Claus-Artur Scheier: Philosophie des deutschen Idealismus, Felix Meiner Verlag, Hamburg 2025, ISBN: 978-3-7873-4487-1, 32,90 EURO (D)
Dieser Band enthält 26 Aufsätze und Vorträge zu den wichtigsten Denkern der klassischen deutschen Philosophie. Beginnend mit einem Text zur Unendlichkeit von Cusanus bis Hegel versammelt er u. a. Beiträge zu Rousseau, Kant, Fichte, Schiller, Schelling, Solger und Hegel und behandelt damit das gesamte philosophische Spektrum der Epoche.
Der deutsche Idealismus bleibt aktuell, so Scheier, weil das moderne Denken sich geschichtlich immer neu zu legitimieren genötigt ist. Denn es bezieht seine Legitimation aus der Abgrenzung vom scheinbaren Fortbestehen vergangener metaphysischer Optionen. Als wie triftig aber erweisen sich Nietzsches, Heideggers oder Derridas Konzepte dieser Geschichte, die jeweils als Dekadenzprozess, zunehmende Seinsvergessenheit oder Abschließung im Sich-sprechen-hören-Wollen gefasst wurden?
Seit der frühen Neuzeit (und grundgelegt schon im Denken der frühen griechischen Poleis) ist die europäische Philosophie eine progressive Theorie der Freiheit, derer wir uns wohl vergewissern müssen, um in der globalen Krise der Demokratie Rede zu stehen, wer wir sind und was wir nicht bereit sein können, uns nehmen zu lassen.
Einführend wird der Gedanke des Seins als Unendlichkeit von Cusanus zu Hegel betrachtet.
Die 26 Aufsätze und Vorträge werden thematisch gesammelt. Zunächst geht es um das Jahrhundert Rousseaus, danach folgen Aufsätze zum Idealismus und zur Frühromantik und die Peripetien der Kunst. Die Schwerpunkte Natur und Geschichte sowie Idealismus und Moderne werden dann vorgestellt.
Ausführliche Anmerkungen zu den vorgestellten Texten, ein Siglen- und Abkürzungsverzeichnis, ein Literaturverzeichnis, ein Namensregister und Nachweise beschließen das Buch.
Das Buch ist spannend zu lesen, das die hohe Komplexität des Themas widerspiegelt. Eine der wichtigsten Epochen der deutschen Philosophie zu verstehen, richtet sich dieses Buch nicht an Anfänger*innen oder philosophisch nicht geschulte Personen. Es ist eine Fachpublikation, das die gesamte Breite des Themas als eine Art Fundgrube bereithält und dazu auch noch Lust auf Vertiefung macht.
