Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands macht vielen Sorgen. Es ist das Top-Thema. Wir wollten wissen, ob die Befragten meinen, wenn sie die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands mit der in anderen europäischen Ländern vergleichen, dass sie in diesen besser, gleich oder schlechter verläuft.
Fast zwei Drittel (65 Prozent) gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft in Schweden besser entwickelt als bei uns, 15 Prozent unterstellen eine in etwa gleiche Entwicklung, nur sechs Prozent denken, die wirtschaftliche Entwicklung Schwedens verliefe schlechter als in Deutschland. Wenn man die Werte besser und schlechter vergleicht, dann gibt es sowohl in Polen (32 Prozent besser, 24 Prozent schlechter) als auch in Spanien (29 Prozent besser, 17 Prozent schlechter) und Frankreich (23 Prozent besser, 18 Prozent schlechter) mehr Befragte, die finden, in diesen Ländern gehe es wirtschaftlich besser voran als Hierzulande. Hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklung Italiens sind die Befragten zwischen besser (24 Prozent) und schlechter (22 Prozent) gespalten.
Nur im Blick auf Ungarn (20 Prozent besser, 40 Prozent schlechter) denken doppelt so viele Befragte, dass die Wirtschaft sich dort im Vergleich zu Deutschland schlechter entwickelt. Aber auch hier ist es sinnvoll, tiefer zu analysieren: Zwar findet nur jeweils (etwa) jeder elfte Wähler (je 9 bzw. 8 Prozent) von Union, SPD, Grünen und Linkspartei, Ungarn entwickle sich wirtschaftlich besser als Deutschland, aber jeder zweite AfD-Wähler (48 Prozent) ist davon überzeugt, dass sich Ungarn wirtschaftlich besser entwickelt als Deutschland.
Die nächste Wahl – nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin – ist die Wahl des Bundespräsidenten am 30. Januar 2027. Der Nachfolger von Frank Walter Steinmeier wird in der Bundesversammlung (630 Bundestagsabgeordnete plus 630 Vertreter, die die Landtage bestimmen) gewählt. Wir wollten wissen, ob die Deutschen dafür wären, dass der Bundespräsident stattdessen direkt von der Bevölkerung gewählt werden soll. Eine deutliche Mehrheit der Befragten spricht sich dafür aus (57 Prozent), nur 16 Prozent sind dagegen und 18 Prozent ist es egal. Die Direktwahl findet unabhängig der politischen Selbstverortung – links der Mitte (50 Prozent dafür, 25 Prozent dagegen, 19 Prozent egal), in der Mitte (58 Prozent, 14 Prozent, 18 Prozent), rechts der Mitte (68 Prozent, 13 Prozent, 14 Prozent) – eine Mehrheit. Die Zustimmung zu einer Direktwahl des Bundespräsidenten ist bei Befragten, die sich links der Mitte verorten, am niedrigsten. Das zeigt sich auch bei den Parteianhängerschaften. Hier liegt die Spannbreite an Zustimmung zwischen 44 Prozent bei Grünen-Wählern bis zu 77 Prozent bei AfD-Wählern. Das Plädoyer für mehr basisdemokratische Entscheidungen lässt sich nicht mehr eindeutig an politischen Lagern festmachen.
