Naturwissenschaftliche Theologie

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Trotz der Unvereinbarkeit der Weltreligionen mit den Naturwissenschaften waren die meisten berühmten Naturwissenschaftler keine Atheisten, da für sie ein göttlich erscheinender präziser, genialer und unbeugsamer Wille in den naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten und der mathematischen Logik erkennbar war. Mit der Kosmologie, Quantenfeldtheorie, Quantenmechanik, Gentechnologie, den Informationswissenschaften und der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und künstlichem Leben erzeugten die Naturwissenschaften des letzten Jahrhunderts eine grundlegend veränderte Welt, deren Mechanismen verstanden und technisch beherrscht werden können. Darüber hinaus sind sie damit erstmals in der Lage anstelle einer glaubensbasierten, eine wissensbasierte Theologie ohne Wunder und ohne Wunschdenken zu begründen, was in diesem Artikel erläutert wird.  Der zugehörige reale kosmologischen Gott lebt und wirkt allmächtig und allgegenwärtig über die Elementarteilchen im gesamten Universum und garantiert sogar auch uns ein reales „ewiges“ Leben nach dem Tod durch natürliche nahezu perfekte genetische Reproduktion. Damit erhält unser irdisches Leben mit ihm einen realitätsbezogenen Sinn von ungeheurer Tragweite.

Naturwissenschaftliche Erkenntnisse des 20.Jahrhunderts

Mit der Quantenmechanik und Quantenfeldtheorie gelang die exakte Berechnung der Funktion und Eigenschaften der kleinsten Teilchen der Materie, die Entstehung der Fundamentalkräfte, den Aufbau der Atome, den Welle-Teilchen-Dualismus und die Grundlage der Kern- und Atomphysik, die schließlich die Grundlage der gesamten Chemie bildeten. Ferner konnten die Eigenschaften aller Fermionen und Bosonen des Standardmodells der Elementarteilchen experimentell verifiziert, sowie die Einstein‘schen Vorhersagen seiner Relativitätstheorie vollständig bestätigt werden.

Die Rotverschiebung der Spektrallinien der Sonnen des Universums bewies die stete Ausdehnung des Universums und führte über die Erkenntnisse der Kosmologie zu der vielfach experimentell bestätigten Urknalltheorie, nach der unser Universum vor 13,8 Milliarden Jahren aus einer Singularität, d.h. aus einem Punkt, der die ganze Energie und Materie des Universums enthielt, entstanden ist. Wesentlich unbedeutendere Singularitäten existieren mit den Schwarzen Löchern auch in unserem Universum.

In Sekundenbruchteilen nach dem Urknall, praktisch zum Zeitpunkt Null, entstanden als erstes aus der Singularität die bekannten Elementarteilchen, deren Kommunikationsfähigkeit durch Informationsaustausch zur Austauschwechselwirkung führt, die mit der Quantenfeldtheorie die Entstehung der Fundamentalkräfte erklärt. Die Informationen der Elementarteilchen und die Mechanismen ihrer Verarbeitung, die zu den Fundamentalkräften führt, sind damit für die gesamte Dynamik des Geschehens, d.h. für die weitere Entwicklung des Universums verantwortlich. Mit ihnen ist, ähnlich wie mit den genetischen Informationen in einem Samen oder einem Ei, alles, was sich daraus entwickelt, präzis vorprogrammiert. Wie in der Genetik ein biochemischer genetischer Mechanismus (ein genetischer Geist) für die Umsetzung der Informationen sorgt, so sorgt auch bei den Elementarteilchen ein physikalischer elementarer Mechanismus (ein elementarer Geist) dafür, dass die elementaren Informationen bei ihrer Verarbeitung perfekt umgesetzt werden.

Die Gesamtheit aller beim Urknall entstandener Elementarteilchen bildet damit den kosmologischen Samen (oder das kosmologische Ei) des Universums, das für seine gesamte evolutionäre Entwicklung verantwortlich ist. Da alles im Universum aus denselben Elementarteilchen besteht, ist damit in allen Trillionen Sonnensystemen wie in unserem Sonnensystem alles mit denselben physikalischen Informationen vorprogrammiert. Überall im Universum entwickeln sich deshalb über die physikalische Evolution dieselben Atome, über die chemische Evolution dieselben Moleküle, unter geeigneten Bedingungen dieselbe biologische Evolution und damit sehr ähnliche Pflanzen, Tiere und Menschen wie auf der Erde. Mit Menschen ist auch eine technische Evolution möglich und mit ihr auch die technische Entwicklung von künstlicher Intelligenz KI und künstlichem Leben KL, wie wir es aktuell erleben. Aus der physikalischen Lebensform der Elementarteilchen ist damit die Evolution höher entwickelter Lebensformen möglich, von denen wir nur die kennen, die wir auf unserer Welt beobachten und untersuchen können. Das bedeutet, dass es außer den irdischen Lebensformen in anderen Sonnensystemen auch andere außerirdische Lebensformen geben könnte, die uns nicht bekannt sind, die allerdings denselben Naturgesetzen wie auf der Erde gehorchen, da sie aus denselben Elementarteilchen bestehen.

Mitte des 20.Jahrhunderts konnte die Struktur der Desoxyribonukleinsäure (DNS) aufgeklärt werden. Es handelt sich dabei um ein langes Kettenmolekül in Form einer Doppelhelix, welches die gesamte genetische Information der jeweiligen biologischen Lebensform in einer molekularen Schrift mit vier Buchstaben A, Z, G und U (Adenin, Zytosin, Guanin und Uracil) in den lebenden Zellen trägt. Dieser molekulare Datenspeicher kann die umfangreichen Informationen, die für den Aufbau eines Lebewesens notwendig sind, auf kleinstem Raum speichern.

Wer oder was ist Gott?

Unter Gott, Göttern und Göttinnen verstehen wir übernatürliche Wesen, die seit Jahrtausenden von den Menschen, die an sie glauben, verehrt und angebetet werden. Sie stehen im Mittelpunkt zahlreicher vergangener und gegenwärtiger Religionen und Mythen. Götter und Göttinnen gab es schon immer in den meisten Religionen. Auch die christliche Religion bezieht sich auf viele himmlische Wesen mit einem männlichen Gott und zahllosen Engeln, auf eine Mutter Gottes, einen Sohn Gottes und einen Geist Gottes. Vater, Sohn und Heiliger Geist wurden in einer Dreieinigkeit zusammengefasst, um Vielgötterei zu vermeiden.

In der heutigen Philosophie und Theologie versteht man in der westlichen Welt unter einem Gott ein übernatürliches und allmächtiges Lebewesen, das die Welt erschaffen hat und damit der Ursprung von allem ist. Unabhängig von speziellen Glaubensvorstellungen gelten Übernatürlichkeit und Allmacht als die wesentlichen übermenschliche Eigenschaften eines Gottes. Zu ihnen zählen ewiges Leben, Allgegenwart, Superintelligenz, Genialität, Wandlungsfähigkeit und die Fähigkeit Wunder zu wirken.  Nur was diese Eigenschaften ohne jede Ausnahme besitzt, kann nach herkömmlichen Vorstellungen als Gott bezeichnet werden.

Da die Naturwissenschaften Wunder ausschließen, scheinen sie bei oberflächlicher Betrachtung grundsätzlich nicht in der Lage zu sein, Gott auf oder in unserer realen Welt zu identifizieren und zu verstehen, was allerdings in diesem Artikel widerlegt wird.

Allmacht bedeutet die Fähigkeit, jeden Willen in die entsprechende Aktion umzusetzen.  Ereignisse erfolgen grundsätzlich nicht von selbst, sondern werden durch etwas ausgelöst. Mit jeder Aktion ist eine Dynamik verbunden, die eine Zeitabhängigkeit besitzt. Vor jeder Aktion muss deshalb ein Wille entstanden sein, der eine bestimmte Absicht verfolgt. Eine Absicht ist etwas Geistiges, was mit Informationen verbunden ist, die durch einen bestimmten Mechanismus/Geist verarbeitet werden müssen. Deshalb spielen Informationen und der jeweilige Geist, der sie verarbeitet, eine zentrale Rolle, die sich uns erst mit den Erfolgen der technischen Informationsverarbeitung, die zu KI und KL führten, sehr deutlich offenbart.

Ein Gott kann aufgrund seiner Allmacht alles, was er will, in die Tat umsetzen. Nur ein übermenschlicher Wille, der ebenfalls eine Ursache haben muss, kann ein riesiges Universum, unsere Welt, die belebte Natur und mit ihr auch uns erschaffen. Ein derart ungewöhnliches Vorhaben setzt ein ungeheures Wissen voraus, das nur über einen ewig langen Zeitraum angesammelt werden konnte und auch lange Zeit braucht, um die damit verbundenen ungewöhnlichen Ziele und Absichten auszuarbeiten und umzusetzen.

Gott allein gilt als Urheber von allem, was existiert. Da er ebenfalls existiert und nicht von einem anderen Gott erschaffen wurde, gilt dies auch für ihn selbst. Er ist damit sowohl die Ursache seiner eigenen Existenz sowie seiner eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften als auch die Ursache unseres Universums. Wenn er darin und auch in uns allgegenwärtig und ewig durch Reproduktion lebt, dann ist dies automatisch der Fall.

Alle weiteren im Folgenden beschriebenen göttlichen Eigenschaften und Fähigkeiten können durch seine Allmacht und Übernatürlichkeit erklärt werden.

Gott lebt ewig. Als allmächtiger Gott kann er sich auch selbst, z.B. durch stete Reproduktion, immer wieder neu erschaffen.  Für ihn gibt es auf diese Weise keinen Anfang und kein Ende ähnlich wie bei einer Pflanze, die sich durch einen Samen immer wieder selbst reproduziert. Bei intelligenten Lebewesen, die wie wir denkfähig sind, ergibt sich zwar durch Reproduktion immer wieder ein neues nahezu unverändertes körperliches Leben, das sich aber durch ein absolut verändertes geistiges Leben z.B. durch neues Wissen und neue Technik immer anders gestaltet.

Gott ist allgegenwärtig und wandlungsfähig. Nach den meisten Theologien sieht er als personifizierter Beobachter oder körperloser Geist alles, was geschieht. Allgegenwart und Wandlungsfähigkeit bedeuten aber auch, dass er in verschiedenen Gestalten, Strukturen und Formen überall existieren oder auftreten kann. Dann kann er auch real auf der Erde, in der Natur, in allen Lebewesen und sogar in uns existieren. Aufgrund seiner übernatürlichen Eigenschaften und Fähigkeiten führt er im Gegensatz zu den Aussagen der meisten Religionen, die ihn als überirdischen Menschen sehen, in einem anderen Körper und mit einem anderen Geist ein völlig anderes übernatürliches körperliches und geistiges Leben wie wir.

Gott ist allwissend, superintelligent und supergenial. Sein Geist arbeitet mit den besten und umfangreichsten Informationen und hat damit ein unvorstellbares Wissen. Was er denkt, will und wie macht, ist das Sinnvollste, was man sich vorstellen kann. Dies gilt damit auch für das riesige von ihm geschaffene Universum: Für die Materie, die Energie und die Dynamik allen Lebens. Alles, was existiert, ist perfekt konstruiert. Alles, was geschieht, funktioniert genial auf erfinderische Art und Weise mit Mechanismen, die immer wieder Neues, Sinnvolleres, Verbessertes, Vorteilhafteres und Nützlicheres erzeugen.

Gott lässt Wunder geschehen. Wunder sind allerdings relativ. Was früher als Wunder angesehen wurde und heute verstanden werden kann, verliert automatisch seinen Zauber. Wie die Welt entstanden ist und wie sich Leben entwickelt hat, kann – solange es nicht vollständig verstanden wird, als Wunder betrachtet werden. Aber auch die Tatsache, dass im Lauf der Zeit inzwischen fast alles, was auf unserer Welt geschieht, mit den Naturwissenschaften und mathematischer Logik quantitativ und präzis beschrieben werden kann, gleicht einem Wunder, weil es genial funktioniert und nur auf den elementaren Geist der Elementarteilchen und ihre abzählbaren physikalischen Eigenschaften zurückzuführen ist. Die Errungenschaften der Technik können noch heute, als Wunder bezeichnet werden, obwohl sie für uns inzwischen selbstverständlich sind. Unsere Autos und Fernsehapparate sowie unsere Smartphones, mit denen wir optisch und akustisch mit Menschen rund um die Welt kommunizieren können, würden gewiss von den Menschen noch vor wenigen Jahrhunderten als Wunder bezeichnet werden. Wunderglauben und Mythen der Vergangenheit werden durch den wissenschaftlichen Rationalismus der Gegenwart und Zukunft immer mehr verdrängt.

Grundlagen einer naturwissenschaftlichen Theologie

Die folgenden naturwissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte begründen eine naturwissenschaftliche Theologie, die anstelle auf einem speziellen Glauben auf gesichertem Wissen basiert und die alle göttlichen Eigenschaften eines Gottes vor allem im Entstehungsprozess unseres Universums erkennen lässt. Mit ihnen offenbart sich Göttliches auch ohne Wunder auf der Basis von gesicherten naturwissenschaftlichen Fakten.

  1. Die Erstursache des Universums und unserer Welt

Entsprechend der mit naturwissenschaftlichen Methoden und Experimenten in allen Details gesicherten Urknalltheorie entstanden vor 13,8 Milliarden Jahren in Bruchteilen von Sekunden aus einer Singularität – scheinbar aus dem Nichts – Raum, Zeit, Energie und Materie. Dieses gewaltige Ereignis zum Zeitpunkt Null, das als Urknall bezeichnet wird, ist damit die Erstursache des riesigen Universums mit Trillionen Sonnensystemen, unserer Welt, der Natur und unseres Lebens. Mit ihm wurde unsere reale immanente Welt aus einem unbekannten, übernatürlichen Zustand geschaffen. Was in der Singularität geschah und welche Gesetzmäßigkeiten in ihr galten, kann nicht mit unseren Naturgesetzen beschrieben werden und stellt deshalb eine völlig andere Welt als unsere natürliche Welt dar, die deshalb von Theologen als transzendente Welt bezeichnet wird. Aus ihr entstanden die ersten realen Teilchen, die uns heute als Elementarteilchen in allen Details bestens bekannt sind. Sie sind die Erstursache der Fundamentalkräfte und der uns bestens bekannten Naturgesetzen, die alles bewirkten, was wir im Universum beobachten und verstehen können.

  1. Die elementarsten Lebewesen

Die Elementarteilchen sind als die kleinsten nicht weiter teilbaren Teilchen der Materie bekannt. Sie zeichnen sich erstens durch ihre im Standardmodel der Elementarteilchen aufgeführten sehr spezifischen physikalischen Eigenschaften aus, mit denen sie automatisch Träger von Informationen sind, die ihre Identität präzis charakterisieren. Zweiten besitzen sie die ungewöhnliche Fähigkeit, diese Informationen bei jeder Wechselwirkung mit anderen Elementarteilchen zu kommunizieren, d.h. sie abzusenden, sie zu empfangen und sie zu Kräften zu verarbeiten. Informationsverarbeitung ist die Grundlage jeder Lebensform. Damit stellen die Elementarteilchen die ersten und gleichzeitig die elementarsten Lebewesen dar. Beispielsweise gäbe es ohne die Verarbeitung von genetischen Informationen kein körperliches Leben und ohne die Verarbeitung von Sinnesinformationen auch kein geistiges Leben.

Alles, was Informationen verarbeitet, lebt und hat einen Willen, da mit Informationen etwas auf eine eindeutig vorbestimmte Art und Weise geschieht. In der Informationstechnologie nennt man dies vorprogrammiert. Also lebt alles, was Informationen verarbeitet.  Mit einem Willen entstehen Kräfte, die eine Dynamik des Geschehens auslösen. Im Fall der Elementarteilchen werden physikalische Informationen mit einem elementaren physikalischen Geist/Mechanismus verarbeitet. Sie erzeugen dabei die Fundamentalkräfte, die eine Dynamik entsprechend dem auf diese Weise vorgegeben Willen auslösen. In der belebten Natur werden biologische (genetische) Informationen mit einem biologischen (genetischen) Geist/Mechanismus verarbeitet. Wenn wir denken, werden neuronale Sinnesinformationen mit einem neuronalen Geist/Mechanismus verarbeitet. In allen Fällen geschieht dabei etwas, was über die Informationen einem Willen folgt.

  1. Der kosmologische Samen

Mit ihren sehr spezifischen Informationen sowie dem zugehörigen Mechanismus der Informationsverarbeitung (dem elementaren Geist) sorgten die beim Urknall geschaffenen Elementarteilchen für einen genau definierten Ablauf des Geschehens, ähnlich wie es ein Samen oder ein Ei macht, die mit den in ihnen enthaltenen genetischen Erbinformationen und dem zugehörigen Mechanismus (dem genetischen Geist) ein spezielles klar definiertes Lebewesen reproduzieren. Auf diese Weise war der kosmologische Samen mit seinen physikalischen Informationen dazu vorprogrammiert, mit dem elementaren Leben der Elementarteilchen Schritt für Schritt atomares, später mit ihm molekulares, noch viel später mit ihm biologisches Leben und mit dem körperlichen Leben auch geistiges Leben zu generieren, mit dem wir schließlich auch noch künstliche Intelligenz und künstliches Leben entwickeln konnten. Das entspricht natürlichen Prozessen, die streng nach den Naturgesetzen und mathematischer Logik und Präzision ablaufen und dafür sorgen, dass Leben immer wieder neu entsteht und sich in anderen Formen weiterentwickelt. So wie wir Menschen durch „Trial-and-Error“ immer bessere Geräte und Maschinen entwickeln, so erzeugt die Natur durch Mutation der Erbinformation (Trial) und Selektion (Error) immer komplexere höher entwickelte Lebewesen.

Alle Lebewesen, die sich aus dem kosmologischen Samen entwickelten, bestehen aus vielen lebenden Elementarteilchen, die koordiniert zusammenwirken und so einen lebenden Körper bilden. Das ist wie bei allen biologischen Lebewesen, die sich ebenso aus einem Samen oder einem Ei entwickeln und aus vielen lebenden Zellen bestehen, die koordiniert zusammenwirken und auf diese Weise eine spezielle Pflanze oder ein spezielles Tier bilden.

  1. Das Übernatürliche bzw. die Transzendenz der Singularität

Sowohl pflanzliche Samen als auch Eier leben. Sie werden von Lebewesen erzeugt und dienen ihrer Reproduktion. Alles, was lebt, hat einen Geist, der Informationen verarbeitet und kann nur von etwas Gleichartigem, also Lebendem mit speziellen Informationen und einem Mechanismus, der sie verarbeitet, geschaffen werden. Etwas absolut Geniales wie der kosmologische Samen, der mit wenigen, aber feinabgestimmten, hochpräzisen Informationen und dem elementaren Geist der Elementarteilchen die Fundamentalkräfte generieren und mit ihnen ein lebendes Universum mit vielfältigen Lebensformen entwickeln kann, muss eine ebenso geniale und übermenschliche geistige Ursache haben, die nur mit ungeheurem Wissen und Erfahrungen eines ewigen Leben aus der Vergangenheit und dem übermenschlichen Willen eines allmächtigen Geistes entstehen konnte.

Die Singularität, die beim Urknall den kosmologischen Samen erzeugte, konnte ähnlich wie die Schwarzen Löcher unseres Universums, die ständig Massen verschlingen, kein reales Lebewesen sein, da ein Punkt, der ein riesiges Universum enthält, naturwissenschaftlich grundsätzlich nicht als etwas Reales und Lebendes identifiziert werden kann. Die Singularität, die die Ursache von allem ist, ist uns deshalb auch naturwissenschaftlich nicht zugänglich. Also gelten in ihr andere übernatürliche oder transzendente Gesetzmäßigkeiten, die ihren dynamischen Zustand beschreiben, da sie ja als Zwischenzustand aus etwas zuvor real Lebendes in der Vergangenheit entstanden sein musste, welcher sich durch einen ebenso realen kosmologischen Samen reproduzieren kann. Das entspricht beispielsweise dem umgekehrten Prozess der Schwarzen Löcher, die die realen Massen unseres Universums verschlingen und sie in der Singularität in einen anderen übernatürlichen Zustand verwandeln. Auf diese Weise kann ohne Wunder und Magie erklärt werden, dass unser Universum keineswegs aus dem Nichts entstanden ist, sondern sich auf allerdings noch unbekannte Weise aus einem früheren Universum reproduzieren konnte, welches in einem übernatürlichen, nicht unseren Naturgesetzen gehorchenden, also transzendenten oder imaginären Zustand in der Singularität enthalten war. Da Leben ohne Wunder nur durch Leben erzeugt werden kann, wurde der kosmologische Samen mit den ersten realen Teilchen von einem übernatürlichen bzw. transzendenten Lebewesen geschaffen, welches, wie im Folgenden gezeigt, alle göttlichen Eigenschaften besaß. Da sich unser lebendes Universum mit unserer Welt aus einem kosmologischen Samen vorprogrammiert entwickelt hat, ist davon auszugehen, dass es mit ihm Teil eines lebenden Vorgängeruniversums war, das sich aus ihm über den transzendenten singulären Zwischenzustand reproduzierte.

  1. Die Allmacht der Singularität

Was einen kosmologischen Samen in einem einmaligen Akt erzeugen kann, mit dem automatisch ein riesiges Universum mit physikalischem, chemischem und biologischem Leben nach strengen Regeln nach und nach erschaffen wird, hat unbegrenzte Macht und ist damit allmächtig. Wie sich der kosmologische Samen entwickelt, ist mit den speziellen Informationen und Mechanismen der Elementarteilchen eindeutig und präzis vorgegeben. Da der kosmologische Samen ein Produkt der Singularität ist, wird mit den geschaffenen realen Elementarteilchen auch ihr übernatürlich-mächtiger Wille umgesetzt. Dies geschieht durch die Fundamentalkräfte und die Naturgesetze, die ihrerseits durch den Informationsaustausch zwischen den Elementarteilchen entstehen, deren ebenso übernatürlich-genialen Eigenschaften nur durch ein unvorstellbar umfangreiches Wissen aus ewiger Vergangenheit erklärt werden können, welches beim Urknall mit ebenso unvorstellbar riesiger Intelligenz genutzt wurde.

  1. Aus der Allmacht abgeleitete göttliche Eigenschaften

Allmacht bedeutet u.a.: Ewiges Leben, Allwissenheit, unvorstellbare Intelligenz und Genialität sowie Allgegenwart und Wandelbarkeit. Ewiges Leben wird durch ständige Erneuerung garantiert. Dies wird in der belebten Natur durch die Genetik sichergestellt. Bei einem transzendenten Gott wird es über die Transzendenz der Singularität und über den aus ihr produzierten realen kosmologischen Samen garantiert, der das Universum entwickelt. Dieser Prozess offenbart durch Wandelbarkeit von Immanenz zu Transzendenz und umgekehrt sowie durch Allwissenheit, Superintelligenz, Supergenialität sowie Allgegenwart alle göttlichen Eigenschaften und Fähigkeiten. Da Gott allgegenwärtig ist, verwandelt er sich ohne Wunder mit den Elementarteilchen zu Atomen, mit ihnen zu Molekülen und biologischen Systemen und schließlich in eine Vielfalt von verschiedenartigen Pflanzen und Tieren sowie in uns Menschen. Über seine Allgegenwart führt er nicht nur in der Transzendenz der Singularität, sondern auch in allen realen Welten, also im ganzen Universum sein Leben nach seinem Willen. Dieser wird über die Fundamentalkräfte ausgeführt, die die Entwicklung des kosmologischen Samens vorantreiben. Mit ihnen lebt das Universum von Anfang an. Es beginnt überall im ganzen Universum mit dem elementaren Leben der Elementarteilchen, mit denen das physikalische Leben der Atome entsteht, das zu dem chemischen Leben der Moleküle führt und grundsätzlich überall dasselbe biologische Leben wie auf der Erde entwickeln kann.

  1. Das Universum lebt

Alles im Universum lebt. Alles Leben entfaltet sich aus dem kosmologischen Samen in Raum und Zeit im gesamten Universum.  Alles mit Ausnahme der Dunklen Materie besteht aus den bekannten Elementarteilchen, die wegen ihrer Kommunikationsfähigkeit die elementarsten Lebewesen darstellen. Alles trägt Informationen, die von einem Mechanismus/Geist verarbeitet werden. Alles, was in unserer realen Welt im Universum existiert, besitzt einen Körper und einen Geist, der Informationen verarbeitet. Damit stellt das Universum mit unserer Welt ein riesiges ungewöhnliches Lebewesen dar, bei dem jede anorganische Lebensform aus fortentwickelten physikalischen und chemischen Lebensformen besteht, so wie auch wir Menschen aus Atomen, Molekülen und biologischen Zellen bestehen, die alle über Informationsverarbeitung ein eigenes Leben führen. Dieses ungewöhnliche Lebewesen kann naturwissenschaftlich als Gott bezeichnet werden, da sich ausnahmslos alle göttlichen Eigenschaften in der Singularität, im kosmologischen Samen und in der Entwicklung des Lebens im Universum und auf unserer Welt offenbaren. So wie in der belebten Natur die genetischen Informationen in allen Zellen der ursprünglichen Pflanze, in ihrem Samen und der sich daraus entwickelnden Pflanze existieren und von dem genetischen Geist verarbeitet werden, so existieren auch die Informationen der Elementarteilchen in allen Atomen des Universums und werden von ihrem elementaren Geist verarbeitet. Analog zu der Pflanzen- und Tierwelt reproduziert sich Gott aus dem lebenden kosmologischen Samen zu dem lebenden Universum, unserer lebenden Welt und schließlich sogar zu uns und führt in jeder Materie und in uns sein spezielles alles umgreifendes körperliches und geistiges Leben.

Schlussbemerkungen

Mit dem Begriff Gott wird ein hypothetisches überirdisches und allmächtiges Lebewesen bezeichnet, das nicht nur uns und unsere Welt, sondern auch das ganze Universum erschaffen hat. Wie in diesem Artikel ausgeführt, offenbaren die Naturwissenschaften, wer oder was Gott aufgrund seiner speziellen göttlichen Eigenschaften und Fähigkeiten ist. Demnach lebt Gott in allem, was existiert – im Universum, unserer Welt und in uns. Als allgegenwärtiges Wesen lebt er über die Elementarteilchen ausnahmslos in allem und entwickelt sich mit ihnen aus seinem kosmologischen Samen zu den verschiedensten komplexen Lebensformen, die wir auf unserer Welt identifizieren können. Er kann sich ferner über transzendente Singularitäten immer wieder identisch reproduzieren oder aber auch durch andere physikalische Eigenschaften der Elementarteilchen neuartige Lebensformen, die wir uns nicht vorstellen können, generieren. Sein unbeugsamer Wille wird mit den Informationen der Elementarteilchen und ihrem elementaren Mechanismus umgesetzt. Was dieser Gott genau will, sagen uns seine Naturgesetze, nach denen alles streng geregelt abläuft. Aufgrund göttlicher Perfektion dulden sie keine Abweichungen, d.h. keinerlei Wunder, denn diese würden seine Kompetenz in Frage stellen.

Gott lebt im Universum ewig, da er sich immer wieder selbst über eine transzendente Singularität reproduzieren kann und über alle Prozesse seiner Entstehung alle göttlichen Eigenschaften ohne jede Ausnahme offenbart. Was wir als Gott bezeichnen, ist ein übernatürliches Lebewesen, das sich in unserer realen Welt und im Universum als ewig lebendes Wesen offenbart. Gott ist damit keine Person, die unsere Anbetung fordert und auf unserer Welt Wunder wirkt. Er ist absolut alles und wir sind nur ein unscheinbar winziger Teil von ihm mit einem Hauch seiner göttlichen Eigenschaften.

Da wir mit den Naturwissenschaften in der Lage sind, unsere Welt und was in ihr geschieht, anhand von experimentellen Fakten zu verstehen, war, seit es sie gibt, vorhersehbar, dass wir mit ihnen früher oder später, wenn die Zeit dazu reif geworden ist, auch die Probleme verstehen können, die in der Philosophie und Theologie diskutiert werden. Mit den Erkenntnissen der letzten wenigen Jahrzehnte ist dazu offensichtlich der entscheidende Durchbruch vor allem mit den Erkenntnissen der Informationswissenschaften gelungen. So wie sie die technischen und elektronischen Geräte mit dem daraus entstehenden Wissen verändern, so ändern sie auch unser tägliches Leben und vor allem den Sinn unseres Lebens, der durch uralte Glaubensvorstellungen mit einer Auferstehung von den Toten verbunden ist, was allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Dabei beweist die Genetik die perfekte Reproduktion des körperlichen biologischen Lebens bei Pflanzen Menschen und Tieren, so wie sich auch Gott über eine Singularität und den von ihr versursachten kosmologischen Samen reproduzieren kann.  Veränderungen verschaffen Abwechslung und stete Erneuerung und sorgen auf diese Weise für ein spannendes Leben. Damit wird mit übernatürlicher Genialität ewige Langeweile ausgeschlossen.

Unser Leben ist Teil des komplexen Lebens des Universums. Auch unser Leben funktioniert nur durch Zusammenwirken vieler Lebensformen, die vollautomatisch ohne unser Zutun arbeiten. Die alles entscheidende Rolle beim Aufbau und der Funktion unseres Körpers spielen neben den physikalischen und chemischen Lebensformen vor allem die genetisch gesteuerten biologischen Lebensformen. Mit unseren Sinnesorganen und unserem zentralen Nervensystem können wir eigene Informationen aus dem Umfeld aufnehmen und verarbeiten und so einen denkenden Geist entwickeln, der uns ein eigenständiges nahezu unabhängiges geistiges Leben ermöglicht. Auch das von uns entwickelte anorganische technische und elektronische Leben ist nur durch das spezielle physikalische Leben der Elementarteilchen möglich, die den Willen eines nicht mit den Naturgesetzen beschreibbaren übernatürlichen Wesens in allem, was auf unserer Welt existiert, umsetzen.

Erst die Erkenntnisse der Naturwissenschaften der letzten Jahrzehnte lassen uns die unglaubliche Genialität der Entstehung unserer Welt und des körperlichen und geistigen Lebens verstehen. Dass die Menschheit einen Verstand entwickeln und mit den Naturwissenschaften ein ungeheures Wissen erzeugen konnte, gleicht einem Wunder. Einem Wunder gleicht auch die Tatsache, dass alles Leben im Universum zwar mit nahezu unendlich vielen, aber nur mit abzählbar wenigen verschiedenartigen physikalischen Informationen der Elementarteilchen entstanden ist und durch ihr Zusammenwirken eine Flut von neuen Informationen generieren und durch ihre Verarbeitung neben Atomen und Molekülen komplexe Lebensformen erschaffen konnte. Ferner gleicht es ebenso einem Wunder, dass die Menschheit mit einem Minimum von Informationen im kosmologischen Samen einen denkenden Geist und ein Bewusstsein entwickeln konnte, welches uns verstehen lässt, dass wir die am weitesten entwickelte Lebensform des lebenden Universums sind, mit der sich ein übernatürliches Lebewesen, das wir als Gott bezeichnen können, aufgrund der im Entstehungsprozess identifizierten göttlichen Eigenschaften in unserer realen Welt reproduziert.

Anmerkung

Dieser Artikel basiert ausschließlich auf gesichertem über das Internet, z.B. Wikipedia, allgemein zugänglichem naturwissenschaftlichem Basiswissen, das sich in unserem täglichen Leben ständig bewährt und mit den Errungenschaften der modernen Technik unsere Welt verändert hat. Grundlegende Themen wie Naturwissenschaft des Geistes, Evolution der Information, der Ursprung des Lebens, usw. wurden bereits in früheren Artikeln des Autors unter  www.tabularasamagazin.de  vertieft.

Über Hans Sixl 70 Artikel
Dr. Hans Laurenz Sixl, Jahrgang 1941, arbeitete als Professor für Physik an den Universitäten Stuttgart und Frankfurt und als Visiting Professor in Durham (UK) und Tokyo (J). Von 1986 bis 2001 war er Forschungsdirektor in der Chemischen Industrie und Vorstandsmitglied der deutschen Physikalischen Gesellschaft. Seine Arbeitsgebiete waren Spektroskopie und Materialforschung. Er hat die Molekularen Elektronik in Deutschland begründet und lehrte an der Universität Frankfurt.