Etwa 670.000 Menschen auf Tollwood Winterfestival – Silvesterparty am 31. Dezember

Vier Wochen für Frieden und Engagement

Tollwood Winterfestival. Tim Davies Design „Ember" | Walk Act Foto: Tim Davies Design.

Fünf Peace-Zeichen für Friedensbotschaften, 7.600 Menschen bei ausverkauften Shows von „Terces“

MÜNCHEN. Wenn 2.300 Menschen ihre Wünsche für den Frieden auf Plaketten verewigen, reicht ein Peace-Zeichen nicht mehr aus. Nach vier Wochen Tollwood Winterfestival schmücken nun viele Friedensbotschaften aus der Mitmachaktion zum Festival-Motto „Jetzt erst recht! Für Frieden, Demokratie und Umwelt“ insgesamt fünf Peace-Zeichen. „Diese Aktion zeigt, dass sich die Menschen von unserem Festival-Motto inspirieren ließen“, sagt Stefanie Kneer, Sprecherin des Tollwood Festivals. Vier Wochen lang verwandelte sich die Theresienwiese in eine funkelnde Welt aus Musik, Feuer, Engagement und Hoffnung. Rund 670.000 Menschen haben das Tollwood Winterfestival seit 25. November besucht.

Schreiben und staunen

Auf den Friedensplaketten haben Menschen ihre Gedanken festgehalten: „Behandle jeden Menschen wie Du selbst behandelt werden möchtest“, „Veränderung beginnt bei einem selbst“, „Ich sehe Dich“, „Man kann den Wind nicht ändern, aber man kann die Segel anders setzen“ und „Frieden ist Toll(wood)“.  Zwei kleine Mädchen schrieben: „Frieden ist wie ein Freund für mich“ und „Frieden ist Musik in meinen Ohren.“ Künstlerin Veronika Angloher fertigte vier zusätzliche Peace-Zeichen an, weil die Plätze auf der großen Skulptur rasch belegt waren. Im Engagement Labor des großen Bazar-Zelts holten sich Besuchende an den Ständen der 13 Nicht-Regierungs-Organisationen Ratschläge, wie sie selbst aktiv werden können. Auf bunten Post-Its hielten sie ihre Herzensthemen fest zum Beispiel: mehr Kindergärten, queere Sichtbarkeit, Klimaschutz. Mittwochs füllte sich das Theaterzelt mit „Stimmen, die bewegen“ – Menschen, die mitsprechen und sich engagieren.

Im Theaterzelt ließ Johann Le Guillerm 20-mal insgesamt 7.600 Zuschauer staunen. Der französische Tüftler, Künstler, Artist türmte Abend für Abend zum Finale eine Kuppel aus 52 Holzstangen, nach dem Prinzip der Leonardo-Brücke – ohne Schrauben, ohne Nägel, insgesamt also 1.040 Holzstangen in perfekter Balance. Show für Show stapelte er 60 Bücher zu scheinbar wackeligen Türmen. Nach 20 Vorstellungen, fast alle ausverkauft, hätte der Bücherstapel fast fünf Meter gemessen – so hoch wie die funkelnde Friedenstaube von Torsten Mühlbach und Gregor Passens, die am Eingang des Festivalgeländes das Publikum begrüßte.

Wundersame Wesen und Live-Musik

„Die Menschen haben vier friedliche und inspirierende Wochen erlebt – mit viel Kultur für alle“, resümiert Stefanie Kneer. Im Hexenkessel tanzten rund 45.000 Musikbegeisterte zu 9.180 Minuten, oder 153 Stunden, Live-Musik. Rund 1.580 Minuten, also rund 26 Stunden, stoben bei 79 Feuershows die Funken und tanzten die Flammen. Walk-Acts wie beispielsweise der Drache „Ember“, der Cromosauro und das Kamel „Châmoh“ wandelten rund 85 Kilometer über die Theresienwiese – also etwa die Strecke bis Garmisch-Partenkirchen – und zogen die Besuchenden in ihren Bann. Zum großen Finale am Performanceplatz spielte die lebende Musikbox „Jackbox“ Wunschhits – absurd komisch.

Der große Abschluss: die Silvesterparty

Jetzt verwandelt das Tollwood-Team über die Feiertage das Gelände in eine funkelnde Silvester-Landschaft mit fünf Areas. Ab 19 Uhr am 31. Dezember steigt der wohl schönste Jahreswechsel Münchens: Live-Musik, DJs, der traditionelle Mitternachtswalzer unterm Sternenhimmel. Der Club Harry Klein lässt mit DJ KAROTTE elektronische Beats durch die Nacht pulsieren, dazu spektakuläre Visuals. LOVERS MUNICH heizt ein mit einem Lipsync Battle voller Glitzer, Glamour und den besten Drag*Artists der Stadt. Tickets ab 19 Euro auf www.tollwood.de – und wer kommt, fährt am Silvesterabend gratis mit dem MVV.

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