Rund 388 Millionen Christen sind einem hohen bis extremen Maß an Verfolgung ausgesetzt – Gewalt, Isolation und politische Umbrüche nehmen zu. Das teilt das christliche Hilfswerk Open Doors in seinem Weltverfolgungsindex 2026 mit. Diese traurige Rangliste zeigt die 50 Länder, in denen Christen weltweit am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Die neue Erhebung macht deutlich: Die Verfolgung von Christen erreicht weltweit einen neuen Höchststand. „Hoch“ bis „extrem“ ist jedenfalls das Maß an Verfolgung, dem die rund 388 Millionen Christen ausgesetzt in diesem Jahr, in diesen Tagen ausgesetzt sind.
Nordkorea führt die unselige Liste an. Christen werden dort aufgrund des bloßen christlichen Bekenntnisses als „Staatsfeinde Nummer eins“ gehandelt. Nicht etwa, weil sie sich aggressiv oder gar umstürzlerisch gebährdeten, sondern weil sie für die stramm linke Ideologie des kommunistischen Diktators nicht erreichbar sind. Zehntausende Christen befinden sich in Arbeitslagern, wo ihnen systematische Folter und Hinrichtungen drohen. Speziell der christliche Glaube, der auf Erbarmen und Verzeihen setzt, wird als Gefahr für das Regime betrachtet und brutal unterdrückt.
Syrien nimmt Platz 6 ein. Das jüngst unter den dogmatisch-sunnitischen Islam gefallene, uralte Kulturland verzeichnet die stärkste Verschlechterung aller Länder im Weltverfolgungsindex. Das Land rückt von Platz 18 um zwölf Positionen vor – einer der größten Positionssprünge in der Geschichte des Index. Ausschlaggebend ist der massive Anstieg der Gewalt gegen Christen. Die Hoffnungen, die sich mit dem Sturz des Assad-Regimes verbanden, müssen als gescheitert betrachtet werden. So blutig auch die Familie Assad regierte: ein Islam, der buchstabengetreu umgesetzt wird, ist schrecklicher. Vielerorts wird das als „Islamismus“ verunklart und somit verharmlost, aber das trifft nicht den Kern.
In Syrien wird wortgetreu umgesetzt, was im Koran steht. Nach dem blutigen Umsturz im Dezember 2024 erfüllten sich Hoffnungen auf mehr Sicherheit für niemanden, vor allem in Latakia, einem Landesteil im Westen, wurde es geradezu katastrophal – die Familie Assad stammt von hier und es stellt sich die Frage, ob hier kollektive Blutrache an einem bestimmten syrischen Stamm betrieben wird. Landesweit trifft es zumeist Christen. 27 von ihnen wurden im Berichtszeitraum wegen ihres Glaubens getötet. Christen berichten von Einschüchterung im Alltag, Lautsprecherwagen rufen sie öffentlich zur Konversion auf, an Kirchen geklebte Zettel verlangen die Zahlung einer Kopfsteuer. Viele Gläubige ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück.
Heute leben nur noch rund 300.000 Christen in Syrien. Wohl über eine Million Menschen christlichen Glaubens haben das Land in den vergangenen Jahren verlassen. Eine ähnliche Entwicklung ist im Irak zu beobachten. Und nachdem christliche Familien überdurchschnittlich starke Träge bestimmter Handwerksberufe, aber auch in der Ärzteschaft waren, blutet der Nahe Osten blutet die anhaltende Christenverfolgung zunehmend aus – nicht nur ideell, sondern auch von der beruflichen Kompetenz in breiten Teilen der Bevölkerung her.
Subsahara-Afrika: Gewalt, Machtvakuum und Flucht
Ein besonders dramatischer Schwerpunkt der Christenverfolgung liegt in Subsahara-Afrika. 14 Länder dieser Region stehen auf dem Weltverfolgungsindex 2026. Faktisch weitgehend staatliche Strukturen hinterlassen ein Machtvakuum, das islamistische Gruppen in den meisten Gegenden und Ländern sehr schnell und konsequent auszunutzen wissen. Christen werden gezielt bedroht, aus ihren Dörfern vertrieben oder ermordet. Allein im Sudan, der auf Platz 4 des Indexes rangiert, sind infolge des Bürgerkriegs rund 9,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Nigeria belegt Platz 7, und traurigerweise bleibt es das tödlichste Land für Christen weltweit: 3.490 der 4.849 weltweit dokumentierten Opfer christenfeindlicher Gewalt kamen in Nigeria ums Leben.
Der Weltverfolgungsindex zeigt jedoch auch, dass Verfolgung nicht nur durch offene Gewalt geschieht. In Algerien, Platz 20, werden nach der Schließung aller protestantischen Kirchen die Gemeinden weiter überwacht, die religiösen Riten werden gestört, christliche Aktivitäten werden generell unterbunden. Mehr als drei Viertel der bekennenden Christen haben so den Kontakt zu ihrer jeweiligen Gemeinde verloren. Da aber der Glaube in und durch Gemeinschaft wächst, ist dies eine perfide Art, Christen zu verfolgen.
Auch in China – Platz 17 auf dem Index – verschärfte der kommunistische Staat den Druck weiter. Neue Vorschriften vom September 2025 regulieren jegliche Online-Aktivitäten von Geistlichen: die Durchführung von Online-Gottesdiensten, Spendensammlungen und christliche Jugendarbeit außerhalb staatlicher Kontrolle sind ihnen damit verboten. Viele Gemeinden treffen sich nur noch in kleinen Gruppen im Untergrund.
Werden die Hilferufe gehört?
„Hinter jeder Zahl des Weltverfolgungsindex stehen Menschen, die wegen ihres Glaubens leiden“, betont Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors Deutschland. „Diese Rangliste ist ein Hilferuf. Die entscheidende Frage ist: Hören Kirchen, Zivilgesellschaft und Politik wirklich hin – und handeln sie? Handeln bedeutet, jetzt konkret helfen, Fürsprache leisten und Schutz einfordern; besonders für Christen in Subsahara-Afrika, für die wir eine weltweite Hilfskampagne gestartet haben. Für die Betroffenen wäre das ein starkes Zeichen der Hoffnung“, so Rode weiter.
Der Weltverfolgungsindex basiert wesentlich auf Informationen aus christlichen Netzwerken, mit denen Open Doors seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Die ersten zehn unheiligen Plätze belegen damit nach Nordkorea an der Spitze zunächst Somalia, denn der Jemen – beides dogmatisch-islamische Länder, in denen der Bürgerkrieg auf schlimmste Weise tobt. Platz vier, oben erwähnt, der Sudan. Das von Äthiopien künstlich abgespaltene Eritrea belegt Platz fünf, auch hier nahm der Islam vor wenigen Jahrzehnten überhand. Auf den Plätzen sechs und sieben, bereits prominent erwähnt, Syrien und Nigeria. Die Nummer acht ist Pakistan, wo die muslimische Mehrheitsbevölkerung ihre christlichen Nachbarn mittels willkürlich erlassener Gesetze, die einseitig gegen Christen gerichtet sind, reihenweise ermordet oder ermorden läßt. Der Iran, derzeit in aller Munde, ist in diese Liste der schrecklichsten Länder ebenfalls vertreten – Nummer neun für Libyen, das im Bürgerkrieg versank und als Staat komplett zerbrochen ist. Die übriggebliebenen Warlords sind – natürlich – Moslems. Platz zehn belegt der Iran. Dieses das strikt schiitisch-islamische, in dem sich die deutsche Politikern Claudia Roth, als Grüne sonst sehr feministisch, gerne auch mit Kopftuch zeigte, wird von Diktatoren beherrscht, die Christen töten und den Staat Israel auslöschen möchten
Open Doors setzt sich seit der Gründung 1955 mittlerweile in über 70 Ländern durch Hilfsprojekte für verfolgte Christen ein und untersucht jedes Jahr das Ausmaß an Gewalt, staatlicher Unterdrückung sowie gesellschaftlicher und behördlicher Feindseligkeit gegenüber Christen in rund 100 Ländern. Die Daten dafür liefern betroffene kirchliche Netzwerke, regionale Menschenrechtsanwälte, Analysten sowie Experten von Open Doors International. Die Einhaltung der Methodik des Weltverfolgungsindex wird durch das Internationale Institut für Religionsfreiheit geprüft und zertifiziert. Alle Informationen zum Weltverfolgungsindex 2026 unter www.opendoors.de/weltverfolgungsindex.
