Vom Drewermann zum Guttenberg

Einige flüchtige und freie, kurz und knapp referierte Gedanken über den Islam, Gott und die Welt; sprunghaft in der Sache, ironisch in Ton und Gebärde

„Wer aber Beleidigungen in Geduld erträgt und verzeiht,
der tut ein notwendiges Werk (von Allah beschlossenes Ding).“
Zitat aus dem Koran

Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter
der Kritik, der sich alles unterwerfen muss.
Kant

Können sie sich noch an Eugen Drewermann erinnern? Richtig, den kennen wir doch. Das war dieser nette, etwas linkisch wirkende Onkel von nebenan, meist in eine spießige Strickjacke gehüllt, wie das scheue Schaf in weiche Wolle, und so kam er auch ständig rüber: im Grunde völlig harmlos, wiewohl ganz fest und unbeirrt in seinen Ansichten, die er auch heute mit Nachdruck vertritt, ohne das ihn noch irgendwer ernstlich zur Kenntnis nähme. In seiner ruhigen, nachdenklichen Art glich Drewermann dem chronisch zerstreuten, etwas unbeholfen agierenden Professorentypus, wiewohl er in der Hauptsache ein echter Seelsorger war, den es eher zufällig in Talk-Shows oder auf lärmende Marktplätze verschlug. Entsprechend einsam, hilflos und verloren wirkte er dann. Man mochte sich diesen human gestimmten ´Gutmenschen´ eher in der spießigen Dorfgemeinde vorstellen, im öden Dunstkreis brav-biederer Bibelstunden oder sonstiger Erbauungsseminare als in der lauten Arena öffentlicher Selbstzerfleischung. Als Kritiker der Institution Kirche parlierte er stets sonor und sinnig, ohne einen Anflug von Humor oder Ironie, und wenn seine Gewissheiten auch spröde und altbacken rüber kamen (wer hörte einem solchen Langweiler heute noch zu?) so machte er dennoch eine Weile lang publikumswirksam von sich reden, und zwar vornehmlich als Kritiker der Institution Kirche, deren Praxis und Selbstverständnis er mutig hinterfragte.
Kirchenkritik. Das ist in Deutschland längst etwas so Selbstverständliches, ja Banales geworden, das zuletzt schon ein Skandal um Missbrauchsopfer kommen musste, um auf diesem Felde überhaupt noch einmal die sensationsgeilen Gemüter wenigstens kurzfristig erhitzen zu können. Das Kirchenkritik immer auch Kritik der religiösen Erbauung ist, die der Einrichtung das Fundament bietet, versteht sich von selbst und wird von niemanden ernstlich bestritten. Keiner regt sich über diese Art der Auseinandersetzung auf, niemand fühlt sich verletzt oder beleidigt, keiner hegt Rachegelüste, niemand, der nach Vergeltung schreit. Der Kampf Kirche contra Welt (vereinfacht formuliert) kann in Europa auf eine denkbar alte, dauernd dynamisch verlaufene Entwicklung zurückblicken, hat also Tradition und doch leitete erst die frühe Aufklärung jenen irreversiblen Prozess ein, der einer totalen, umfassenden Säkularisierung vorarbeitete, an die sich auf dem Kontinent jeder der Heimischen längst gewöhnt hat. Sie gehört einfach dazu. Sie tut auch nicht wirklich weh (Päpste erteilen keine Fatwas) und sie tut noch weniger zur Sache. Religiöse Absolutheitsansprüche, soweit sie das Christentum betreffen, gehören der Vergangenheit an und bleiben einigen wenigen, einsam sektierenden Spinnern vorbehalten, die keinem mehr ernstlich den Schlaf rauben. Deren Nischen, abseits gelegen, bleiben meist Dunsträume trüber Selbstfindung, die sich im Kreise dreht. Christliche Fundamentalisten haben so richtig fertig. Es ist über vierhundert Jahr her, als ein Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen endete, weil er freimütig ein paar Standards der christlichen Lehre in Abrede stellte. So leugnete er das Jüngste Gericht und ferner den Umstand, dass der Erlöser Sohn des Allmächtigen sei. Das reichte schon, das kostete Kopf und Kragen. Das war schon damals ein erschreckender Anachronismus und im Grunde bereits der Anfang vom Ende. Das kommt uns heute überhaupt so dumm, richtig lächerlich vor. Aber haben wir eigentlich noch ein Recht, solches zu empfinden? Jetzt stellen sie sich mal einen Moment lang vor, jemand beginge heute oder morgen den Frevel, öffentlich zu behaupten, der Prophet Mohammed sei ein Scharlatan gewesen und habe sich, zum Beispiel, sein Gespräch mit dem Erzengel Gabriel nur ausgedacht…
…na? Klingelt´s? David Friedrich Strauß schrieb sein ´Leben Jesu´ vor bald hundertundsiebzig Jahren, Ludwig Feuerbach rechnete schon ein paar Jahre früher mit alten Dogmen und Gewissheiten ab und der Baron Holbach eilte ein ganzes Menschenleben früher noch viel kecker voran (´Das entschleierte Christenthum´). Kann oder darf es, unter solchen Auspizien, ein ´Leben Mohammed´ geben? Gar einen ´entschleierten´ Islam? Eine ´Kopftuchfreie´ Zone, eine wirklich freie, forsche Sicht der Dinge? Stellen sie sich ferner folgendes vor: die Herren Voltaire und Diderot, Marx oder Schopenhauer (um nur diese zu nennen) träten aus der Totengruft ins helle Tageslicht zurück und wiederholten ihre so beiläufig wie beinhart formulierten, zum Teil geradezu verächtlichen Verwerfungen des Islam – was würde wohl geschehen? Aber man müsste wohl eher fragen: täten sie es heute noch? Einst, so viel steht fest, konnte es ihnen noch ziemlich egal sein. –
Wenn Kirchenkritik im multikulturellen Europa etwas Normales ist, dann ist, umgekehrt, Islamkritik ein echtes Tabu; man möchte fast sagen: des Teufels. Historikerlegenden wie Jacob Burckhard oder Alfred Weber konnten noch ohne jede Scheu kritisieren, was heute nicht mehr kritisiert werden darf, und wehe denen, die es wagen, so zu tun. Burckhardt hatte Glück. Der lebte in einer Schweiz ohne Moscheen und Einwandererghettos, ohne Parallelwelten und Islamverbände, die jede Verunglimpfung des Allerheiligsten umgehend mit dem Bann belegen und sofort öffentlich wie juristisch zu klagen bereit sind, wagte es doch einer. Den Rest, auch das ist bekannt, erledigt ein rabiater, randalierender Mob, die Terrorzelle oder der bewährte Einzeltäter, von dem wir wissen, dass er seine Opfer auch schon mal weidet wie Schlachtvieh (Theo van Gogh). Andere Zeiten, andere Sitten. In Europa darf man (fast) alles, und wenn man das andere (Kritik an allem und jedem) eigentlich auch noch darf, sollte man doch ab sofort in bestimmten Zusammenhängen umgehend Polizeischutz beantragen und seiner persönliche (Bewegungs)Freiheit insgesamt schmerzliche Einbußen zumuten um nicht anderen Unzumutbarkeiten zu begegnen, die eventuell das eigene Leben gefährden. Dabei kommt es selten genug vor, das jemand den Islam konkret bzw. direkt kritisiert, wie das etwa Geert Wilders oder Udo Ulfkotte, Ayaan Hirsi Alioder Hans-Joachim Raddatz tun. Sie betonen nicht bloß Schwierigkeiten, die sich im Zuge interkultureller Dynamik von selbst ergeben, sondern greifen, wie die oben genannten Altvorderen, das andere Konzept im Kern an und unterziehen es einer schonungslosen, mitunter einseitig formulierten (und gegen die Mehrheitsgesellschaft abgegrenzten) Generalkritik, diedas Sakrale zwangsweise profanisiert. Diese Leute stehen fast ausnahmslos auf diversen anonymen Todeslisten und haben zwar die öffentliche Meinung (schweigend) hinter sich, sind insgesamt aber Mutterseelenallein, weil die breite Masse nur den wärmt, der aus der unauffälligen Mitte nicht allzu weit heraus tritt. Zu viel Courage konterkariert jede Kühnheit. Wie gesagt: es sind wenige, die so tun. Meist werden lediglich Probleme im Umgang artikuliert und dementsprechend Bezüge hergestellt, was
wiederum voraus setzt, das man auf bestimmte Gebräuche im Detail eingeht. Das aber wird dann ohne große Umschweife sofort als Beleidigung oder Herabsetzung aufgefasst. Dadurch entsteht eine Situation, die jenen Herrschaftsfreien Diskurs, von dem Habermas laut träumte, auf lange Sicht verunmöglicht.
Fakt: der Islam hat im 21. Jahrhundert in dem Maße an Bedeutung gewonnen, wie seine Bevölkerungen an Präsenz – auch und gerade in der alten Welt – gewinnen. Die sogenannte Mehrheitsgesellschaft ist latent verunsichert, während die Klassen tonangebender Eliten sich winden wie falsche Schlangen und zur Beruhigung Spielregeln gelten lassen, von denen sie glauben, sie befriedeten die andere Seite. Ein Irrtum, denn jeder faule Kompromiss zieht deren weitere nach sich; jede halbgare Konzession gebiert ihrerseits gärende Kumulationen. Probleme werden so nicht gelöst, noch nicht einmal in Angriff genommen; nur halbherzig abgewehrt.
Was den Islam betrifft, so verhält sich der Westen unausgesetzt schizophren. Ein Paradox: er gerät zunehmend in die öffentliche Schusslinie und wird gleichzeitig pausenlos peinlichst umfriedet, wie eine Gralsburg, über allen Niederungen schwebend. Bezeichnend, das den Eliten dieser Zwiespalt kaum mehr bewusst wird. Dennoch treibt sie die Annahme, dass dem westlichen Modell unausgesetzt Geltung zukommen werde, um wie ein wendiger Spuk. Auch und gerade in der Beurteilung ortsfremder Phänomene, deren eigentliche Dynamik sie nur zu gerne mit der eigenen verwechseln. Im Jemen etwa sahen und sehen wir Frauen in Totalverschleierung, die auch schon mal vor die Kamera treten dürfen und dann üblicherweise dass sagen, was die Abendländer hören wollen, hören sollen, andauernd und ausdauernd – bis zum Erbrechen. Etwa, das es um Demokratie und Meinungsfreiheit, ja überhaupt: um Freiheit geht. Das tut richtig weh, und man stellt sich die Frage, warum diese Frauen nicht unverzüglich den Beweis antreten, was ihnen diese Worthülsen wert sind: also die Gunst der Stunde nutzen und den ersten, den nahe liegenden, ja förmlich zwingenden ersten Schritt tun, der doch nur darin bestehen kann, dass sie sich ihre Ganzkörperkäfige endlich vom Leib reißen – wer wollte sie denn daran hindern? Der Koran erwähnt ganz beiläufig, wie nebenbei den ´Schleier´ und der zeitgeschichtliche Bezug kann offensichtlicher nicht sein. Die Gelegenheit also, einen obskuren, vorgestrigen und überhaupt durchschaubaren Brauch zu beenden, liegt förmlich auf der Hand. Aber nein: der arabische Frühling drängt auf Offenheit und Transparenz und duldet doch keinen kleinsten, kecken Frevel, und der kollektive Schrei nach Befreiung aus übler Bevormundung kann und will die eigene nicht sehen; hat im Grunde anderes im Sinn als dass, was der Westen meint – meinen möchte. Wo wir eben beim Thema Schleier waren: als Lehrer habe ich eigentlich nie verstanden, warum manche muslimische Mädchen schon im Kindergarten, – und Grundschulalter vermummt auftreten müssen; es hat mir auch noch niemand überzeugend erklären können. Von keiner Seite.
Ich bin nun wiederum der letzte, der sein eigenes Selbstverständnis wie eine prunkende Monstranz vor sich herträgt und Muslimen von oben herab vorwirft, an jeweiligen Bräuchen fest zu halten, die einem Nicht-Muslim entweder gleichgültig sind oder gefährlich scheinen, die befremden oder belustigen oder manches mehr; je nach dem. Das alles liegt mir fern. Eine Frau, die der Außenwelt noch gerade ihr Augenpaar zur Ansicht stellt, signalisiert doch ganz deutlich, das sie dem Mann gehört, Eigentum des Mannes ist und bleibt und damit basta. Dann soll es eben so sein. Wenn die Frau das dennoch ändern will, dann wird sie – SIE! – gefälligst etwas dagegen tun müssen. Ansonsten möge sie schweigen, in ihr häusliches Exil zurückkehren und dem Gebieter nach Anstand und Sitte zu Diensten stehen, wie es Glaube und Kultur jeweils vorschreiben.
Nächstes Beispiel. Wer hierzulande als Reaktion auf harmlose Karikaturen eine islamische Partei gründet und nichts eiligeres zu tun hat, als Gebetszeiten in säkularen Räumlichkeiten durchzusetzen (was eindeutig gegen das Grundgesetz verstößt und in der Stadt Bonn offenbar ohne nennenswerten Widerstand ausgekungelt wurde) der möge sein Heil in der Scharia suchen, sich voll und ganz seiner Erbauung widmen und dem verkommen, ungläubigen Europa rasch den Rücken kehren. Ritueller Rigorismus verträgt sich auf Dauer nicht mit zähen, langwierigen Diskursen einer Mehrheitsgesellschaft, die es gerade erst geschafft hat, das ewige Hauen und Stechen in den eigenen Reihen zu beenden.
Letztes Beispiel. Ein Schiit in Bahrein, dem danach ist, der herrschenden sunnitischen Clique den Garaus zu machen (wortwörtlich verstanden), soll das meinetwegen tun, aber er soll in Herrgotts Namen nicht nach Demokratie schreien, weil er sich am Ende erhofft, auf diesem Wege den doofen Westen für seine Zwecke einspannen zu können. Das stößt mir übel auf. Ich verstehe jeden strenggläubigen Muslim, der das westliche Modell hasst und sich gerade dass heraus holt, was ihm zwecks eigener Ziele genehm ist. Aber ich verstehe die herrschenden Funktionseliten nicht, die ihm das so feige durchgehen lassen und unser Terrain so treuhündisch preis geben. Kein Wunder, dass die Gegenseite sie verachtet. Auch übrigens die breite, gewohnt schweigende Mehrheit, die dennoch dumpf vor sich hinbrütet und erst im späteren, kollektiven Taumel förmlich rasen wird. Und einige Schlauköpfe werden fragen: Wie konnte es nur so weit kommen…
Schauen sie: ich kann ziemlich gut mit Muslimen, ich bin an fünf Tagen die Woche mit ihnen beschäftigt, meinen Beruf als Lehrer kann ich mir ohne diese Klientel gar nicht mehr vorstellen. Ich kenne ihre Schwächen und Stärken, die sie haben wie jeder Mensch und wenn ihr Verhältnis zu den Hiesigen auch zwiespältig ist und mitunter ablehnend bleibt, dann sind sie untereinander erst recht uneinig, ja oft unselig verfeindet, mitunter bis auf´s Blut. Wenden sie einen Moment lang ihr Augenmerk auf die Levante oder besser gleich ganz in Richtung Irak, wo sich Sunniten und Schiiten stündlich gegenseitig massakrieren und in Moscheen Bomben zünden. Gestern noch schossen sich Hamas und Fatah gegenseitig über den Haufen, und im anatolischen Hinterland jagt die türkische Armee seit Jahrzehnten rebellierende Kurden, die eine Autonomie einfordern, die der kemalistischen Republik das Rückgrat bräche, käme sie so, wie die sich das vorstellen. Ich merke es manchmal auch bei uns auf dem Pausenhof, wenn aus einem ´Hurensohn´ ein ´Opfer´ oder ´Jude´ wird und erst ganz am Ende, kurz bevor die Fäuste schwingen, das Schlimmste kommt: du ´Scheiß – Alevit´ (zum Beispiel). Als der türkische Ministerpräsident Erdogan neulich seine Rede hielt, sprach ich mit einigen Kurden darüber und war baff vor Erstaunen, wie viel Hass und Wut mir diese Menschen freimütig und ohne Zensur offenbarten. Der alte Plautus wusste es schon: lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.“ Das galt und gilt, allezeit, und Muslime bilden da, untereinander, keine Ausnahme – ganz im Gegenteil. Es bleibt ihnen selbst vorbehalten, uns allen zu beweisen, dass sie nicht immer und ewig ´nur´ Muslime sind sondern auch noch Menschen ´für sich´ – und für alle anderen. Dass sie das können, wenn sie nur wollen, das weiß ich, das spürt man im Umgang, und das macht mehr Hoffnung als derlei verlogene Geplänkel auf irgendwelchen Integrationsgipfeln, wo ständig um den heißen Brei herumgekocht wird. Wie auch immer: der entscheidende Schritt, nebst vielen anderen, muss schließlich von jedem Einzelnen selbst kommen; es geht nicht anders. Und: es wird nicht ohne Reibung, Aufruhr – Tumult abgehen. Tiefgreifende Divergenzen schafft keine Macht der Welt im Handstreich aus ebendieser Welt. So war das immer schon, und es mutet merkwürdig genug an, das ausgerechnet wir Europäer das andauernd vergessen wollen. Sind wir schon so satt und selbstgefällig, so müde und verbraucht?

Ein korrespondierender Gedanke zum Schluss; zwecks Verdeutlichung und Zerstreuung zugleich.
Was hat doch die moderne Geschichtsschreibung das Emirat von Cordoba verklärt, stilisiert, in den Rang einer Hochblüte und was weiß ich nicht gehoben…
…in Wahrheit hatten die Eroberer aus dem afrikanischen Norden die Wüste hinter sich gelassen und im grünen, fruchtbaren Spanien bereits das Paradies erreicht, das ihnen schon der Prophet versprochen hatte. Die Mauren waren, salopp formuliert, schnell saturiert; einfach nur zufrieden mit sich und der Welt. Und siehe da: es ließ sich leben, zwar immer noch nach altem Regelwerk, aber so, das es – für damalige Verhältnisse – nicht wirklich weh tat. Dennoch kam es zur Reconquista. Offenbar reichte der ´Burgfrieden´ nicht; jedenfalls nicht für alle Zeiten. Hatten die ´Ungläubigen´ die Gläubigen satt und wenn ja: warum? Spekulieren kann man über vieles. Auch darüber, ob den Deutschen ein Adolf Hitler erspart geblieben wäre, wenn man ihnen nur den Kaiser gelassen hätte, der das Vakuum der Nachkriegszeit leidig gefüllt und schon dafür gesorgt hätte, dass die Deutschen heute im eigenen Haus einen ähnlichen Adelsklatsch zwecks Belustigung geboten bekämen, wie etwa Briten, Holländer oder Spanier. Etwas billig, gewiss; aber immer zum lachen – oder? Ein Herr zu Guttenberg bot hierzulande nur spärlichen Ersatz. Seine notorische Beliebtheit, die er in breiten Schichten der Bevölkerung genoss, verdeutlichte, dass er so etwas wie eine späte Ersatzfigur geworden war und als ´Darling´ brache Sehnsüchte bediente – der Rest sei Sache kundiger Seelendeuter.
Aber wo führt uns das jetzt hin? Wem dieser Exkurs am Ende etwas ´spanisch´, nicht ganz ´koscher´ vorkommt, der sei über Sinn und Zweck desselben aufgeklärt: man kann über vieles in der Geschichte spekulieren, ändern kann man´s nimmermehr. „Weltgeschichte,“ wusste der alte Adenauer,“ ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.“ Denn: “Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.“ (Ingeborg Bachmann). Daran zu arbeiten, dass dies nicht immer und ewig, ausschließlich und ausdrücklich so sei, ist einem jeden von uns aufgetragen.

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Über Trdic Shanto 51 Artikel
Studium der Sport-, Sozial-, und Erziehungswissenschaften an derUniversität Bielefeld. Seit 2006 Lehrer an der Gesamtschule Stieghorst,Sekundarstufe 1. Ehemals aktives SPD - Mitglied, nach Austritt keine weiteren Partei, - oder Vereinstätigkeiten.

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