Duldung statt Durchsetzung: Wie NRW den Rechtsstaat verspielt

Saum, Einwanderung, Offizier, Quelle: Mohamed_hassan, Pixabay. Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig
17 Jahre Duldung, 1 Million Euro und niemand fühlt sich zuständig
Befund zum anhaltenden Staatsversagen unter Hendrik Wüst
Was dieser Fall offenlegt, ist eben kein „bedauerlicher Einzelfall“, sondern das Symptom eines strukturellen Versagens: Politisch gewollt, administrativ gedeckt und moralisch vernebelt.
Was ist passiert: Ein ausreisepflichtiger, mehrfach vorbestrafter Mann wird seit 2009 geduldet, obwohl ein Gericht die Abschiebung bestätigt hat, die Staatsangehörigkeit geklärt ist und Rückführungen nach Bosnien-Herzegowina regelmäßig funktionieren. Nicht fehlende Möglichkeiten, sondern fehlender Wille erklären, warum hier nichts geschieht.
Während Leistungsträger mit steigenden Abgaben belastet werden, fließen rund 87.600 Euro jährlich an eine Familie ohne Aufenthaltsrecht, über 17 Jahre hinweg ein siebenstelliger Betrag, zuzüglich Justiz-, Polizei- und Folgekosten. Das ist kein Sozialstaat mit Herz, das ist ein Sozialstaat ohne Rückgrat.
Besonders entlarvend ist die politische Schutzbehauptung, konsequentes Handeln sei „Wasser auf die Mühlen radikaler Parteien“. Das Gegenteil ist richtig: Untätigkeit ist der Treibsatz für Radikalisierung. Wer Recht nicht durchsetzt, delegitimiert den Staat selbst. Konservativ zu handeln heißt nicht, laut zu sein. Es heißt, Rechtsstaatlichkeit verlässlich anzuwenden, gerade wenn es unbequem ist.
Die Verantwortung lässt sich nicht nach unten delegieren. Sachbearbeiter wenden Recht an; Richtlinien setzt die Politik. In Nordrhein-Westfalen stellt die CDU seit Jahren die Regierung. Wer Abschiebungen will, kann sie organisieren. Wer sie nicht will, findet Gründe: Kinder, Akten, Zuständigkeiten. Ein Staat, der Gesetze relativiert, weil Schlagzeilen drohen, hat seine Prioritäten verloren.
Bleiberecht braucht Rechtmäßigkeit, Solidarität braucht Fairness, Autorität braucht Durchsetzung. Alles andere ist wüste Symbolpolitik auf Kosten derjenigen, die arbeiten, einzahlen und sich an Regeln halten. Wer Vertrauen zurückgewinnen will, muss handeln und nicht erklären, warum man es wieder einmal nicht tut.
Über Sylvia Pantel 34 Artikel
Sylvia Maria Pantel (1. Januar 1961 in Düsseldorf) ist eine deutsche Politikerin, die der Werteunion angehört und zuvor Mitglied der CDU war. Von 2013 bis 2021 vertrat sie die CDU im Deutschen Bundestag während der 18. und 19. Legislaturperiode. Bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 gewann Pantel den Wahlkreis Düsseldorf II und zog jeweils direkt ins Parlament ein. 2021 verfehlte sie jedoch sowohl das Direktmandat als auch den Wiedereinzug über die Landesliste der CDU Nordrhein-Westfalen, auf der sie Platz 40 innehatte. In der 19. Legislaturperiode war sie ordentliches Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Darüber hinaus arbeitete sie als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, im Ausschuss für Inneres und Heimat sowie im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Pantel engagierte sich viele Jahre als Kreisvorsitzende der Frauen-Union Düsseldorf und führte zudem den CDU-Ortsverband Düsseldorf-Rath. Sie gehörte dem Kreisvorstand des CDU-Kreisverbandes Düsseldorf an und war von 2013 bis 2021 Mitglied im Bundesvorstand der Frauen-Union. Außerdem ist sie Mitglied der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, dem Arbeitnehmerflügel der CDU. In einem Interview mit der Rheinischen Post bekundete sie ihr Interesse an einer weiteren Bundestagskandidatur. Am 28. März 2024 erklärte Pantel ihren Austritt aus der CDU und trat anschließend der Werteunion bei. Zuvor hatte sie alle Parteiämter niedergelegt und einen Wechsel zur Werteunion unter der Führung von Hans-Georg Maaßen nicht ausgeschlossen. Heute ist Pantel Landesvorsitzende der Werteunion Nordrhein-Westfalen sowie stellvertretende Bundesvorsitzende. Für die Bundestagswahl 2025 kandidierte sie als Direktkandidatin im Düsseldorfer Süden.