Mutmachende Worte in Zeiten der Krise

Blumen, Foto: Stefan Groß

Jetzt ist es tatsächlich spürbar, das gesellschaftliche Burnout, von dem ich in den letzten Jahren immer wieder geschrieben habe. Es ist die natürliche Konsequenz aus all den Jahren an Raubbau, den wir an der Erde und auch an uns selbst ausführen. Die Lunge der Erde wird seit Jahrzehnten massiv geschwächt, der Amazonas hemmungslos gerodet. Gleichzeitig scheint sich ein Virus zu verbreiten, der ebenso gezielt die Lunge des Menschen “schwächt”. Hm, das könnte einen zum Nachdenken bringen.

In all der Unruhe, die momentan um sich greift, scheint sich aber das Neue schon (auch wenn ganz klein) anzukündigen. Wo Schatten ist, ist auch immer Licht.
Was passiert gerade? Die Menschen (außer jene, die im Gesundheitswesen tätig sind) werden mehr oder weniger gezwungen, runter zu kommen, auszusteigen aus dem täglichen Stress und der Hektik. Dinge die vorher “so wichtig” waren, verlieren plötzlich an Bedeutung. Wir reduzieren uns gerade wieder, erinnern uns an das Wesentliche.

Im Grunde ist es wie ein kollektives Burnout, das sich hier annähert. Und wir wissen in diesem “Symptom” liegt eine unglaubliche Heilungschance. Ein Burnout wird der Yin Qualität zugeordnet. Auch wenn das Yin in diesem Fall nicht in erlöster Form gelebt wird. Aber es ist zumindest ein Anfang.
Im Yin reduzieren wir, erinnern uns daran, dass ständiges (Wirtschafts)-Wachstum absolut unmöglich ist und immer auf Kosten anderer gehen muss. Wir erinnern uns, dass ein immer schneller, immer höher, immer besser nicht der richtige Weg sein kann. Wir erinnern uns an die Werte in unseren Familien und im Miteinander.

Ich spüre eine große Erleichterung bei den Kindern und Jugendlichen – der Schulstress, der gerade volle Fahrt angenommen hat, reduziert sich auf ein Minimum. Hat es vorhin unglaubliches Aufsehen erregt, wenn ich meine Kinder einen Tag aus der Schule genommen habe, ist jetzt von heute auf morgen alles möglich. Ich wollte eigentlich schon immer Home-Schooling machen, jetzt ist es da. Der Schulstress fällt jetzt mal fürs Erste weg. Natürlich werden gerade viele Eltern gefordert. Das ist mir bewusst. Aber auch hier werden Lösungen gefunden werden.
Viele sitzen in Quarantäne und werden gezwungen, mit sich zu sein, auch einmal alleine zu sein. Wir befinden uns im Jahr des Mondes: Wenn wir es nicht freiwillig tun, werden wir eben “gezwungen”, uns mit unseren Gefühlen, unseren Schattenthemen, unserem Innenleben auseinanderzusetzen.

Und gleichzeitig, in all dem “Schatten” ist das Licht zu spüren.
Es wird ruhiger, langsamer, es wird entschleunigt. Die CO2 Emissionen in China nehmen aufgrund der momentanen Umstände gerade massiv ab. Delfine werden in den Häfen Italiens gesichtet, da die Schiffsfahrt brach liegt. Die Erde atmet auf.

Mein Mitgefühl ist bei all den Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen oder anderen Umständen Angst verspüren, Bangen um ihre Liebsten. Dennoch möchte ich Mut machende Worte an alle richten: Nützen wir diese Krise, um daraus zu lernen, uns zu besinnen, eine neue Form des Zusammenlebens zu kreieren. Tief im Herzen spüre ich und ganz sicher auch du, dass dieser Wandel geschehen muss. Wir werden wachgerüttelt und aus der Bahn geworfen. Genau das braucht es, um Neues entstehen zu lassen. Wie auch immer dieses Neue aussehen wird, jetzt heißt es erstmal Innezuhalten, Nachzuspüren, mehr Zeit in der Familie zu verbringen, und die Ruhe in all der Aufregung rundherum auch zu nützen.

– Tanja Draxler

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Tanja Draxler
Über Tanja Draxler 5 Artikel
Tanja Draxler ist Impulsgeberin und Autorin. Sie ermutigt, die eigene Wahrheit zu leben. Sie steht für eine moderne Form eines achtsamen Lebensstils, der im Einklang mit dem inneren Rhythmus gelebt wird. Sie zeigt in ihrem Podcast, in Radio- und TV Auftritten, in Vorträgen & Seminaren, wie es möglich ist, trotz der täglichen Anforderungen ein selbstbestimmtes und bewusstes Leben zu führen. www.tanjadraxler.com