Sorgen um den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag

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Noch bis vor wenigen Wochen waren die Nachrichten bezüglich des neuen Glückspielvertrags relativ positiv und ausgeglichen. Immerhin schienen sich alle Parteien mehr oder minder einig zu sein, im März die letzten Aspekte auszumerzen um für den Übergang im Sommer 2021, wenn der aktuelle Interimsvertag enden wird, gewappnet zu sein. Ob der aktuellen Dynamiken rund um den Coronavirus aber scheinen sich Zweifel eingeschlichen zu haben. Woran hakt es momentan?

Die aktuellen Standpunkte

Auch wenn das meiste bereits in trockenen Tüchern zu sein scheint, es gibt immer noch einige Bereiche die dringend nachgebessert werden müssen. Aber der Reihe nach:

Neben der Genehmigung der Glücksspielbestimmungen haben die deutschen Gesetzgeber den Standort der neuen Regulierungsbehörde des Landes festgelegt, dass der jeweilige deutsche Landtag dem Gesetzentwurf zum Glücksspielneuregerechtigkeitsvertrag (GlüNeuRStv) erst noch genehmigen muss, mit dem der regulierte und virtuelle Glücksspielmarkt in die Online-Wettzone gebracht werden kann.

Obwohl Online-Poker, Sportwetten und anderen Spielen im Online Casino erlaubt sind, werden sie unter verschiedenen Bedingungen angeboten. Bei Sportwetten beschränken sich diese Live-Wetten auf Märkte mit dem Endergebnis oder dem nächsten Torschützen. Auf der anderen Seite unterliegen Online Slots einem Limit von 1 € pro Spin-Einsatz und müssen separat für Tischspiele ohne Autoplay-Funktion und ohne Jackpots angeboten werden. Hier kommt das sogenannte Social Gaming ins Spiel, bei dem man komplett ohne Geldeinsatz spielt. Allerdings gibt es auch hier Hürden, wie später noch erläutert wird.

Darüber hinaus bleibt das obligatorische Einzahlungslimit von 1000 € für alle Anbieter, die zuerst in den Drittstaatsvertrag aufgenommen wurden, in Kraft. Außerdem dürfen die Betreiber zwischen 6 Uhr morgens und 21 Uhr abends keine Werbung schalten. Vor Inkrafttreten des GlüNeuRStV bleibt der aktuelle Staatsvertrag in Kraft, der den Markt bis zum 30. Juni nächsten Jahres auf Online-Wetten beschränkt. Jedoch werden bereits jetzt Stimmen laut, die fordern, diesen Vertrag erst noch zu verlängern, bevor es in die kommenden Verhandlungen geht, auch um Zeit zu gewinnen. Trotz der von einigen als sehr hart empfundenen Bedingungen werden die neuen Gesetze allgemeinhin positiv bewertet. Als eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt hat die neu regulierte deutsche Industrie das Potenzial, ein Kraftpaket für das globale Online-Gaming zu werden und somit den Ton in Europa anzugeben.



Nicht genug zum Schutz getan?

Eines der Hauptargumente der Kritiker dreht sich fraglos um den Schutz beim Besuch im Online Casino. Denn noch ist nur wenig darüber bekannt, wie der allgemeine Schutz für die Jugend und für Spielsüchtige aussehen soll, sobald erstmal alle Lizenzen verteilt wurden. Denn die bereits erwähnten 1000 € als Maximalsumme die monatlich eingesetzt werden können, sind immer noch eine viel zu hohe Summe, um Spieler wirklich effektiv abzuschrecken und so für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Prävention hat auch jetzt immer noch den allerhöchsten Stellenwert in der Politik und sollte daher auch von der Wirtschaft aufgegriffen werden. Ein relevanter Aspekt hier ist das Social Gaming. Dies besagt, dass man alle Arten an Casino Spielen komplett ohne Geldeinsatz ausprobieren kann. In den Augen der Gesetzeshüter aber scheint dies lediglich eine Art Einstiegsplattform zu sein, um Spielern das Leben im Online Casino schmackhaft zu machen. Auch hier sind noch dringend Veränderungen notwendig, um eine faire Plattform für alle Anbieter zu schaffen.

Fürsprecher des neuen Gesetzes

Es ist jedoch nicht so, dass alle Menschen komplett gegen diesen neuen Glücksspiel-Staatsvertrag sind. Denn die Vorteile liegen noch immer auf der Hand, vor allem wenn man sie mit anderen Ländern vergleicht, in denen es schon seit Jahren geltende Regelungen diesbezüglich gibt. Einer der Hauptvorteile dieser Änderung liegt in der neugewonnenen Sicherheit des Verbrauchers. Wie bereits erwähnt, ist das Online-Glücksspiel in einigen Ländern eine Grauzone, auch in Deutschland. Die Regierung, die offiziell einspringt, um die Umwelt zu regulieren, stellt sicher, dass die Menschen viele verschiedene Casinos sicher ausprobieren können. Vertrauen in eine Plattform kann erst dann manifestiert werden, wenn man weiß, dass die Anbieter reguliert sind. Dies ist bislang noch nicht ausreichend geschehen, sollte aber durch den neuen Vertrag endlich Realität werden.

Zusammengefasst: auch wenn noch einiges im Argen liegt, der neue Glücksspiel-Staatsvertrag wird einiges leichter und vieles offensichtlicher machen. Zwar ist man aktuell noch nicht so weit zu sagen, dass man das Stichdatum 1.Juli 2021 einhalten kann, aber man ist guter Dinge, dass sich die Politik und die Wirtschaft in diesen schwierigen Zeiten in Europa am Ende finden werden.

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