Dekonstruktionen der Vernunft: Derrida, Deleuze, Lyotard und das Erbe der Postmoderne

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Als Immanuel Kant 1781 seine Kritik der reinen Vernunft veröffentlichte, wollte er eine Metaphysik, die über ihre eigenen Möglichkeiten nichts wusste, vor den Richterstuhl der Kritik bringen. Seine Untersuchung versprach der Erkenntnis einen sicheren Bereich, indem sie zugleich deren Grenzen bestimmte. Fast zwei Jahrhunderte später geriet selbst das Verfahren dieser Selbstprüfung in Schwierigkeiten. Die Wörter, in denen wir ein Urteil formulieren, haben eine Geschichte; die Begriffe des Subjekts, der Wahrheit und der Freiheit sind in philosophischen Schulen entstanden, in Institutionen wirksam geworden und immer wieder umkämpft gewesen. Ob die Vernunft sich auf einen Standpunkt zurückziehen könne, von dem aus sie ihre eigenen Voraussetzungen unbefangen überblickt, wurde zu einer Frage, die weit über die akademische Philosophie hinausreichte.

In Frankreich gewann dieser Streit nach dem Zweiten Weltkrieg eine besondere Heftigkeit. Die deutsche Besatzung, die Erfahrung der Lager, die Kriege um die Auflösung des Kolonialreiches und vor allem Algerien hatten den europäischen Erzählungen von Freiheit und Fortschritt ihren selbstverständlichen Klang genommen. Zugleich untersuchten Sprachwissenschaft, Ethnologie und Psychoanalyse Ordnungen, deren sich der Einzelne bedient, ohne sie geschaffen zu haben. In diesem geistigen Klima lasen Jacques Derrida, Gilles Deleuze und Jean-François Lyotard die Geschichte der Philosophie neu. Der später verbreitete Name Postmoderne ist für ihre Arbeiten eher eine Verlegenheitsformel. Er rückt Denker zusammen, zwischen deren Fragen und Antworten beträchtliche Abstände liegen.

Das Erbe der Vernunft

Descartes hatte im denkenden Ich den Punkt gesucht, an dem der Zweifel sich nicht weiter steigern ließ. Kant fragte nach den Formen der Anschauung und den Begriffen des Verstandes, durch die Erfahrung überhaupt möglich wird. Hegel schließlich versuchte, die Widersprüche des Denkens als Momente eines geschichtlichen Prozesses zu begreifen. Wer diese Werke nur als eine Abfolge immer größerer Gewissheitsansprüche liest, verkennt ihre Unruhe. Descartes musste von einem radikalen Zweifel ausgehen; Kant unterwarf der Vernunft Beschränkungen, deren Folgen seine Nachfolger beschäftigten; Hegels Philosophie setzte sich der Frage aus, ob sie den konkreten Menschen im Gang ihres Systems noch zu sehen vermöge. Die spätere Kritik hat von diesen Schwierigkeiten gelebt. Ihre Schärfe bezog sie häufig aus Problemen, die in den älteren Werken selbst schon sichtbar waren.

Ein Begriff wird nicht unschuldig, weil er dem Sprecher selbstverständlich geworden ist. Was eine Gesellschaft für normal hält, begegnet dem Einzelnen in der Schule, in der Medizin und vor Gericht als scheinbar nüchterne Feststellung. Dabei kann eine solche Feststellung zugleich darüber entscheiden, wer als Abweichung gilt und sich zu rechtfertigen hat. Diese Beobachtung allein beweist weder die Unmöglichkeit objektiver Erkenntnis noch die Willkür des Rechts. Sie macht jedoch aufmerksam auf die Arbeit, die bereits vor einem Urteil geleistet wurde, als eine Ordnung ihre Unterscheidungen festlegte. Das war ein Ausgangspunkt jener französischen Debatten, die später unter sehr verschiedenen Namen in die öffentliche Auseinandersetzung über Wahrheit und Macht eingingen.

Jacques Derrida und die Geduld der Lektüre

Jacques Derrida begann selten mit einer allgemeinen Anweisung an das Denken. Seine Aufmerksamkeit galt dem Satz eines anderen, bisweilen einem Nebensatz, einer Fußnote oder einem Ausdruck, den die Tradition für erledigt hielt. In De la grammatologie von 1967 wandte er sich gegen den Vorrang der Stimme vor der Schrift, wie er in weiten Teilen der europäischen Metaphysik angenommen worden war. Die Stimme schien dem Gedanken unmittelbar zu entsprechen: Der Sprechende ist anwesend, er hört sich selbst und kann erklären, was er gemeint hat. Die Schrift bleibt zurück, nachdem ihr Verfasser gegangen ist, und wird von Menschen gelesen, die ihn nicht mehr befragen können. Aus dieser Unterscheidung erwuchs der Verdacht, das geschriebene Zeichen sei nur ein Ersatz des ursprünglichen Sinns.

Doch auch ein gesprochenes Wort wäre unverständlich, könnte es nur ein einziges Mal in einer einzigen Situation vorkommen. Es muss wiedererkannt und unter anderen Umständen gebraucht werden können. Das Versprechen beispielsweise bindet den Menschen noch, wenn die Worte längst verklungen sind und derjenige, der sie aussprach, seine damalige Absicht anders darstellen möchte. Die Wiederholbarkeit gehört zur Sprache selbst. Derrida folgte dieser Spur durch philosophische Texte und zeigte, wie der vermeintlich nachgeordnete Begriff der Schrift etwas erkennen lässt, das schon im gesprochenen Wort wirksam ist. Der Gegensatz von ursprünglicher Gegenwart und bloßer Aufzeichnung verliert auf diese Weise seine alte Sicherheit.

Berühmt wurde sein Kunstwort différance. Im Französischen klingen différence und différance gleich; auf dem Papier trennt sie ein Buchstabe. Das Verb différer bezeichnet sowohl ein Sich-Unterscheiden als auch einen Aufschub. Derrida brachte damit eine Schwierigkeit auf den Begriff, die der Vorstellung unmittelbar verfügbarer Bedeutung entgegensteht. Wörter erhalten ihren Sinn im Verhältnis zu anderen Wörtern; ihr Gebrauch trägt vergangene Bedeutungen mit und lässt künftige Verwendungen offen. Das verlangt vom Leser besondere Genauigkeit. Es gestattet ihm keineswegs, einem Text nach Belieben etwas unterzuschieben. Die besten von Derridas Interpretationen sind gerade deshalb aufschlussreich, weil sie einem einzelnen Werk so lange folgen, bis eine seiner scheinbar festen Unterscheidungen zu schwanken beginnt.

An der Dekonstruktion hat sich gleichwohl ein berechtigter Einwand entzündet. Wenn jeder Begriff auf Voraussetzungen verweist, die ihm entgehen, wie soll dann ein Urteil noch einen Anspruch auf Geltung erheben? In seinen späteren Arbeiten über Recht und Gerechtigkeit ist Derrida dieser Schwierigkeit ausdrücklich nachgegangen. Ein Richter muss eine allgemeine Norm anwenden, die den besonderen Fall niemals vollständig vorweggenommen hat. Seine Entscheidung verlangt Gründe, bleibt aber ein Entschluss, für den er einzustehen hat. Derrida ließ diese Unruhe bestehen. Man mag darin eine unbefriedigende Antwort sehen; eine bequemere wäre es, aus der Notwendigkeit von Regeln bereits die Gerechtigkeit ihrer Anwendung abzuleiten.

Gilles Deleuze und das Werden

Gilles Deleuze war unter den drei Denkern der eigensinnigste Systematiker. Seine Bücher über Hume, Nietzsche, Bergson und Spinoza lesen sich wie Versuche, in der Geschichte der Philosophie ungenutzte Möglichkeiten wiederzufinden. Bei Spinoza beschäftigte ihn die Frage, was ein Körper vermag, bei Nietzsche das Verhältnis von Kraft und Bewertung, bei Bergson die Dauer, die sich in starre Messgrößen nur unzureichend fassen lässt. Daraus erwuchs ein Denken, das die Dinge von ihren Beziehungen, Veränderungen und Kräften her begriff. Der Mensch erscheint in dieser Perspektive nicht als ein Wesen, dessen Eigenschaften schon zu Beginn feststehen. Seine Fähigkeiten entwickeln sich in Begegnungen und unter Bedingungen, die er weder vollständig beherrscht noch immer durchschaut.

1968 veröffentlichte Deleuze Differenz und Wiederholung. Die philosophische Gewohnheit, zunächst eine Identität festzustellen und Unterschiede anschließend als Abweichungen zu behandeln, wurde hier gründlich befragt. Deleuze wollte begreifen, wie Unterschiede etwas hervorbringen, das sich erst im Nachhinein als Einheit beschreiben lässt. Auch die Wiederholung ist für ihn reicher, als die Gleichheit des Wiederholten vermuten lässt. Ein Mensch hört ein Stück Musik nach langer Zeit wieder, erkennt die Folge der Töne und bemerkt, dass seine Erfahrung eine andere geworden ist. Das Beispiel erklärt Deleuzes Theorie nicht, doch es führt an ihre Schwierigkeit heran. Die Zeit lässt selbst das Wiederkehrende unter veränderten Voraussetzungen erscheinen; das Denken steht vor dem Problem, diese Veränderung zu begreifen, ohne sie auf den Vergleich fertiger Zustände zu verkürzen.

Deleuze liebte Begriffe, die in Bewegung geraten. Seine philosophische Erfindungskraft hat der Diskussion neue Wege eröffnet, aber sie erschwert auch die Prüfung mancher Behauptung. Wo eine Beschreibung von Kräften, Intensitäten oder Verbindungen sehr weit von den Gegenständen abrückt, über die sie sprechen soll, entsteht eine echte Gefahr: Die Sprache kann die Einsicht ersetzen, die sie doch erst ermöglichen müsste. Es gehört zu einer ernsthaften Beschäftigung mit Deleuze, diese Schwierigkeit nicht als Pedanterie abzutun. Ein neuer Begriff rechtfertigt sich durch das, was mit seiner Hilfe genauer gesehen werden kann.

Mit Félix Guattari entstand später das Bild des Rhizoms, jenes seitwärts wachsenden Wurzelgeflechts ohne einen einzigen Stamm, von dem jede Verzweigung hergeleitet werden müsste. In Tausend Plateaus diente es dazu, hierarchische Modelle des Wissens und der Gesellschaft herauszufordern. Ideen wandern zwischen Sprachen, politische Bewegungen entstehen an mehreren Orten, musikalische Formen entwickeln sich aus unerwarteten Begegnungen. Für solche Vorgänge vermag das Bild manches zu erhellen. Eine weit verzweigte Verbindung ist freilich noch keine gerechte Ordnung. Auch Netzwerke kennen Abhängigkeiten und Formen der Gewalt, die sich gerade wegen ihrer Unübersichtlichkeit schwer fassen lassen. Mit der Metapher lässt sich die Gewohnheit stören, überall nach einem Ursprung zu suchen; die politische Beurteilung einer Gesellschaft nimmt sie niemandem ab.

Aus Deleuzes Philosophie spricht eine Zuneigung zu den Möglichkeiten des Lebens, zu seinen unerprobten Wegen, den Veränderungen, die eine feste Beschreibung des Menschen nicht erwartet hatte. Sie lässt sich verstehen, wenn man bedenkt, wie leicht Institutionen aus einer Eigenschaft ein Schicksal machen. Aber die bloße Veränderung besitzt keinen moralischen Vorrang. Auch Unterdrückung nimmt neue Formen an, und eine zerstörte Ordnung hinterlässt mitunter Menschen, denen die Voraussetzungen eines selbstbestimmten Lebens fehlen. An diesem Punkt beginnt eine politische Auseinandersetzung, für die Deleuzes Denken Anregungen gibt, deren Entscheidung jedoch von Erfahrungen und Urteilen abhängt, die kein philosophisches Bild ersetzen kann.

Jean-François Lyotard und die Frage der Legitimation

Als Jean-François Lyotard 1979 Das postmoderne Wissen veröffentlichte, untersuchte er eine Veränderung, die sich an den Universitäten und in den Forschungseinrichtungen beobachten ließ. Wissenschaftliche Erkenntnis wurde zunehmend nach dem Nutzen ihrer Ergebnisse, der Effizienz ihrer Verfahren und ihrer technischen Verwertbarkeit beurteilt. Die alten Geschichten vom Fortschritt des Geistes oder von der Befreiung des Menschen hatten an Überzeugungskraft verloren. Lyotards Begriff der großen Erzählungen bezeichnete solche umfassenden Rechtfertigungen, durch die Wissenschaft und Politik ihren Platz in einer Geschichte der Menschheit erklärt hatten. Ihr Autor untersuchte die Folgen einer Situation, in der diese Begründungen nicht länger selbstverständlich getragen wurden.

Man braucht dafür nur an die Bewilligung eines Forschungsprojekts zu denken. Eine Universität muss öffentliche Gelder verantwortlich verwenden, und jeder Geldgeber darf fragen, was er für seinen Aufwand erwarten kann. Wird aber allein der kurzfristig messbare Ertrag zum Maßstab, geraten Forschungen ins Hintertreffen, deren Fragen sich erst während jahrelanger Arbeit klären. Der Wert einer Entdeckung zeigt sich oft zu einem Zeitpunkt, an dem der ursprüngliche Antrag längst als erfolglos gegolten hätte. Lyotard sprach von Performativität, um auf die wachsende Bedeutung solcher Leistungsmaßstäbe hinzuweisen. Die Veränderung betraf auch die Frage, aus welchen Gründen eine Gesellschaft eine Aussage anerkennt und welche Arten des Wissens in ihren Einrichtungen überhaupt einen Platz erhalten.

Noch bedrängender wurde seine Philosophie dort, wo ein Mensch erlittenes Unrecht aussprechen will und die geltende Sprache des Verfahrens seine Erfahrung nicht zu fassen vermag. In Der Widerstreit untersuchte Lyotard Konflikte zwischen unterschiedlichen Sprachordnungen. Ein Streit kann vor einer gemeinsam anerkannten Instanz ausgetragen werden; beim Widerstreit fehlt ein solcher Maßstab, ohne dass darum die Verletzung verschwunden wäre. Das Opfer gerät in die Lage, einen Schaden beweisen zu sollen, für den die zulässige Art des Beweises gerade keinen Ausdruck bereithält. An dieser Konstellation arbeitete Lyotard mit einer Beharrlichkeit, die hinter dem Schlagwort vom Ende der großen Erzählungen leicht übersehen wird.

Für eine rechtsstaatliche Demokratie ergibt sich daraus ein ernstes Problem. Ein Gericht darf seine Regeln nicht nach Belieben ändern, sobald jemand behauptet, durch sie benachteiligt zu werden. Zugleich sind Rechtsordnungen geschichtlich gewachsen und können Erfahrungen übersehen, für die ihnen noch die Begriffe fehlen. Änderungen beginnen häufig mit einer Klage, die im geltenden Vokabular unbeholfen wirkt. Erst mit der Zeit lässt sich vielleicht angeben, welches Recht verletzt wurde. Lyotard hat diese Schwierigkeit sichtbar gemacht, ohne daraus eine fertige Theorie richtiger Entscheidungen zu gewinnen. Gerade die Entscheidung bleibt notwendig, und ihre Gründe müssen auch gegenüber jenen verantwortet werden, die ihre Sprache zunächst nicht wiedererkennen.

Ein umstrittenes Erbe

Derrida, Deleuze und Lyotard haben einander keine gemeinsame Philosophie hinterlassen. Schon ihre Gegenstände widersetzen sich einer solchen Zusammenfassung. Derrida folgte dem überlieferten Text bis in die Abhängigkeiten seiner Begriffe; Deleuze fragte nach den Kräften, aus denen neue Formen entstehen; Lyotard untersuchte die Rechtfertigungen des Wissens und das Unrecht, das eine anerkannte Ordnung übersehen kann. Unter dem Namen Postmoderne sind daraus häufig Behauptungen geworden, die keiner der drei in dieser Einfachheit vertreten hat. Vor allem die Vorstellung, es könne nun jeder nach Belieben seine eigene Wahrheit besitzen, ist ein schlechter Ersatz für die Mühe, ihre Bücher zu lesen.

Ihr Einfluss auf die Gegenwart zeigt sich an Fragen, die längst außerhalb der Philosophie gestellt werden. In Gerichten geht es um Fälle, deren Besonderheit sich dem Wortlaut des Gesetzes entzieht; an den Universitäten wird darüber entschieden, welche Forschung ihre Kosten rechtfertigen soll; politische Auseinandersetzungen werden durch Begriffe geprägt, deren Geschichte den Beteiligten nicht immer bewusst ist. Die französischen Autoren geben darauf verschiedene, zum Teil miteinander unvereinbare Antworten. Ihre Lektüre kann die Arbeit am Urteil erschweren, weil sie vertraute Sicherheiten angreift. Darin besteht auch ihr Nutzen, solange die Prüfung der Voraussetzungen nicht zum Vorwand wird, auf die Prüfung der Tatsachen zu verzichten.

Kant hatte die Vernunft aufgefordert, ihre Ansprüche vor sich selbst zu rechtfertigen. In den Bibliotheken, aus denen Derrida, Deleuze und Lyotard schöpften, lagen bereits die Zeugnisse dafür, wie mühsam dieses Vorhaben geblieben war. Ihre Bücher haben die Schwierigkeiten vermehrt, und manche von ihnen hinterlassen mehr offene Fragen, als eine geduldige Lektüre beantworten kann. Das sollte man ihnen weder vorschnell als Verdienst anrechnen noch als Versagen vorhalten. Mich beschäftigt an dieser Geschichte vor allem ein Umstand: Dass ein Begriff jahrhundertelang im Gebrauch war, bewahrt ihn nicht vor einer neuen Prüfung. Ob diese Prüfung etwas erhellt, entscheidet sich allerdings erst am einzelnen Gedanken, an seiner Herkunft, seiner Begründung und an dem Widerstand, den die Sache selbst ihm entgegensetzt.

Über Stefan Groß-Lobkowicz 2304 Artikel
Dr. Dr. Stefan Groß-Lobkowicz, Magister und DEA-Master (* 5. Februar 1972 in Jena) ist ein deutscher Philosoph, Journalist, Publizist und Herausgeber. Er war von 2017 bis 2022 Chefredakteur des Debattenmagazins The European. Davor war er stellvertretender Chefredakteur und bis 2022 Chefredakteur des Kulturmagazins „Die Gazette“. Davor arbeitete er als Chef vom Dienst für die WEIMER MEDIA GROUP. Groß studierte Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte in Jena und München. Seit 1992 ist er Chefredakteur, Herausgeber und Publizist der von ihm mitbegründeten TABVLA RASA, Jenenser Zeitschrift für kritisches Denken. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitete und dozierte er ab 1993 zunächst in Praktischer und ab 2002 in Antiker Philosophie. Dort promovierte er 2002 mit einer Arbeit zu Karl Christian Friedrich Krause (erschienen 2002 und 2007), in der Groß das Verhältnis von Metaphysik und Transzendentalphilosophie kritisch konstruiert. Eine zweite Promotion folgte an der "Universidad Pontificia Comillas" in Madrid. Groß ist Stiftungsrat und Pressesprecher der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung. Er ist Mitglied der Europäischen Bewegung Deutschland Bayerns, Geschäftsführer und Pressesprecher. Er war Pressesprecher des Zentrums für Arbeitnehmerfragen in Bayern (EZAB Bayern). Seit November 2021 ist er Mitglied der Päpstlichen Stiftung Centesimus Annus Pro Pontifice. Ein Teil seiner Aufsätze beschäftigt sich mit kunstästhetischen Reflexionen und einer epistemologischen Bezugnahme auf Wolfgang Cramers rationalistische Metaphysik. Von August 2005 bis September 2006 war er Ressortleiter für Cicero. Groß-Lobkowicz ist Autor mehrerer Bücher und schreibt u.a. für den "Focus", die "Tagespost".