Immer mehr Christen werden Opfer brutaler Gewalt – Fortwährende islamistische Gewalt hat weitreichende Auswirkungen für Christen

Demokratische Republik Kongo: Angriff auf christliche Klinik, 13 Tote

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Am 7. Juli wurde in Lume, in der Provinz Nord-Kivu, ein christlich geführtes Krankenhaus angegriffen. Dabei kamen 13 Personen ums Leben. Für den Angriff verantwortlich sind Kämpfer der islamisch-extremistischen „Allied Democratic Forces“ (ADF). Seit Jahren gehen sie im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) gegen Christen vor. Diese sind von der ständigen Angst vor Angriffen emotional und geistlich ausgezehrt, wie lokale Partner von Open Doors berichten.

Islamistische Expansionsstrategie

Der Angriff am 7. Juli begann laut lokalen Kontakten von Open Doors gegen 22:40 Uhr. ADF-Kämpfer setzten die von der „Evangelical Community in Central Africa“ (CECA20) geführte Klinik in Brand. 4 Patienten starben in den Flammen. Nach Angaben des Bürgermeisters von Lume töteten die Kämpfer 9 weitere Personen außerhalb der Klinik, bevor sie sich wieder zurückzogen, so berichtete das ugandische Nachrichtenportal „Monitor“. Einem Sprecher der kongolesischen Armee zufolge waren unter diesen 9 Getöteten auch 3 Kinder.

Angriffe wie dieser sind Teil der islamistischen Expansionsstrategie der ADF, die sich als „Islamischer Staat Provinz Zentralafrika“ dem IS angeschlossen hat. Die Gruppe agiert im Nordosten der DRK, besonders betroffen ist die Provinz Nord-Kivu. Dort gehen die islamisch-extremistischen Kämpfer mit äußerster Brutalität gegen Christen vor. Sie greifen Kirchen und christliche Dörfer an, töten Christen und vergewaltigen und entführen Frauen und Mädchen. Als Folge des extremen Ausmaßes der Gewalt fliehen Christen zu Tausenden aus der Region und in großen Teilen des Ostens der DRK leben inzwischen keine Christen mehr. Damit ist die DRK eines der Länder mit den meisten christlichen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen in Subsahara-Afrika.

Folgen der anhaltenden Gewalt

Christen im Einflussbereich der ADF sind neben offensichtlichen Folgen wie Vertreibung auch mit versteckteren, doch weitreichenden Konsequenzen der Verfolgung konfrontiert. Die konstante Angst vor Angriffen und das Leid, das sie erleben, führen zu Traumata und „schwächen die emotionale und geistliche Gesundheit der Christen“, so ein lokaler Partner von Open Doors. Eltern schicken ihre Kinder teilweise nicht mehr zur Schule, da sie jederzeit von ADF-Kämpfern entführt werden könnten. Dies wirkt sich nachteilig auf den Bildungsstand der Kinder aus.

Außerdem greift die islamisch-extremistische Ideologie der Gruppe um sich und beeinflusst auch die in der Region ansässigen Muslime, die wiederum stärker als zuvor christliche Konvertiten aus dem Islam verfolgen. Muslimische Gemeinschaften fürchten zudem, von der ADF angegriffen zu werden, wenn sie Konvertiten in ihrer Mitte dulden, was ebenfalls zur steigenden Verfolgung beiträgt.

Kein Ende in Sicht

Im November 2021 beschlossen die DRK und Uganda eine gemeinsame Offensive gegen die ADF. Diese hat jedoch keine Wirkung gezeigt. „Die ADF bleibt eine Bedrohung im Osten der DRK“, sagt Yonas Dembele, Analyst der Forschungsabteilung World Watch Research von Open Doors. „Die Kämpfer nehmen unaufhörlich Christen und christliche Gemeinschaften ins Visier. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass diese Gewalt in Zukunft nachlassen wird.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2022 belegt die DRK den 40. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Open Doors, Monitor