Eröffnung in der Galerie Schwind Berlin:
Samstag, den 31. Januar 2026 um 13 Uhr
Der Künstler wird zur Eröffnung anwesend sein. Ausstellungsdauer: 31. Januar – 21. März 2026
Vom 31. Januar bis zum 21. März 2026 zeigt die Galerie Schwind in Berlin die neusten Gemälde und Pergament-Arbeiten von Michael Triegel, einem der profiliertesten Vertreter der Neuen Leipziger Schule – bekannt für seine altmeisterliche Bildsprache und die zeitgenössische Deutung religiöser und mythologischer Themen.

Im Mittelpunkt steht das Gemälde Doxa, in dem Triegel die Frage nach der Herrlichkeit Gottes und ihrer sinnlichen Erscheinung in der Welt verhandelt. Der Titel „Doxa“ verweist auf den griechischen Begriff für „Glanz“, „Ruhm“ oder „Herrlichkeit“. Triegel knüpft damit an die Vorstellung an, dass sich das Göttliche im Sichtbaren, im „Schein der Dinge“ andeutet – ein Gedanke, den Goethe in Faust II mit dem Satz „Am farbigen Abglanz haben wir das Leben“ formuliert hat.
In der Bildkomposition begegnet der Betrachter einem komplexen Gefüge aus Figuren, Symbolen und Anspielungen: Eine zentrale Rolle spielt der Psychopompos, der Seelenführer der Griechen: Doch nicht die Figur im Prunkmantel führt, sondern ein unscheinbarer Sperling, der als Stellvertreter des Hermes die verletzten Flügel der Seelen begleitet und so das Motiv der Führung in ein leises, fast demütiges Bild verdichtet.
Flankiert werden die Gemälde von Stillleben auf Pergament, in denen Michael Triegel seine Auseinandersetzung mit Erscheinung, Materialität und Transzendenz in konzentrierter Form fortführt. Die feine, durchscheinende Struktur des Pergaments verleiht den Motiven eine nahezu körperlose Präsenz und unterstreicht die Spannung zwischen stofflicher Wirklichkeit und geistiger Dimension. Triegels präzise, altmeisterliche Malweise lässt die Objekte wie Früchte und Blumen mit größter sinnlicher Konkretion auftreten und öffnet gerade dadurch den Blick auf das, was sich dem direkten Zugriff entzieht: das Unsichtbare, das im zarten Licht, in Reflexen und Schatten, im „farbigen Abglanz“ der Dinge aufscheint.
Parallel zur Ausstellung feiert der Kinofilm „Triegel trifft Cranach“ über die Entstehung des Naumburger Altars seine Premiere: Regisseur Paul Smaczny begleitete Michael Triegel mehrere Jahre lang, während der Entstehung des viel diskutierten Naumburger Altars, der sich zurzeit im Vatikan befindet. Direkt nach der Ausstellungseröffnung in der Galerie Schwind wird die Premiere des Films im Filmtheater am Friedrichshain stattfinden. Offizieller Kinostart ist der 5. Februar.



Weitere Informationen zum Film: https://www.yorck.de/filme/triegel-trifft-cranach
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