400 Millionen sind die Grenze – Salzburg zieht bei den Festspielhäusern die Notbremse

Salzburg, Mozart-Wohnhaus, SGL

Die Technik ist veraltet, Werkstätten und Bühnen müssen modernisiert werden. Doch das Großprojekt droht immer teurer zu werden. Das Land Salzburg setzt nun eine feste Obergrenze – und zwingt die Planer zu schmerzhaften Kürzungen.

Sanierung ja, Blankoscheck nein

Das Große Festspielhaus, die Werkstätten und weitere Bereiche des Festspielbezirks müssen erneuert werden. Teile der Bühnen- und Haustechnik haben ihre geplante Lebensdauer überschritten. Arbeitsabläufe und Sicherheitsanforderungen haben sich verändert. Niemand bestreitet den Sanierungsbedarf.

Der Streit beginnt bei der Summe. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler stellte klar, dass das Land Salzburg nicht mehr als 400 Millionen Euro beitragen werde. Der ORF Salzburg nennt für die erste Bauphase 395 Millionen Euro, hinzu kommen 38 Millionen für Ersatzspielstätten und Ausweichwerkstätten.

Der Mönchsberg wird Teil des Projekts

Die erste Phase umfasst die Sanierung des Großen Festspielhauses, eine Erweiterung in den Mönchsberg und ein neues Werkstättengebäude. Das offizielle Projekt Festspielbezirk 2030 beschreibt einen Umbau, der den laufenden Festivalbetrieb, Denkmalschutz, Logistik und moderne Bühnentechnik miteinander verbinden muss.

Das erklärt einen Teil der hohen Kosten. Bauen im historischen Zentrum ist kompliziert, Arbeiten hinter einer international genutzten Bühne sind keine gewöhnliche Gebäudesanierung. Trotzdem hebt technische Schwierigkeit die politische Pflicht zur Kostenkontrolle nicht auf.

Die zweite Phase muss kleiner werden

Auch das Haus für Mozart und die Felsenreitschule benötigen Arbeiten. Für diese zweite Phase wird das Programm erneut reduziert. Leistungen sollen gekürzt, Prioritäten verschoben und Planungen angepasst werden. Das ist mehr als eine buchhalterische Korrektur. Weniger Geld bedeutet in einem solchen Projekt meist weniger Fläche, geringeren Komfort oder spätere Umsetzung.

Die Verantwortlichen müssen deshalb offenlegen, was entfällt. Eine pauschale Sparankündigung beruhigt kurzfristig, sagt aber noch nichts über die Folgen für Künstler, Personal und Publikum.

Eine Weltmarke bleibt öffentliches Eigentum

Die Salzburger Festspiele gehören zu den sichtbarsten Kulturereignissen Europas. Diese Bedeutung erzeugt wirtschaftliche Effekte und internationales Prestige. Sie ist jedoch kein Freibrief. Öffentliche Mittel müssen auch dort begründet werden, wo die kulturelle Strahlkraft unbestritten ist.

Das Land hat mit der Obergrenze eine politische Linie gezogen. Nun muss die Planung beweisen, dass Modernisierung ohne finanzielles Fass ohne Boden möglich ist. Salzburg braucht funktionierende Festspielhäuser. Es braucht ebenso das Vertrauen, dass nicht jede Kostensteigerung mit dem großen Namen der Festspiele gerechtfertigt wird.