann: alles ist anders geworden. Richtiger müsste es heißen: anders gemacht worden. In der Welt der Protolebensformen, die so alt sind wie das Leben selbst, hat sich natürlich nichts Wesentliches verändert, aber genau das soll seit Anfang letzten Jahres endlich und end-gültig anders geworden sein. In anthropozentrischer Selbstvergessenheit fokussieren wir nahezu alles auf uns selbst, ein winzig kleines Virus bildet da keine Ausnahme, wie denn die analoge Selbstentfremdung, dank digitaler Dauer-Abrichtung, für kollektiven Massenkoller sehr empfänglich macht. Corona wäre demnach ein Projekt, das sich die Welt passend zurechtmacht: Ausgehend vonHalbwahrheiten, Irreführungen und Übertreibungen, die nie ohne Unterschlagung divergierender Ansätze funktionieren, läuft dann ein sauberes Räderwerk ab; täglich frisch geölt. Die im Schatten übergeordneter Interessen entstehenden Sachzwänge werden entweder propagandistisch ausgebeutet oder peinlich totgeschwiegen; je nachdem. 

So ist binnen kurzem eine verheerende Monstranz entstanden; und mit Zahlen hält man diese schadlos. Es ist, als beanspruche Corona, einer Bienenkönigin gleich, den ganzen Staat für sich, zwecks ununterbrochener Versorgung, also:zwecks Stützung ihrer blähbrünstigen Existenz. Ein solcherInsektenstaat kennt keine Entmündigung mehr, denn wo kein freier Wille ist, hat sich auch das selbstbestimmte Individuum verabschiedet. Der Entzug der Grundrechte greift auf dieser Ebene gar nicht: alles soll sich ganz von selbst verstehen.

Das tut es auch und erst Recht für die Vollstrecker selbst.Ordnungsamt und Polizei greifen neuerdings zu immer drastischeren Mitteln der Überwachung; so, wenn sie mit Hubschraubern Menschenansammlungen überfliegen oder in Kette Jagd auf Abstandssünder und Maskenmuffel machen. So funktionieren alle ´Notstands-Regime´: die Vorhut rechtstaatlicher Gewalt bekommt ganz einfach gewisseVorgaben verabreicht und muss irgendwie zusehen, wie sie die umsetzt, das heißt hier geht es gar nicht mehr um lästige Verhältnismäßigkeiten, nur noch um die optimale Exekutionimmer umfassenderer Maßnahmen, deren Hinterfragung oder Relativierung nicht zum ´Geschäft´ zählt. Man tut halt was man kann, weil es das Richtige ist; da ist dann immer auch mehr drin als verlangt. Für die Ehrgeizigsten unter den Rechtshütern wird sich irgendwann ganz von selbst eine Art Übereifer entwickeln, wie schon in den dreißiger und vierziger Jahren des hinter uns liegenden Säkulums der Typus des strebsamen, gründlich exekutierenden Beamten dafür sorgte, das alles zunehmend zügiger und reibungsloser, also: so effizient wie möglich von statten ging. In den brauen Ämtern und Behörden interessierte sich von ganz oben bis nach ganz unten niemand mehr für Menschen, nur noch für nackte Zahlen. Das Soll musste erfüllt werden, und nichts außerdem. Ganz gleich, ob es sich am Ende um Enteignungen, Einweisungen oder Ausweisungen, um Auslöschungen, Ausmerzungen oder Ausrottungen handelte: diese Beamten waren immer nur Ausführende, darauf haben sie sich bis zuletzt berufen.

Derlei Vergleich hinken, gewiss: Sie gehen aber ganzverlässlich am Stock, der doch immer derselbe bleibt. Unddecken sich im Übrigen mit den Horrorvorstellungen derer, die den Abrichtungswahn früh hellsichtig vorausgesehen haben. Marcuses ´eindimensionaler Mensch´ zeichnet sich gegenwärtig in überraschend eindeutigen, straffen Konturen ab: leicht zu beeindrucken, denkfaul und passend konditioniert, gehorsam bis in den Tod hinein. Einseitig fixiert ist dieser Mensch, in diesem Falle auf ein Virus, dessen Beschreibung auch all den Einseitigkeiten entspricht, die infolgedessen bewirkt und entsprechend verstärkt werden. Wie denn gegenwärtig offenbar besagter Typus andere, gestern noch erwünschte Spielarten, von denen eine lebendige Demokratie lebt, gebieterisch an den Rand der Gesellschaft gedrängt hat, wo sie entsprechend hilflos vegetieren. 

Hinzu kommt, dass immer mehr Künstlichkeit das tägliche, zunehmend keimfreie Leben bestimmt und beherrscht. Die resultierende Oberflächlichkeit ist durchaus erwünscht und gilt als Gebot der Stunde. Eine Art Hygienewahn macht sich breit;als rechte, vorbildliche Haltung. Dazu wiederum passt, dass wir mehr und mehr von geborgten Empfindungen und bloß vorgestellten Erlebnissen zehren. Wenn ´echte´ Kontakte per se als Risiko gelten, dann gerät jede Regung, die im Ungezwungenen wurzelt, unter Generalverdacht. Da geht gerade mehr zu Bruch, als sich auf Anhieb ahnen lässt. Ich werde in anderen Zusammenhängen darauf noch zurück kommen müssen.

Teil 2 folgt

Finanzen

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Studium der Sport-, Sozial-, und Erziehungswissenschaften an derUniversität Bielefeld. Seit 2006 Lehrer an der Gesamtschule Stieghorst,Sekundarstufe 1. Ehemals aktives SPD - Mitglied, nach Austritt keine weiteren Partei, - oder Vereinstätigkeiten.