Stadtgalerie Bad Soden zeigt 2026 eine stille, kraftvolle Hommage an Günther Uecker

© Günther Uecker │ Galerie am Dom, Wetzlar

Im März 2026 wird Bad Soden zum Ort einer außergewöhnlichen Begegnung mit dem Werk von Günther Uecker. Nur wenige Monate nach dem Tod des Künstlers, der am 10. Juni 2025 im Alter von 95 Jahren in Düsseldorf verstarb, zeigt die Stadtgalerie Bad Soden eine hochkarätige Ausstellung mit druckgrafischen Arbeiten, Bronzen und ausgewählten kleinformatigen Unikaten. Eine Ausstellung von stiller Intensität – und großer Aktualität.

Die Ausstellung in Bad Soden bei Frankfurt versteht sich als Würdigung eines Künstlers, der die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts entscheidend geprägt hat. Die Ausstellung erzählt nicht nur von einem Werk, sondern von einer Haltung – von Humanität, Spiritualität und künstlerischer Konsequenz.

Galerie am Dom, Wetzlar

Das Interesse der für die Ausstellung verantwortlichen Wetzlarer Galerie am Dom an Werk und Person Günther Ueckers geht bis in die 1990er Jahre zurück. Bereits damals wurden seine grafischen Prägungen in der Galerie gezeigt. Seither begleitete die Galerie sein Werk kontinuierlich, realisierte bedeutende Ausstellungen – von der ZERO-Schau 2003 in Wetzlar bis zur Präsentation der „Huldigung an Hafez“ 2022 in Bad Homburg. Diese langjährige Nähe verleiht der Ausstellung in Bad Soden eine besondere Authentizität. „Sie ist kein zufälliges Projekt, sondern das Ergebnis einer Beziehung und tiefen Bewunderung seines Werks und unseres intensiven Sammelns seiner Arbeiten, die diese vielschichtige Präsentation möglich machen“, so Galerist Michael M. Marks.

Huldigung an Hafez. © Günther Uecker │ Galerie am Dom, Wetzlar

Im Zentrum der aktuellen Ausstellung der Stadtgalerie Bad Soden steht Ueckers druckgrafisches Schaffen. Uecker verstand Druckgrafik nie als bloßes reproduktives Medium, sondern als eigenständiges Experimentierfeld. Seine Sanddrucke, Siebdrucke, Prägedrucke und Lithografien entfalten eine überraschende körperliche Präsenz. Das Spiel mit Schwarz, seinen Abstufungen ins Grau und in feinste Zwischentöne bis hin zur Farbe macht die meditative Kraft dieser Arbeiten spürbar. Die zahlreich ausgestellten Werke stammen aus verschiedenen Jahrzehnten seines kreativen Schaffens.

Galerie am Dom, Wetzlar

Ergänzt wird die Schau durch Unikate, ausgewählte Bronzen, die einen intimen Blick auf Ueckers Denken ermöglichen. Ein durchnagelter Zeitungsblock etwa verweist auf seine kritische Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte und Medien. Ein Kreuz thematisiert Glauben und Spiritualität. Das berühmte „Kissen“ erzählt von einer Reise nach Bhutan und von der Verbindung von Kunst, Meditation und Alltag. Diese Werke zeigen Uecker nicht als monumentalen Gestalter, sondern als fragenden, suchenden Künstler. Die Ausstellung in Bad Soden ist ein Ort der Erinnerung, der Verdichtung und der Aktualisierung eines Werks, das hochaktuell und relevant ist.

Uecker-Sarajewo 2 © Günther Uecker – Galerie am Dom, Wetzlar

Der Eintritt frei ist, was den Anspruch unterstreicht, Kunst nicht exklusiv, sondern zugänglich zu denken – ganz im Sinne Günther Ueckers. Alle Arbeiten sind käuflich zu erwerben.

Die Stadtgalerie im Badehaus ist mitten im Bad Sodener Kurpark gelegen.

Königsteiner Str. 86

65812 Bad Soden am Taunus

Die Ausstellung ist vom 28. Februar bis 29. März immer Mittwoch, Samstag und Sonntag von 15-18 Uhr geöffnet. Bei konkretem Kaufinteresse auch jederzeit nach Vereinbarung unter: 0171 3854113 (Michael M. Marks)

https://www.bad-soden.de/freizeit/kunst-kultur/ausstellungen/stadtgalerie/guenther-uecker/

https://www.galerie-am-dom.de/

 

Über Marc Peschke 38 Artikel
Marc Peschke, 1970 geboren, Kunsthistoriker, Texter, Kulturjournalist und Künstler, lebt in Wertheim am Main, Wiesbaden und Hamburg. Er hat in Mainz Kunstgeschichte, Komparatistik und Ethnologie studiert. Seitdem schreibt der gebürtige Offenbacher unter anderem über Bildende Kunst, Fotografie, Fotokunst und Popmusik. Gelegentlich arbeitet er auch als freier Kurator, war Mitinhaber und Mitbegründer der Fotokunst-Galerie KUNSTADAPTER in Wiesbaden und Frankfurt am Main – sowie der Kultur-Bar WAKKER in Wiesbaden. In Wertheim am Main ist er Kurator des exklusiven Kunstraum ATELIER SCHWAB. Seit 2008 zahlreiche eigene Ausstellungen im In- und Ausland. Marc Peschkes künstlerische Arbeiten entstehen zumeist auf seinen zahlreichen Reisen und sind in verschiedenen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten. Seit 2020 ist Marc Peschke unter dem Namen MASCHERA auch wieder als Musiker aktiv. Im Jahr 2022 wird er kuratorisch die Wiesbadener Fototage unterstützen. www.marcpeschke.de