Ist es schon wieder so weit?

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Auf die Frage eines britischen Journalisten, ob er ´sein´ Volk mittels Überzeugung auf Kurs bringen wolle oder lieber Angst als Auslöser bevorzuge, antwortete Josef Stalin ohne zu zögern:“ Angst. Überzeugungen ändern sich. Die Angst bleibt.“

In der Tat: sie ändern sich. Im Sommer gaben die meisten derer, denen der schnelle Piks in doppelter Ausführung verabreicht wurde, sowas von abgeklärt zu Protokoll, sie machten das eigentlich nur noch, um wieder ohne Probleme ´reisen´ zu können, um überhaupt ihre ´Freiheiten´ zurück zu bekommen (hatte man ihnen welche vorenthalten?) – um aus der ganzen lästigen Nummer wieder raus zu kommen. Von Gesundheit war keine Rede mehr. Im Oktober wurde dementsprechend ein weiteres Mal Entwarnung gegeben. Unisono versicherte man der Öffentlichkeit, über sämtliche Parteigrenzen hinweg: Corona, damit sind wir spätestens im nächsten Frühjahr durch. Da so viele BürgerInnen mittlerweile ´vollständig´ (!) geimpft seien (die Zahlen variierten allerdings), spiele die lästige Inzidenz keine nennenswerte Rolle mehr (sie bricht ihre eigenen, kaum für möglich gehaltenen Rekordmarken mittlerweile täglich). Bei der Hospitalisierung müsse nunmehr ´etwas´ genau hingesehen werden, doch bestünde aufgrund des erzielten ´Impferfolges´ kaum Grund zur Sorge, hier  habe man im Übrigen „aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt“. Das meinte Jens Spahn auch schon im Oktober des letzten Jahres, weshalb es definitiv keinen Lockdown mehr geben werde (es folgte einer von fast halbjähriger Dauer). Begründung damals: man wisse längst bestens über das Virus Bescheid. Der noch amtierende Bundesgesundheitsminister salbte seinen baldigen Abgang jüngst mit einem weiteren Fettnäpfchen. Die ´nationale Tragweite´ sei erledigt. Hey, Leute: willkommen in neuen/alten Normal! Keine vier Wochen später forderte Spahn dann alle doppelt Gepiksten dazu auf, sich schleunigst ´boostern´ zu lassen. Klar – der weiß Bescheid. Ein für allemal. Galt und gilt auch für das ganze Team, deren ´Cracks´ Impfzentren auflösten und kostenlose Schnelltests abschafften, um nur Wochen später wieder alles rückgängig zu machen.

Die ´Bescheide´ kamen und kommen also, bis heute, aufs Geratewohl heraus. Hatte die maßgeblich am ´Krisenmanagement´ beteiligte Politprominenz noch im März des vergangenen Jahres annähernd gleichlautend verkündet, Corona sei mit einem leichten Schnupfen, also: einer typischen, eher milden Erkältung zu vergleichen (so auch der ´Erfinder´ des C-Tests, der dubiose Drosten), mutierte Covid19 dann binnen weniger Wochen zum Killervirus. Die Söder, Merkel, Spahn und Scholz, und wer als ´verantwortlicher´ Politiker noch Verordnungen erließ: sie alle versicherten mehrfach, bis zuletzt, dass es niemals eine Impfpflicht geben werde. Die Bundesregierung löschte nun ohne weiteren Kommentar ihr Nein zur Impfpflicht von der offiziellen Website (O-Ton: Wird es eine gesetzliche Impfpflicht geben? NEIN – Es wird keine Impfpflicht geben). Erinnert: wer damals von einer drohenden Impfpflicht sprach galt als übler, querdenkender Verschwörungstheoretiker. Zuletzt war von einem ´Freedom Day´ die Rede (wer ermächtigt, ja erdreistet sich, dem Volk einen solchen Tag in Aussicht zu stellen?) und dergleichen – wie nennt man es? – Schwurbel mehr.

Dies alles haben die Menschen den Panikmachern, an deren Lippen sie jetzt mehr denn je hängen, ganz brav geglaubt. Aber Meinungen – von Überzeugungen wollen wir nicht länger lügen –  ändern sich. Ständig. In Rekordgeschwindigkeit. Das taten sie seit Anfang 2020 in so hektischer Folge, dass einen nachträglich der Schwindel packt. Im Ergebnis ist auch alles: reiner Schwindel. Sind die alle fremdgesteuert? Gott bewahre – nur keine weiteren Verschwörungstheorien. Dummheit dann? Schlechtes Timing?

Es stellt sich wohl eher die Frage, warum die Menschen da draußen auch weiterhin alles glauben, was ihnen von Experten und Politikern mittels wohlmeinender Beratung oder einschüchternder Belehrung verkündet wird. Letzteres dann aber bis zum Anschlag, bis zum Exzess. Die derzeitige Schock Strategie wirkt. Bergamo lässt grüßen. Der Intensivbetten-Horror, den Walter van Rossum in vorbildlicher Fleißarbeit soeben entlarvt und mittels unbestechlicher Daten geradezu ad absurdum geführt hat, versetzt dieselben Leute in Angst und Panik, die heute dies, morgen das – übermorgen schon wieder etwas anderes glauben. Immer wieder dasselbe, und ständig sein Gegenteil, wohlgemerkt! In zeitlicher Versetzung – das hilft beim vergessen. Mal lässt sich das Publikum gönnerhaft beruhigen, dann wieder gewaltig ins Schwitzen bringen. Geht nicht? Geht schon. Pünktlich zum Maßnahmenterror taucht denn auch das nächste Killervirus auf: die neue, noch ansteckendere, tückischer denn je wütende Variante aus Südafrika, von der die ExpertInnen, kaum haben sie das Biest unter dem Mikroskop ´dingfest´ gemacht, schon so viel wissen, dass sie euch damit zusätzlich die Hölle heiß machen können. Verbandsexekutor Montgomery verkündete denn auch vorauseilend, Omikron sei „gefährlicher als Ebola.“ Zwar kam diesbezüglich schnell Entwarnung, doch focht das den drögen Drosten überhaupt nicht an, der diesbezüglich weiterhin auf Panik setzt. Frage an alle, die sich derlei ´Agitprop´ im Zustand dauernder Erregung oder Beklemmung anhören: An welchen Fäden baumelt ihr eigentlich? Gibt man euch Entwarnung: seid ihr sowas von dankbar. Macht man euch dann richtig Angst: werdet ihr gefügig wie ein dressierter Schäferhund. Mit EUCH kann man also wirklich ALLES machen! Hat es sich je deutlicher gezeigt als dieser Tage?

In einem solchen Klima wird zunehmend möglich, was bis vor kurzem noch für unmöglich gehalten wurde. In der benachbarten Alpenrepublik etwa. Dort findet bereits eine Art Modellversuch statt. Hier dürfte sich demnächst in aller Deutlichkeit zeigen, was man mit denen zu tun gedenkt, die immer noch nicht im erwünschten Sinne mitmachen. Für den 01.02 2022 hat man dort die allgemeine Impfpflicht ´anberaumt´ – zu Deutsch: angedroht. Dahinter verbirgt sich ein leicht zu durchschauendes Kalkül. Der Gesetzgeber zündet, zeitversetzt, drei einander bedingende ´Eskalationsstufen´. Bis zum ´Stichtag´ werden sich noch einmal die gründlich Eingeschüchterten, Testmüden und Ausgabengeplagten in den entsprechenden Impfzentren und Arztpraxen ´einfinden´. Der dann deutlich geschrumpfte Rest Impfunwilliger wird – Stufe Zwei – mittels zusätzlicher Repressalien weiter in die Enge getrieben und mürbe gemacht. Da ist schon jetzt von horrenden Bußgeldern, Führerscheinentzug, Aberkennung des Versicherungsschutzes, Hausarrest und derlei weiteren ´Unannehmlichkeiten´ (so nennen sie es tatsächlich) die vorauseilende Rede. Das alles auszuhalten ohne aufzugeben: werden nur die wenigsten schaffen. Stufe Drei: mit den paar Leutchen, die jetzt noch übrig geblieben sind, machen wir kurzen Prozess – es sind so wenige, das fällt schon keinem mehr auf…

Auch die vielen Ungereimtheiten und Unregelmäßigkeiten, Lügen und Halbwahrheiten hat man damit ganz bequem aus der Welt geschafft. Es bringt wohl nichts, den vor allem vom Corona Ausschuss in akribischer Kleinarbeit zusammen getragenen, wahrlich alarmierenden Katalog an Befunden zu rekapitulieren, indem ich das Wesentliche davon an dieser Stelle noch einmal für all jene zusammenfasse, die sich bis jetzt besagter Bagage (s.o) anvertrauten, weil sie dem begleitenden Narrativ noch immer nicht misstrauen. Was denn – noch immer nicht? Ganz ehrlich liebe Leute: ich bin es leid – ich habe es grenzenlos satt! Ihr hattet fast zwanzig (!) Monate Zeit, euch in diese Materie einzuarbeiten, euch eine eigene (!) Meinung zu bilden – um dann nahezu zwangsläufig dahinter zu kommen, das hier nichts, aber auch wirklich gar nichts mehr stimmt: einfach nicht stimmen kann, weil nichts mehr wirklich zusammen passt. Politiker und Experten haben gerade damit kein Problem: ihr glaubt ihnen ja eh alles zur je passenden (Un)Zeit. Sie haben euch im Übrigen schon genau da, wo sie euch von Anfang an haben wollten: treu an ihrer Seite. Der eingangs zitierte Stalin kannte den begleitenden Zusammenhang, er war kein Idiot.“ Gedanken sind mächtiger als Waffen. Wir erlauben es unseren Bürgern nicht, Waffen zu tragen: warum sollten wir es ihnen erlauben, selbständig zu denken?“ Der mittlerweile vollständig in Vergessenheit geratene Max Frisch meinte einmal, das Feindbilder nicht unbedingt die Ursache für einen Krieg seien,“ aber sie erleichtern das Marschieren.“ In eine Richtung  – auf ein Ziel hin. Dwight D. Eisenhower, der schon zu Beginn der sechziger Jahre in seiner Abschiedsrede so eindringlich wie einleuchtend vor den Gefahren des militärisch-industriellen Komplexes warnte (noch so ein Verschwörungstheoretiker) wusste:“ Die Jagd nach dem Sündenbock ist die einfachste.“

Sündenböcke – also die Ungeimpften. Denen man wirklich fast alles zutraut. Sie treiben die Inzidenzen durch die Decke, schubsen Krebspatienten vom Intensivbett, sind ein Fall für den Irrenarzt oder das Räumungskommando, und überhaupt: legen diese paar Hanseln jetzt mal so richtig das ganze Land lahm. Wird schon keiner merken, dass sich auch und gerade hier die notorisch behauptete, absolute Aussage gerade als solche schon im Ansatz total ad absurdum führt. Die Ungeimpften (was für ein Wort) sind unser Unglück! Egal, ob du sie aus dem öffentlichen Leben entfernst, aus der Arbeit ekelst oder dem gerechten Volkszorn auslieferst: sie können es – noch immer! – nicht lassen. Es kriselt und kriselt, weil ein lausig kleiner Haufen Unbelehrbarer den großen Endsieg gegen ein weltweit wütendes Killervirus verhindert: wahrlich eine neue Dolchstoßlegende! Quotenquacksalber Eckart von Hirschhausen, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen für die Ramschtaugliche Präsentation leichtverständlicher Hausfrauenratgeber in Stile der Apothekenumschau zuständig, hat die Ungeimpften schon im Sommer, als es noch halbwegs lustig und locker im Lande zuging, vorsorglich als ´asoziale Trittbrettfahrer´ bezeichnet. Damals freilich dominierte meistenteils der Tenor Besorgnis-schwangerer, leidig entgegen kommender Pädagogik. Wie kann man die ´Zweifler´ abholen, überzeugen – aufklären? Unerträglich. Jene, die ihre Informationen aus dem gebühren, – oder Anzeigenfinanzierten Fernsehen bezogen, um sich dann, sowas von abgeklärt und durcherzogen, den flotten Piks für ein paar Gutscheine ´abzuholen´, meinten ab sofort nachplappern zu müssen, das sich´s ausgerechnet die Ungeimpften ´zu leicht machen´. Aber dafür büßen die ja jetzt. Richtig so! Und noch lange nicht richtig genug. Denn diese ´Bekloppten´ (Ex-Bundespräsident Gauck) ´gefährden uns alle´ (Jetzt-Bundespräsident Steinmeier) – wohlgemerkt! EUCH alle. Steinmeier deutete auch an, dass seine Geduld langsam am Ende sei. Ähnliches verkündete schon einmal ein ranghoher Minister, im Berliner Sportpalast, auch vor großer Menge, aber der kam dabei natürlich weniger nett und besorgt rüber als die Eule vom Dienst. ´Das freche Lügenmaul´ wird denen, die anders berichten als erwünscht, jetzt wieder auf allen Kanälen ´zugestopft´ – weggelöscht. Um noch kurz bei derlei ´unerlaubten´ Analogien zu verharren: die Impfung selbst, auf die ja, laut Auskunft der Eliten, alles hinausläuft, weil – nach deren Willen – möglichst keiner dran vorbei kommen soll, ist im Grunde eine Art End-Lösung der Corona-Frage. So hat das ja auch der nette Bill Gates gemeint, als er davon sprach, dass sieben Milliarden Menschen komplett durch zu impfen seien. Derlei ´Absolutismen´ markieren den Größenwahn derer, die gern im Gewande eines Erlösers daher kommen – galt dies nicht auch von den ´bösen alten Männern´ des 20. Jahrhunderts, derer weltbeglückende Wahnvorstellungen am Ende Millionen von Menschen das Leben kosteten? Freilich: folgten ihnen auch Millionen; in seltsam anmutender Selbstvergessenheit. Derzeit hängen sie wie Junkies an der Nadel. Und belagern wieder die frisch aus dem Boden gestampften Impfzentren, um sich den erlösenden Booster verpassen zu lassen. Da stehen sie dann: Stundenlang. Brav in Reih und Glied. Bei klirrender Kälte. Wahrlich: wie die Gespenster. Mit denen kann man wirklich alles machen.

Ausgerechnet der Verfassungsschutz warnte nun, weil nahezu zwingend mit noch härteren staatlichen Eingriffen in das öffentliche und private Leben zu rechnen sei, vor einer Radikalisierung der Coronakritiker. Denn: die vierte Welle schwappt über! Hat sich der Verfassungsschutz in der kritischen Prüfung bisheriger ´Pandemiemaßnahmen´ bis heute auch nur ansatzweise irgendwie bemüht oder bewährt, beeilt oder besonnen? Nach oben buckeln – nach unten treten. Unter dem Vorwand, es könne eine Gefahr von Ihnen ausgehen, werden Dissidenten schon vorab zu Tätern erklärt: der Rest ist nur noch Formsache.

Eine blitzsaubere Bürokratie erleichtert das Geschäft. Und sorgt für Ordnung. Früher bedurfte es in ganz Deutschland eines sogenannten Ariernachweises, um die in der Verfassung festgeschriebenen und garantierten Bürgerrechte in Anspruch nehmen zu dürfen, zu denen auch und gerade das Recht auf Arbeit zählte. Mit diesem Stück Papier, dessen Gültigkeit bzw. Berechtigung ausdrücklich wissenschaftlich (!) begründet wurde, begann (!) hierzulande die Ausgrenzung sämtlicher ´Nichtarier´. Der ´Ahnenschein´ regelte, als Zugangsvoraussetzung, den öffentlichen Verkehr und konnte durch nichts widerlegt werden. Der PCR Test des Herrn Drosten, über dessen ´Wissenschaftlichkeit´ im Frühling nächsten Jahres auf Betreiben des Juristen Füllmich in Amerika und Kanada verhandelt wird, hat längst dieselbe ´Durchschlagskraft´. Freilich: taugt auch er NICHTS. Es wird wohl alles davon abhängen, ob mittels unabhängiger Untersuchungsausschüsse endgültig belegt werden kann, was tatsächlich auf jeder Verpackung steht und als simple Verbraucherinformation recht eigentlich sämtliche dieser Tests komplett widerlegt – und damit auch den ganzen darauf aufbauenden, sich unsäglich türmenden, wahrhaft kolossal-verbrecherischen Irrsinn, der weltweit in unterschiedlicher Ausprägung seit bald zwei Jahren tobt. Das digitale Covid19 Zertifikat (grüner Pass) hat den Test längst an Bedeutung überboten, doch bleibt dieser, formaljuristisch, das Fundament von allem.

Impfung und Testung regeln, gilt man nicht als Genesen, den Zugang zur Volksgemeinschaft. Die ultimativen Eintrittsvisa unterliegen unterschiedlich engen Verfallsdaten. Soll heißen: du musst dir deine Zugehörigkeit fortan in regelmäßig widerkehrenden Abständen, mittels Stich oder Abstrich, ´zurückverdienen´. Daran wird denn auch verdient – wie noch nie. Aus der Nummer kommen wir nicht mehr heraus. Impfen oder testen – sonst bist du nur noch ´geduldet´ im ´Gehäuse der Hörigkeit´ (Max Weber). 19 Monate Corona-Ausnahmezustand haben, wiewohl die Intensität des je Verordneten variierte, zu einer schleichenden Konditionierung geführt. Man hat die Leute an den begleitenden Maßnahmen, – und Vollzugskanon gewöhnt, sie haben ihn akzeptiert und verdaut. Er ist ihnen also in Fleisch und Blut übergegangen. Wie die Probanden in Milgrams berühmten Experiment, sind sie aufgrund der Angleichung – über das Mitmachen – nicht mehr selbständig in der Lage, auszusteigen; der Versuchsanordnung zu widerstehen. Sie glauben an die Sinnhaftigkeit des Geschehens und sehen die Bestrafung derer, die nicht richtig antworten (hier: die Impfe verweigern), als zwangsläufig an. Sie wird gedeckt durch die Autorität des Wissenschaftlers, der hinter der Eskalation steckt. Er legitimiert sie; auf Nachfrage oder durch ständiges dazwischen plappern (Medienterror). Dabei unterscheiden sich unsere Testpersonen von denen Milgrams insofern, als das sie infolge zahlreicher sie selbst betreffender Ereignisse (Lockdowns, Kontaktsperren, ökonomische Folgen u.v.m) sogar einen sehr greifbaren Bezug zu denen entwickeln, die als konkrete Individuen unsichtbar bleiben. Hier setzt die Schuldzuweisung ein, die bei Milgram überhaupt keine Rolle spielt. Hier ist sie, auch im Unterschied zum Juden als Sündenbock, virulent. Wer von den damaligen Deutschen konnte schon etwas mit Hitlers abstrusen, billigen Groschenheftchen entnommenen Antisemitismen anfangen?

Die Geschichte lehrt, dass von den wirklich bösen Menschen nie die eigentliche Gefahr ausging. Sie waren immer viel zu wenige, doch lagen sie ständig auf der Lauer. Bekamen sie dann den Fuß in die Tür, wie es so schön heißt, brauchten sie vor allem jede Menge Mittäter. Aber auch das reichte noch nicht aus. Denn da fehlte noch ´etwas´ – das große Etwas nämlich. Den wesentlichen oder eigentlichen, den wirklich unentbehrlichen, weil tatsächlich letzten und entscheiden Ausschlag gab der Faktor: Masse = Mensch. Denn nichts, aber auch wirklich gar nichts ging oder lief, zündete oder klappte so richtig ohne die breite Masse der Mitmacher, deren meiste auch wirklich nur mitmachten, indem sie entweder alles folgsam über sich ergehen ließen oder, hier gehen die Zahlen auseinander, den Mittätern unterstützend ´zur Hand gingen´. Es muss schon ein ganzes Volk voll drauf sein und mittun, indem es wahlweise wegschaut oder mit dem ausgestreckten Finger droht, den Lemuren nach dem Maul redet oder in seltsamer Verblendung nach mehr schreit: ohne funktioniert kein Totalitarismus. Daran wird sich niemals etwas ändern. Einmal mehr zeigt sich, dass Parteien und Verbände, Kirchen und Vereine, Gruppen jeglicher Ausrichtung: verlässlich versagen. Übrig bleiben Einzelne, Wenige – Geächtete. Die macht man dann so lange fertig, bis sie fix verschwunden sind.

Weiland Joseph Goebbels sinnierte in den dreißiger Jahren vor versammeltem Publikum darüber, was man denn nun mit den armen Juden anfangen solle: ´sie müssen doch irgendwo hin.´ Ich gebe diese Rede aus dem Gedächtnis wieder, da ich sie im Netz leider nirgends mehr finde. Der Propagandaminister sprach die meiste Zeit in der ihm eigenen, mitunter galanten, alles andere als ´lauthalsen´, dezent feinsinnigen Art über ein Problem, dessen ´Lösung´ bekanntlich das Ende einer ziemlich falsch und schief gelaufenen Geschichte markiert. Dergleichen fing für Goebbels damals schon im Freizeitbereich (sic!) an. So erklärte er, das man ihnen (den Juden) durchaus eigene Schwimmbäder zubillige, vielleicht ´nicht die besten, eher die schlechten´ (ziemliches Gelächter). Sie sollten sich, so der Scharfmacher der Nazis, ganz bewusst in Sicherheit wiegen und, getäuscht durch scheinbar harmlose Verordnungen und Erlasse (Bsp. Freizeit) zu dem Schluss kommen:´ Na, so schlimm wird´s schon nicht kommen´ (Heiterkeit). Man dürfe eben nicht gleich alles auf einmal sagen von dem, was man noch mit ihnen vor hätte. Der Führer habe soeben in einer glänzenden Rede vor dem Ausland erklärt, dass man im Anschluss an die Nürnberger Gesetze hoffe, nun endlich ein verträgliches Auskommen mit den Juden erreicht zu haben. Dann griff der Minister für Propaganda und Volksaufklärung dieselben noch einmal direkt an. Man werde, so verkündete er mit gellender, spitz auftrumpfender Stimme, diesen Juden noch solange zusetzen, bis sie wieder ´bettelarm im Ghetto´ säßen (Riesenapplaus). Und er wiederholte, nun wieder sehr ruhig und gefasst, das man, nach außen, niemals alles verraten dürfe: ´sie müssen das immer offen lassen.´

Über Trdic Shanto 114 Artikel
Studium der Sport-, Sozial-, und Erziehungswissenschaften an derUniversität Bielefeld. Seit 2006 Lehrer an der Gesamtschule Stieghorst,Sekundarstufe 1. Ehemals aktives SPD - Mitglied, nach Austritt keine weiteren Partei, - oder Vereinstätigkeiten.