Wenig optimistisch sind die Deutschen im Blick auf das kommende Jahr

Deutschlandfahne

Zum Jahreswechsel ist die Forderung nach einem generellen Böllerverbot verstärkt debattiert worden. 57 Prozent der von uns zu Beginn des neuen Jahres Befragten sprachen sich dafür aus, dass privates Feuerwerk grundsätzlich untersagt wird, nur 30 Prozent sind dagegen. Ich fand darüber hinaus interessant, dass nur jedem Dritten (33 Prozent) die Feuerwerksverbotszonen in seiner Heimatkommune bekannt sind. Annährend zwei Drittel (64 Prozent) kennen diese nicht. So wussten zum Beispiel nur vier von zehn Befragten (41 Prozent), dass generell vor Kirchen eine Feuerwerksverbotszone besteht und fast jeder Zehnte (9 Prozent) ist der Ansicht, dass es gar keine generellen Böllerverbotszonen gibt. Gefragt nach der exekutiven Durchsetzung findet nicht einmal jeder Dritte (31 Prozent), dass sich die Polizei oder kommunale Ordnungsdienste ausreichend darum kümmern, dass das Feuerwerksverbot an sensiblen Orten entsprechend kontrolliert wird. Wichtiger als ein generelles Verbot privaten Feuerwerks erscheint mir deshalb, dass die derzeitige Gesetzeslage auch eingehalten wird. Fast acht von zehn Befragten (79 Prozent) sind dafür, dass in Deutschland vor Kirchen und anderen sensiblen Orten ein generelles Feuerwerksverbot gilt. Genau das entspricht jedoch der aktuellen Gesetzeslage. Ich bin optimistisch, dass das mit der notwendigen Öffentlichkeitsarbeit und der Präsenz der Ordnungsämter auch besser umgesetzt werden könnte.

Wenig optimistisch sind die Deutschen im Blick auf das kommende Jahr. Nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) glaubt, dass das Jahr 2026 im Vergleich zu 2025 für ihn persönlich besser wird. 29 Prozent rechnen sogar damit, dass es sich verschlechtert und 42 Prozent gehen davon aus, dass es gleich bleibt. Noch trüber sind die Einschätzungen, wenn es um Deutschland insgesamt geht: Nur 13 Prozent rechnen damit, dass es für Deutschland alles in allem 2026 besser wird, knapp jeder Zweite (48 Prozent) geht von einer Verschlechterung und 30 Prozent antizipieren eine gleichbleibende Lage.

Zur Lage Deutschlands tragen sicherlich auch die fünf Landtagswahlen dieses Jahres bei. So finden am 8. März die Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt: 15 Prozent der deutschlandweit Befragten rechnen damit, dass die CDU (eher) besser abschneiden wird, als es sich in den Umfragen andeutet. 34 Prozent rechnen mit einem Ergebnis für die CDU auf dem Niveau der Umfragen und 36 Prozent mit einem schlechteren CDU-Ergebnis. Etwas anders ist die Erwartungshaltung im Blick auf die AfD. 41 Prozent rechnen mit einem eher besseren Ergebnis als es sich aktuell andeutet, jeweils 21 Prozent rechnen mit einem schlechteren bzw. mit einem Ergebnis in Höhe der aktuellen Umfragen. Für die anderen Parteien wird jeweils zumindest knapp relativ-mehrheitlich ein schlechteres Ergebnis antizipiert.

Über Hermann Binkert 518 Artikel
Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.