Es ist so weit

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„Und wenn ich wüsste, das

morgen die Welt unterginge,

so würde ich doch heute ein

Apfelbäumchen pflanzen.“

Luther

„Christus spricht: in der Welt habt

Ihr Angst; aber seid getrost: ich habe

diese Welt überwunden.“

Aus dem Johannes Evangelium (16:33)

Oft fallen einem die besten, die wirklich wahren Gedanken recht unvermittelt, sozusagen: ´wie von selbst´ zu.  Sie scheinen dann also ´vom Himmel gefallen´ zu sein, doch wurzelt die Eingebung stets in der Tiefe. Sie ist nie völlig aus der Luft gegriffen, das wirkt bloß so, weil wir Heutigen eigentlich nur noch im vorrausetzungslosen Experiment funktionieren. Vieles von dem, was analogen Kulturen selbstverständlich war, mutet uns fremd an. Wir verstehen es nicht mehr. Der Mensch von Heute hat das Terra Incognita einer künstlichen Welt betreten, die angenehm scheint, tatsächlich aber auf zunehmend rücksichtslose Art und Weise über uns verfügt, indem sie jede Kleinigkeit zur ´Chefsache´ erklärt. Apps und Algorithmen hintertreiben sämtliche Entscheidungsprozesse. Was können da noch ureigenste Gedanken ausrichten? Je tiefer aber die begleitenden Einsichten gründen, umso einfacher erscheinen sie dem, der ganz bei sich geblieben ist und sie solcherart in beinahe kindlicher Ergriffenheit empfängt. Folgende, mir persönlich einleuchtende, den Hörigen verwirrend vieldeutig anmutende Aussage, gewinnt so recht und innig erst dieser Tage ihre eigentliche, ihre wahrhaftige, also: die wesentliche Bedeutung.

Lebe so, als sei jeder Tag der wirklich letzte in deinem Leben. Und ferner, als begänne mit ihm überhaupt erst das Leben…

Wann genau mir das zufiel, weiß ich gar nicht mehr. Spielt es eine Rolle? Kaum. Nicht auf Anhieb erschließt sich, was damit umfassend gemeint sein könnte. Ich selbst verstehe erst jetzt, welcher Anspruch dahinter steckt, und welche Konsequenzen er fordert. So hat alles seine Zeit.

Für diejenigen unter uns, die noch, und sei es in Resten, ihren eigenen Verstand behaupten, die also klar genug sehen, um erkennen zu können, dass sich diese Welt vor ihren Augen in einen echten Alptraum verwandelt, gilt ab sofort das Gebot zur Umkehr. Keine Ausreden mehr! Passend dazu die Einkehr, als Besinnung – als Initiation. Denn: Corona und kein Ende. Glaubt noch irgendeiner von denen, die bis jetzt alles, aber auch wirklich alles mitgemacht und mitgetragen haben ernsthaft daran, das ´es´ irgendwann – mit noch mehr mitmachen und mittragen – aufhören, also: je zu Ende gehen wird?

Nein, das wird es nicht. Ganz im Gegenteil. Sie fangen ja gerade erst an! Sie tun es nicht für euch und eure Gesundheit, für diese Leute existiert ihr gar nicht. Aber sie zählen auf euch, indem sie euch Angst machen und in ständige Geiselhaft nehmen. Ihr seid ihnen, pardon: nur nützliche Idioten. Und womöglich wundern sie sich auch, wie billig ihr zu haben, wie leicht ihr aufzuhetzen und abzurichten seid. Sie haben folglich immer weniger Skrupel, ihrer kriminellen Energie freien Lauf zu lassen. Sie zerstören Existenzen und am Ende jeden einzelnen von euch. Was denn? Das wollt ihr noch immer nicht bemerkt haben? Wie blind und eingeschüchtert, wie stumpf und empathielos seid ihr? Was tut ihr, dieser Tage, allein eurem Nachwuchs an? Durch Unterlassung oder Vehemenz.

Das passende Stichwort. Der hellsichtige Hoimar von Ditfurth brachte es in seinem denkwürdigsten, bis heute kaum verstandenen Buch konsequent auf dem Punkt. Gleich zu Beginn heißt es dort:“ Darum werden unsere Kinder die Zeitgenossen der Katastrophe sein und unsere Enkel uns verfluchen – soweit sie dazu noch alt genug werden.“ Man möchte hinzufügen: soweit sie noch wissen können, aus eigener Erfahrung, was wirklich preisgegeben bzw. zerstört wurde. Denn die Erkenntnis selbst soll getilgt, für immer ausgelöscht werden. Das derzeitige Konditionierungsprogramm läuft ja nicht zuletzt darauf hinaus, das am Ende gar nichts mehr bemerkt werden wird: dann ist der Triumph total.

Ditfurths Buch, das ein Bestseller wurde und am Ende doch nur den Zeitgeist bediente, trug den bezeichnenden Titel: ´So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Es ist soweit.´ Interessant bleibt, aus heutiger Sicht, dass in dem Werk der mittlerweile bis zum erbarmen oder erbrechen bemühte ´Klimawandel´ praktisch nicht vorkommt, hinwiederum die wahrlich besorgniserregenden übrigen Befunde, oft eher Befürchtungen, gegenwärtig kaum noch diskutiert werden.

Nun: es war so weit – damals. Seither fand, in einigen Bereichen, immerhin ein Umdenken statt. Manches erledigten glückliche Zufälle, Umstände; wie immer man es nennen mag. Einiges droht neu herauf. Im Ganzen ist uns ein Aufschub gewährt worden, der als Kredit irgendwann fällig wird – werden muss. Ausgestanden ist von alledem eben nichts. Bis heute nicht. Es darf als Symptom gewertet werden, dass eine völlig am Rad drehende Gesellschaft auf hausgemachte Hypertrophien fixiert bleibt und die eigentlichen Herausforderungen nicht mehr erkennt.

Es ist also auch jetzt wieder so weit. Womit wir nunmehr zwingend bei meiner ganz persönlichen, kleinen ´Erleuchtung´ angelangt wären, einschließlich der Zitate, die ihr frommen. Sie hat (auch) mit besagtem Alptraum zu tun, der vor neunzehn Monaten begann und nicht mehr enden will. Die meisten, wie gesagt, wähnen sich auf dem richtigen Weg, per Autopilot, aber der führt sie nur noch tiefer in die totale Abhängigkeit, mit der nunmehr rasend schnell immer mehr Anfänge gemacht werden. Wenn ich sehe, wie Menschen unterschiedlichen Alters dieser Tage bei klirrender Kälte in langen Schlangen stundenlang vor der Impfzentrale ausharren, um sich ´passend´ zur Jahreszeit, da der Körper ohnehin anfälliger denn je ist, zum nunmehr dritten Mal ein Medikament spritzen zu lassen, das noch vor kurzem niemals zugelassen worden wäre: dann packt mich einmal mehr der Grusel. Den wenigen Millionen, die hier noch immer nicht mitspielen, werden beinahe täglich immer neue, immer noch härtere Maßnahmen angedroht – und sie, die sich das stündlich neu oder in Variation anmaßen, meinen es ernst damit! Und ja: das sind erst die Anfänge. Beide Seiten – brave Mehrheit und störrische Minderheit – haben sich auf einiges und mehr einzustellen. Vor zwei Jahren hätten sie noch gemeinsam mit dem Kopf geschüttelt. Darum musste man sie voneinander trennen. Es ist vollbracht. Man hat uns voneinander getrennt.

Nahezu täglich wütet nun eine Art Psychoterror. Nicht ohne Grund. Die einen hetzt man damit auf, die andern werden eingeschüchtert. Alle aber sollen vor allem eins: Angst haben. Und wie sie die haben! Von morgens bis abends, rund um die Uhr.

Wer aus der Nummer jetzt noch raus kommen will, der kann gar nicht mehr anders, der muss auch wirklich konsequent austeigen. Er muss diese Tage, die man ihm stiehlt oder verdirbt, zunehmend wieder zu den eigenen machen, denn allein ihm gehören sie ja, niemandem sonst. Egal, wie sehr der Furor wütet: du sagst, in deinem Innern, ab sofort und dann immer wieder: NEIN! Damit sagst du JA zum eigenen Leben. Mag morgen endgültig alles den Bach runter gehen: dich wird es schon heute nicht mehr treffen, denn du bist darüber hinaus, dir machen sie keine Angst mehr, du spürst noch etwas von dem, was diese kranke Welt ins Unrecht setzt, damit hast du sie bereits überwunden, an dich also kommen sie ab sofort nicht mehr heran: sie mögen sich mühen wie sie wollen. Du hast sie überwunden – diese Welt, die sich im ewigen Ausnahmezustand gefällt.

 Lebe so, als sei jeder Tag der wirklich letzte in deinem Leben. Und ferner, als begänne mit ihm überhaupt erst das Leben…

Widerstand fängt bei jedem einzelnen an. Denn hast du diese mürbe Welt einmal so recht und gründlich in dir ausgelebt, bist du bereit für die nächste. Sie wird kommen. Sie reift und wächst dann schon in deinem Innern heran. Kein Alptraum hält ewig. Das Erwachen kommt, irgendwann.

Du und dein Apfelbäumchen: nichts anderes zählt. Das macht diesen deinen Tag, und wäre es der letzte, zum schönsten. Und ist er nicht der letzte gewesen: war jeder einzelne von diesen Tagen, die noch kommen mögen, doch keiner mehr von den alten, abgenutzten und entwerteten, die allesamt nur lauter überlebte waren. Sie verloren sich in Beliebigkeit. Keine ersten und auch keine letzten Tage waren das: nur lauter unnütz vergeudete, sinnlos verschwendete Tage. Die derzeit verordnete Angst lähmt und macht gefügig. Sie trennt den Menschen von einer Wirklichkeit, die im Wesentlichen wurzelt. Wer Angst hat, der hat schon verloren.

All dies mag denen, die noch immer nicht begreifen wollen, allzu pathetisch klingen. Ganz sicher ist es das auch. Doch gewinnt dieses Pathos eine wahrhaft beklemmende Aktualität vor dem Hintergrund dessen, was sich bereits jetzt in aller Deutlichkeit anbahnt oder abzeichnet. Ich will dies abschließend anhand der üblichen, leidig ausgereizten Analogien verdeutlichen, damit auch der letzte begreift, worum es hier wirklich geht.

Wie haben wir doch über die Jana aus Kassel gelacht. Erinnern sie sich noch? Das war im letzten Jahr, auf einer sogenannten ´Querdenker´ Demo in Hannover. Das Mädel verglich ihre Situation mit der einer Sophie Scholl. Zugegeben: auch ich hielt das für überzogen. Doch ähnelt die Pogromstimmung gegen Ungeimpfte, die sich steigernde Hetze gegen sie, die Entrechtung mittels Zwang und Nötigung durchaus Vorgängen, die in der ersten Hälfte der dreißiger Jahre etliche derer, die davon betroffen waren, in die Verzweiflung oder gleich ins Ausland trieben. Ich weiß von Menschen, die mittlerweile nachts nicht mehr schlafen können; die resignieren und psychisch völlig abgleiten. Im Grunde kommt mir die ganze Republik im speziellen, die Welt im Allgemeinen wie eine einzige geschlossene Abteilung vor. Eben: wie bei den Braunen. Und doch: hinkt der Vergleich. Denn in Wahrheit droht auf lange Sicht deutlich mehr Unheil, als die Nazis in zwölf Jahren anrichten konnten.

Wir sehen immer nur die Anfänge und kennen das Ende nicht. Mag der Schrecken der Nazizeit ungeheuerlich, manche meinen gar: singulär gewesen sein; das ändert nichts an meiner Befürchtung. Die Übergriffigkeit einer kleinen Elite ist nämlich nahezu umfassend und unangreifbar geworden. Allmächtig fast. Wohlgemerkt! Die Lemuren haben sich der Geschichte entledigt und setzen auf das Kontinuum. Ein tausendjähriges Reich? Wie altmodisch. Dahinter verbirgt sich noch der Gedanke an eine Epoche, die irgendwann einmal zu Ende geht. Der Pharma Faschismus unserer Tage geht viel weiter. Er zielt auf Entität. Er rechnet nicht mehr mit Menschen, nur noch mit Patienten. Deren Körper werden immer weiter entmündigt, und Gesundheit selbst wird zur Nebensache. Du sollst vor allem passend funktionieren. Dem entsprechen gewisse Vorgaben und Sollwerte. Sie werden von ´Experten´ festgelegt. Und regelmäßig überprüft, gegebenenfalls nachgebessert. Wir betreten hier das zwielichtige Terrain eines Transhumanismus, der keine Verschwörung ist und die Kreatur so weit entrechtet, wie es sich mit dem Projekt verträgt. Das Projekt läuft. Schleichend. Aber gründlich. Es wird weiter an Geltung gewinnen. Das zeigt sich dieser Tage. Denn, wie ich im letzten Aufsatz bereits feststellte:  mit euch kann man eh alles machen. Mit euch werden sie alles machen!

Eure Tage gehören dann nie wieder euch selbst. Denn die letzten, die ihr hattet, die habt ihr mit dem Leben, das sie euch stahlen, für immer preis gegeben. Es wird dann auch keine ersten mehr geben. Erste und letzte Tage: heben sich gegenseitig auf. Was dann noch übrig bleibt, zählt nicht mehr viel. Fällt es euch wirklich so schwer, das zu begreifen und endlich die Konsequenzen daraus zu ziehen?

…lebe so, als sei jeder Tag der wirklich letzte in deinem Leben. Und ferner, als begänne mit ihm überhaupt erst das Leben…

Fangt jetzt damit an. Schon morgen kann es zu spät sein.

Über Trdic Shanto 114 Artikel
Studium der Sport-, Sozial-, und Erziehungswissenschaften an derUniversität Bielefeld. Seit 2006 Lehrer an der Gesamtschule Stieghorst,Sekundarstufe 1. Ehemals aktives SPD - Mitglied, nach Austritt keine weiteren Partei, - oder Vereinstätigkeiten.