Soziale Mobilität in Deutschland: Mehrheit glaubt weiter an den Aufstieg durch eigene Leistung

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Eine Stärke freiheitlicher Gesellschaften ist auch das Aufstiegsversprechen: Jeder kann durch eigene Anstrengungen den gesellschaftlichen Aufstieg schaffen.

Wir wollten wissen, ob dieses Aufstiegsversprechen auch heute noch gilt. Jeder zweite Befragte (51 Prozent) stimmt dem zu, jeder Dritte (32 Prozent) nicht. Je älter die Befragten (von 46 – 47 auf 63 Prozent) und je höher das monatliche Nettohaushaltseinkommen (von 42 auf 65 Prozent), desto häufiger stimmen sie zu. Es gibt im Blick auf die politische Selbstverortung keine großen Unterschiede, aber beim Blick auf die Wählerschaft fällt auf, dass die Wähler von Union (74 Prozent), FDP (65 Prozent), SPD (61 Prozent) und Grünen (58 Prozent) deutlich häufiger angeben, dass sie glauben, dass Menschen in Deutschland durch eigene Anstrengungen den gesellschaftlichen Aufstieg schaffen, als Wähler von AfD (45 Prozent), Linkspartei (39 Prozent) und dem BSW (37 Prozent).

Der Einfluss der Glaubwürdigkeit des Aufstiegsversprechens auf die parteipolitischen Präferenzen darf nicht unterschätzt werden. Seine Erfüllung gilt als erstrebenswert. Wer tatsächlich oder zumindest mutmaßlich in der Lage ist, dieses Versprechen zu erfüllen, weckt Vertrauen.

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Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.