Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) fordert angesichts der hohen Energiepreise vor dem morgigen Krisengipfel des Bundesfinanzministers Lars Klingbeil weitere spürbare Entlastungen für Unternehmen. Die Pendlerpauschale zu erhöhen und die Stromsteuer zu senken, reicht aus Verbandssicht nicht aus. Am Sonntag muss der Koalitionsausschuss ein weitreichendes Maßnahmenpaket beschließen.
Dazu erklärt Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB:
„Es ist begrüßenswert, dass die Spitzen der Bundesregierung weitere Maßnahmen für notwendig erachten, um die sich zuspitzende Energiepreiskrise abzufedern. Die vom Bundeskanzler vorgeschlagene Erhöhung der Pendlerpauschale entlastet allerdings erst rückwirkend und vorrangig Arbeitnehmer – Unternehmen bleiben außen vor.
Hingegen wäre eine sofortige Senkung der Stromsteuer ein sinnvoller Schritt, den wir unabhängig von der aktuellen Lage am Energiemarkt immer wieder gefordert haben. Die Maßnahme würde die Stromkosten für Unternehmen unmittelbar senken und ihnen dadurch insgesamt etwas mehr finanzielle Handlungsspielräume verschaffen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem hilft eine solche Senkung, die zu erwartende Inflationssteigerung abzumildern.
Ersparnisse beim Strom helfen jedoch nicht flächendeckend. Bei Speditionen beispielsweise, die auf Benzin und Diesel zwingend angewiesen sind, können geringere Strompreise die aktuell extrem hohen Kosten an der Zapfsäule nicht annähernd ausgleichen.
Deshalb muss der Koalitionsausschuss am Sonntag weitreichende Maßnahmen beschließen, die kleine und mittlere Betriebe in ihrer Breite kurzfristig entlasten. Etwa sollte die beschlossene Senkung der Körperschaftssteuer vorgezogen und eine Reduzierung der Lohnnebenkosten diskutiert werden.
Der morgige Krisengipfel muss dafür die richtigen Weichen stellen. Flankierend zu schnellen Hilfen für KMU kommt es nun darauf an, die Energiewende konsequent voranzutreiben. Verdeutlicht der Irankrieg doch einmal mehr Deutschlands gefährliche Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.“
In einer Umfrage des DMB unter 450 Mittelständlern hatten über 90 Prozent der Befragten einen teils dramatischen Kostensprung bei Energie und Sprit seit Beginn des Irankriegs beklagt. Bei einem Drittel beläuft sich der Anstieg sogar auf über 30 Prozent.
Mehr als die Hälfte der Befragten sieht darin bereits eine deutliche oder sogar kritische Belastung für den laufenden Geschäftsbetrieb. Das Spritpreispakt hat bisher nicht den gewünschten Effekt gezeigt: Tanken bleibt teuer und das wohl noch über einen langen Zeitraum.
Über den DMB
Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der DMB wurde 1982 gegründet und sitzt in Düsseldorf. Unter dem Leitspruch „Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!“ vertritt der DMB die Interessen seiner rund 34.000 Mitgliedsunternehmen mit über 800.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem exzellenten Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessen- und Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Spezielle Themenkompetenz zeichnet den DMB in den Bereichen Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. Als dienstleistungsstarker Verband bietet der DMB seinen Mitgliedsunternehmen zudem eine Vielzahl an Mehrwertleistungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstandsbund.de.
