Energie-Schock für Bayern! Strompreise fressen die Wettbewerbsfähigkeit

Spule, Starkstrom, Hochspannung, Quelle: analogicus, Pixabay License, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig

Nachdem der Energiepreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. im Oktober zurückging, ist der Index im November um 2,0 Prozent auf 110,2 Punkte angestiegen. „Bedauerlicherweise sehen wir wieder einen Anstieg des Energiepreisindexes. Die hohe Belastung durch die Energiekosten zeigt sich vor allem im langfristigen Vergleich: Die Preise für Energie für die bayerische Wirtschaft lagen im November 2025 – verglichen mit dem Vor-Corona-Niveau von 2019 – um über 30 Prozent höher. Ein fataler Standortnachteil, der uns den so dringend benötigten Befreiungsschlag raus aus der Konjunktur- und Strukturkrise deutlich erschwert“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der Teilindex für Primärenergie notierte im November 2025 bei 97,2 Punkten. Im Vergleich zum Vormonat Oktober stieg der Index um 1,0 Prozent an. Verantwortlich für das Plus im November gegenüber dem Oktober waren höhere Einfuhrpreise für Erdgas (+3,6 Prozent) und Steinkohle (+2,8 Prozent). Trotz des Anstiegs im Vergleich zum Vormonat lagen die Erzeugerpreise für Steinkohle (-20,9 Prozent) und Erdgas (-15,6 Prozent) deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 verharren hingegen die Preise für Erdgas bei Abgabe an die Industrie (+109,0 Prozent) insbesondere weiter auf einem extrem hohen Niveau.

Der Teilindex für Sekundärenergie stieg im November überdurchschnittlich stark an. Im Vergleich zum Oktober lag er um 2,9 Prozent höher bei 123,3 Punkten. „Grund für den Anstieg im Vormonatsvergleich waren vor allem höhere Erzeugerpreise für die auf Erdöl basierenden Primärenergieträger Leichtes Heizöl und Flüssiggas. Beide verzeichneten jeweils einen Anstieg um 10,1 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent. Hier macht sich der Beginn der Heizperiode bemerkbar. Auch der Preis für Diesel stieg um 4,0 Prozent an“, erläutert Brossardt.

Aus Sicht der vbw braucht der Wirtschaftsstandort dringend ein niedrigeres Strompreisniveau. „Hohe Energiekosten sind einer unserer größten Standortnachteile und belasten unsere Unternehmen massiv. Das schwächt die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Eine zügige Entlastung der Industrie – angefangen bei den Energiepreisen – ist daher zwingend erforderlich. Anderenfalls droht eine weitere Beschleunigung der bereits voranschreitenden De-Industrialisierung. Entscheidend ist für uns: Es braucht eine dauerhafte Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau für alle Branchen. Auch die Einführung eines Industriestrompreises ist ein wichtiger Schritt, muss aber wirksam und praxistauglich ausgestaltet sein, um tatsächlich zu entlasten“, so Brossardt.

Basisjahr für den vbw Energiepreisindex ist 2021 (2021=100). Weitere Erläuterungen zum vbw Energiepreisindex finden Sie unter www.vbw-bayern.de/Energiepreisindex