Europa in Flammen: Drei Feuerwehrleute sterben in Griechenland – auch Deutschland wird verwundbarer

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Auf Kreta fliehen Urlauber und Einwohner vor einer kilometerlangen Feuerfront, in Frankreich sind Zehntausende Menschen von den Folgen großer Brände betroffen. Auch Deutschland hat erst vor wenigen Tagen einen Großeinsatz im Müritz-Nationalpark beendet. Die Feuer haben verschiedene Auslöser – doch Hitze, Trockenheit und Wind entscheiden darüber, wie schnell aus einem Funken eine Katastrophe werden kann. Und genau diese Bedingungen verschärft der Klimawandel.

Es sind Bilder, die längst nicht mehr nur aus einem Land kommen. Auf Kreta kämpft die Feuerwehr gegen einen außer Kontrolle geratenen Brand, in Spanien und Frankreich lodern weitere Feuer, in der Türkei mussten Menschen ihre Häuser verlassen. Die europäische Waldbrandsaison hat Ende Juli ein Ausmaß erreicht, das selbst nach den verheerenden Vorjahren heraussticht. Die Tagesschau berichtet aktuell über die Brände in Griechenland und der Türkei.

Besonders dramatisch ist die Lage in Griechenland. Zwei Feuerwehrleute kamen bei einem Einsatz auf Kreta ums Leben. Ein weiterer Feuerwehrmann wurde nahe Gytheio auf dem Peloponnes tot aufgefunden. Auf Kreta soll sich die Feuerfront nach Angaben aus Griechenland über rund 15 Kilometer erstreckt haben. Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten; auf mehreren Inseln und in Teilen des Festlands galt eine sehr hohe Feuerwarnung. Reuters meldete ebenfalls drei tote Feuerwehrleute und Evakuierungen auf Kreta.

Noch mehr Fläche verbrannt als im Rekordjahr 2025

Wie ungewöhnlich die Saison ist, zeigen die EU-Zahlen. Nach Daten des Joint Research Centre der Europäischen Kommission waren in der EU seit Jahresbeginn bis zum 29. Juli 434.976 Hektar durch Feuer betroffen. Zum selben Zeitpunkt des Jahres 2025 – das später als Rekordjahr in die Statistik einging – waren es 346.836 Hektar. Der langjährige Durchschnitt liegt für diesen Zeitpunkt bei 172.186 Hektar. Die laufenden EU-Zahlen veröffentlicht das Joint Research Centre auf seiner aktuellen Waldbrandseite.

Dabei fällt auf: Die Zahl der registrierten Feuer liegt 2026 bislang nicht höher als im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2025, die verbrannte Fläche aber schon. Daraus folgt nicht, dass jedes einzelne Feuer extremer verläuft. Es zeigt vielmehr, welche Schäden entstehen können, wenn trockene Vegetation, Hitze und Wind zusammenkommen.

Für Ende Juli und Anfang August weist das europäische Waldbrandinformationssystem für weite Teile West- und Mitteleuropas sehr extreme oder extreme Feuerwetterbedingungen aus. Besonders hoch ist die Belastung in Frankreich, rund um die Alpen, auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen des Balkans. EFFIS aktualisiert diese Gefahreneinschätzung fortlaufend.

Klimawandel legt kein Feuer – aber er verändert die Bedingungen

Bei der Verbindung zwischen Waldbränden und Klimawandel ist Genauigkeit wichtig. Ein heißer Sommer beweist für sich genommen ebenso wenig den Klimawandel wie ein einzelner Waldbrand. Und der Klimawandel zündet keinen Wald an. Die große Mehrheit der Waldbrände in Europa wird nach Angaben der Europäischen Umweltagentur durch Menschen ausgelöst – absichtlich oder versehentlich.

Für den Verlauf eines Brandes sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Trockenheit, Wind und der Zustand der Vegetation maßgeblich. Sie bestimmen, wie schnell sich Flammen ausbreiten können. Die Europäische Umweltagentur hält fest, dass der Klimawandel das Waldbrandrisiko in Europa bereits erhöht hat. Für viele Regionen werden längere Brandsaisons und eine Ausweitung feuergefährdeter Gebiete erwartet. Die Europäische Umweltagentur erläutert den Zusammenhang zwischen Klima, Feuerwetter und Waldbrandrisiko ausführlich.

Brandursache und Brandverlauf müssen deshalb getrennt betrachtet werden. Ein weggeworfener Zigarettenstummel, ein technischer Defekt oder Brandstiftung können ein Feuer auslösen. Trockene Vegetation, hohe Temperaturen und kräftiger Wind können daraus binnen kurzer Zeit einen Großbrand machen. Jedes Feuer unmittelbar „dem Klimawandel“ zuzuschreiben, wäre falsch. Den Einfluss der Erwärmung auf das Feuerwetter auszublenden, wäre es ebenso.

Deutschland ist längst nicht außen vor

Dass das Problem nicht an der Mittelmeerküste endet, hat Deutschland in diesem Juli selbst erlebt. Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern brannte es über mehrere Tage auf einer Fläche von rund 390 Hektar. Zeitweise waren mehrere Hundert Einsatzkräfte vor Ort, Bundeswehrhubschrauber warfen Löschwasser ab. Alte Munition im Boden machte die Arbeit zusätzlich gefährlich. Erst am 25. Juli begann nach dem weitgehend gelöschten Großbrand der Abbau des umfangreichen Feuerwehrmaterials. Die Tagesschau dokumentierte den Großeinsatz und die anschließenden Aufräumarbeiten.

Schon zuvor hatten Hitze und Trockenheit die Waldbrandgefahr in mehreren Bundesländern stark steigen lassen. Brandenburg, Baden-Württemberg und weitere Regionen erreichten zeitweise hohe oder sehr hohe Gefahrenstufen. 2025 verbrannten in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung gut 2.600 Hektar Wald. Für 2026 warnten Feuerwehren und Behörden bereits im Juli vor einer erneut außergewöhnlich belastenden Saison. Die ARD hat dazu die deutsche Waldbrandvorsorge und die Rolle des Bundes untersucht.

Feuerwetter wird zum europäischen Problem

Die Unterschiede zwischen Kreta, Südfrankreich und Mecklenburg-Vorpommern bleiben groß. Vegetation, Landschaft, Löschtechnik und Brandursachen sind nicht dieselben. Trotzdem verbindet diese Orte eine Entwicklung: Feuerwetter ist in Europa nicht mehr nur ein Problem des klassischen Mittelmeerraums. Auch Regionen weiter nördlich erleben bei Dürre und Hitze Bedingungen, unter denen Brände schneller groß werden und schwieriger zu bekämpfen sind.

Gute Feuerwehren, frühe Warnungen, Brandschneisen, belastbare Wasserversorgung und eine angepasste Wald- und Landschaftspflege können Schäden begrenzen. Die Zahlen der Europäischen Umweltagentur zeigen sogar, dass verbesserte Brandbekämpfung im Mittelmeerraum über lange Zeit Wirkung hatte. Klimawandel bedeutet also nicht, dass jede Gegenmaßnahme sinnlos wäre. Im Gegenteil: Je ungünstiger die Wetterbedingungen werden, desto wichtiger werden Prävention und schnelle Reaktion.

In Griechenland zeigt sich derzeit, was solche Bedingungen bedeuten. Drei Feuerwehrleute haben bei den Einsätzen ihr Leben verloren. Die Ursache jedes einzelnen Brandes müssen Ermittler klären. Wie Hitze, Trockenheit und Wind das Feuerwetter verschärfen, ist dagegen wissenschaftlich gut beschrieben.