Die jüdisch-israelischen Kulturtage zeigen, wie sehr jüdisches Leben und Kultur zu Thüringen gehören

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CDU-Fraktion sieht jüdisch-israelische Kulturtage als klares Zeichen gegen Antisemitismus
Bühl: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Krieg gegen das iranische Regime nicht in Hass gegen Jüdinnen und Juden oder gegen Israel umschlägt“

Zu Beginn der jüdisch-israelischen Kulturtage in Thüringen erklärt der Vorsitzende der CDU-Fraktion und Vorsitzende des Freundeskreises Israel im Thüringer Landtag, Andreas Bühl:

„Die jüdisch-israelischen Kulturtage zeigen, wie sehr jüdisches Leben und Kultur zu Thüringen gehören. In den kommenden Wochen finden an zahlreichen Orten im Land Konzerte, Lesungen, Filme und Ausstellungen statt. Diese Vielfalt macht sichtbar, dass jüdische Geschichte und Gegenwart unsere Gesellschaft über Generationen geprägt haben.“

Bühl erinnert an die besondere Verantwortung Thüringens und wertet zugleich die Teilnahme des israelischen Botschafters an der Eröffnung als ein besonderes Zeichen der Verbundenheit: „Mit dem jüdisch mittelalterlichen Erbe in Erfurt, das heute zum UNESCO Welterbe gehört, wird sichtbar, wie tief jüdisches Leben historisch auch in Thüringen verwurzelt ist. Wer diese Geschichte ernst nimmt, darf nicht schweigen, wenn Jüdinnen und Juden auch heute wieder in Deutschland bedroht oder angegriffen werden. Die Kulturtage sind deshalb mehr als ein Festival; sie sind ein deutliches Bekenntnis zu dieser gewachsenen Verbindung und zu unserem Auftrag, jüdisches Leben zu schützen. Dass der Botschafter zur Eröffnung nach Thüringen kam, unterstreicht, wie eng wir mit Israel verbunden sind und dass das, was hier geschieht, Vertrauen schafft.“

Mit Blick auf die Lage nach dem gemeinsamen militärischen Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran warnt Bühl vor einer neuen Welle des Antisemitismus und Antizionismus: „Wir wissen, dass Konflikte im Nahen Osten in Deutschland immer wieder instrumentalisiert werden. Schon jetzt sehen wir Versuche, den Krieg auf unsere Straßen zu tragen, jüdische Einrichtungen und Personen einzuschüchtern und Israel das Existenzrecht abzusprechen. Das ist inakzeptabel. Als CDU-Fraktion treten wir dem klar entgegen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat deutlich gemacht, dass es sich beim Regime in Teheran um ein Terrorregime handelt, das Israel existenziell bedroht und Terrororganisationen unterstützt und dass Deutschland deshalb das grundlegende Sicherheitsinteresse Israels teilt. Zugleich hat der Kanzler betont, dass ein solcher Militärschlag Risiken birgt und dass wir als Europäer für den Tag danach Mitverantwortung tragen: für eine Ordnung, in der Israel sicher leben kann und die Menschen im Iran eine Perspektive auf Freiheit und Rechtsstaatlichkeit haben.“

„Genau in diesem Sinn verstehen wir als CDU-Fraktion in Thüringen unsere Aufgabe. Es steht uns nicht zu, unseren israelischen Freunden aus der Sicherheit Deutschlands heraus Ratschläge zu erteilen. Aber wir müssen hier bei uns dafür sorgen, dass der Krieg gegen das iranische Regime nicht in Hass gegen Jüdinnen und Juden oder gegen Israel umschlägt, sondern dass wir Antisemitismus und Antizionismus klar benennen, strafrechtlich verfolgen und gesellschaftlich ächten.“

Bühl abschließend: „Die Jüdisch Israelischen Kulturtage verbinden aus einer über Jahrhunderte gewachsenen Tradition jüdischen Lebens in Thüringen die Erinnerung an das Menschheitsverbrechen der Shoa mit der lebendigen Gegenwart jüdischer Kultur heute. Dass hier in Erfurt dann sogar eine Musikergruppe aus Israelis und Iranern auftritt, ist ein wichtiges Zeichen der Hoffnung. Wer eine Veranstaltung besucht, setzt ein sehr konkretes Zeichen gegen Antisemitismus. Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, diese Chance zur Begegnung zu nutzen und jüdische Kultur in ihrer Vielfalt zu erleben.“