Frau Giffey und der Dr. Titel: Ene Mene Meck – und du (Dr.) bist weg

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Die derzeit amtierende Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen (na klar) und Jugend, Frau Dr. Giffey, ist beleidigt – und gibt sich kämpferisch.“ Wer ich bin und was ich kann,“ tönt die Dame mit dem niedlichen Stimmchen, „ist nicht abhängig von diesem Titel.“ Also ab in den Müll damit. Sie werde den Doktor im Namen künftig nicht mehr tragen, verkündete Merkels Mädchen so selbstbewusst wie selbstgerecht. Tatsächlich verrät eine ´Entscheidung´ wie diese nur den Grad der Anmaßung, den man hinter der netten Fassade einer Politkarrieristin ihrer Couleur nicht auf Anhieb vermuten möchte. Was für ein verqueres Rechtsempfinden zeigt sich hier eigentlich? Der Doktortitel als Ramschplakette, die dann ganz schnoddrig entsorgt wird, sobald sie einem peinlich geworden ist. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass es der Frau Ministerin gar nicht zusteht, so zu tun; dass es – auch für sie – Grenzen der Willkür und der Rechtsbeugung gibt, das in diesem Falle also noch immer die Universität das letzte und entscheidende Wort hat. Ob die Giffey ihr Amt ähnlich selbstherrlich führt, wie sie mit akademischen Auszeichnungen und Dokumenten umspringt? Muss schon so sein, denn wer sie ist und was sie kann ist schließlich nicht abhängig von irgendwelchen Lappalien, deren späte Last sich offenbar mit einer lässigen Handbewegung loswerden lässt, will man in der Bundeshauptstadt (als Hoffnungsträgerin wohlgemerkt!) zur regierenden Bürgermeisterin aufsteigen. Aber es ist und bleibt eben keine Kleinigkeit, wenn jemand so dreist und ausdauernd gelogen und betrogen hat wie sie. Eine wissenschaftliche Arbeit, deren Würde besagter Doktorgrad bestimmt, ist keine bloße Klassenarbeit oder Hausaufgabe, die der Lehrer seinen Schülern anschließend um die Ohren hauen kann, weil die keinen Bock drauf hatten oder wieder mal im Unterricht gepennt haben. Frau Doktor hat da wohl grundsätzlich etwas falsch verstanden. Als gewählte Volksvertreterin sollte sie aber längst begriffen haben: Derlei dreiste Schummelei ist kein Kavaliersdelikt. Sie und ihresgleichen stehen in besonderer Verantwortung, sie leisten nicht umsonst einen Eid, ihr Geschäft ist keine Spaßveranstaltung mit Wellnessgarantie.
Daher: Wer du bist und was du kannst, liebe Franziska, ist auch und gerade von diesem Titel abhängig. Kapier das mal oder halte einfach nur die Klappe. Einverstanden?


Denn dir, liebe Franzi, wird es auch künftig an nichts mangeln. Erinnern wir uns an den Freiherr zu Guttenberg oder die Frau von der Leyen. Um nur diese beiden namentlich zu erwähnen. Der eine hat seine ´Degradierung´ bis heute nicht verarbeitet und verdient im Ausland ein Vermögen, die andere brachte es durch die Hintertüre bis zur Präsidentin der europäischen Kommission. Deren Karrieren laufen also gnadenlos und unerbittlich weiter. Und morgen kräht kein Hahn mehr nach dem Mist der Vergangenheit.
 

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Über Trdic Shanto 76 Artikel
Studium der Sport-, Sozial-, und Erziehungswissenschaften an derUniversität Bielefeld. Seit 2006 Lehrer an der Gesamtschule Stieghorst,Sekundarstufe 1. Ehemals aktives SPD - Mitglied, nach Austritt keine weiteren Partei, - oder Vereinstätigkeiten.