Glücksspielregulierung ab 1. Juli: Was kommt auf deutsche Spieler zu?

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Auf dem deutschen Glücksspielmarkt im Internet ist die Gesetzeslage seit vielen Jahren verworren. Für die Unübersichtlichkeit sorgen immer wieder neue Verordnungen, welche von den Bundesländern gefasst, aber schon nach kurzer Zeit wieder verworfen werden. Doch damit soll nun Schluss sein. Mit einem Gesetz, welches im März dieses Jahres verabschiedet wurde, soll der virtuelle Glückspielmarkt bundesweit reguliert werden.

Die wichtigsten Daten und Fakten der neuen Glücksspielverordnung

Auch wenn das Gesetz im vergangenen März bereits verabschiedet wurde, steht in einigen Bundesländern die Ratifizierung noch aus. Experten sind jedoch der Meinung, dass es in diesem Prozess keine Probleme geben wird. Schließlich wurde die neue Verordnung mit allen Ländern gemeinsam beschlossen. Im März begann damit die Transit-Phase, was bedeutet, dass sämtliche Anbieter, welche auf dem deutschen Markt aktiv sind, die neue Verordnung umsetzen müssen. Und zwar bis Juni 2021. Schaffen die Betreiber es bis dahin nicht ihre Casinos anzupassen, müssen sie den Verlust ihrer Glücksspiellizenz in Kauf nehmen. Ausgenommen sind natürlich Casinos ohne deutsche Lizenz, die oftmals auf Karibikinseln wie Curaçao ansässig sind und von daher deutschen Rechtsgewalt gewissermaßen unabhängig sind.

Welche Änderungen müssen von den Anbietern umgesetzt werden?

Künftig sollen Spiele mit Live-Dealern stark eingeschränkt werden. Für viele Betreiber erweist sich diese Regelung als besonders hart. Schließlich sorgen ausgerechnet diese Spiele aufgrund ihrer hohen Beliebtheit, für ordentlich Umsatz. Doch diese sollen zur Sicherheit der Spieler künftig strengen Richtlinien unterliegen. Auch wenn Poker und Slotspiele weiterhin erlaubt sind, könnte sich das Poker-Angebot deutlich verringern, da dieses meistens mit Live-Dealern gespielt wird.

Außerdem müssen die Spins ab dem kommenden Juni fünf Sekunden dauern. Die Spiele dürfen weiterhin angeboten werden, müssen sich aber einem veränderten Spielablauf unterziehen: Automatisches und schnelles Klicken ist dann nicht mehr möglich. Zusätzlich müssen Spieler eine Einsatzlimit-Beschränkung hinnehmen. Maximal 1 EUR ist pro Spin gestattet, während bis dato bis zu 10 EUR pro Spin möglich waren. Auch das monatliche Gesamteinsatzlimit wurde neu reguliert. Maximal 1.000 EUR sind pro Spieler möglich.

Diese Regulierungen verfolgen das Ziel, die Spieler vor finanziellen Verlusten zu schützen. Parallel sollen die virtuellen Casino-Besuche sicherer gemacht werden. Um Missbrauchsfällen vorzubeugen, sind die Betreiber dazu angehalten, ihre Webpräsenzen in regelmäßigen Abständen auf Mehrfach-Accounts zu prüfen. Wer sich nicht daran hält, muss ebenfalls mit dem Entzug der Glücksspiellizenz rechnen. In dem neuen Gesetz stellt die Bekämpfung von Glücksspielsucht einen zentralen Aspekt dar. Casinobetreiber müssen sicherstellen, dass ihre Nutzer nicht in die Spielsucht abrutschen.  Das bedeutet, dass kritische Ausgaben überwacht und das Register für Glücksspielsüchtige auf eingetragene Nutzer geprüft werden muss. Die Einträge finden jedoch auf freiwilliger Basis statt. Das bedeutet, dass jeder Nutzer selbst entscheidet, ob er sich in dem Register eintragen lassen möchte, oder nicht. Diese Präventionsmaßnahme dient dazu, Rückfälle in die Spielsucht zu vermeiden.

Betrifft die neue Regelung auch Sportwetten?

Sportwetten wurden immer als die sichere Alternative zum klassischen Casino-Glücksspiel betrachtet und in Deutschland noch nie als illegal deklariert. Auch als Online-Casinos diversen Einschränkungen unterlagen, galt für Sportwettenanbieter nicht dasselbe Ausmaß. Dennoch wurden im Zuge der neuen Regulierung Empfehlungen ausgesprochen, auch bei Sportwetten auf Sicherheit und Seriosität zu achten. Sportwetten sollten ausschließlich bei etablierten Online-Anbietern platziert werden.

Neue Glücksspielverordnung: Welche Zahlungsdienstleister können genutzt werden?

Aus dem Chaos auf dem deutschen Glücksspielmarkt resultierten für die Spieler Folgen. PayPal, der bekannteste und größte Finanzdienstleister, zog sich im Jahr 2019 zurück und agiert seitdem nicht mehr auf dem deutschen Glücksspielmarkt. Auch wenn jetzt eine eindeutige Gesetzeslage geschaffen werden konnte, ist PayPal nicht ambitioniert, zurückzukehren. Spieler können jedoch auf Alternativen zurückgreifen. Die Lücke, die PayPal hinterlassen hat, wurde durch andere Finanzdienstleister wie zum Beispiel Skrill, Neteller oder Trustly geschlossen. Bei diesen Anbietern ist das Einzahlen ohne verknüpftes Bankkonto möglich. Der Geldverkehr soll auf diese Weise gerade in Bezug auf Online-Casinos, sicherer gemacht werden. Die Casinos sind somit nicht in der Lage auf sensible Bankdaten der Nutzer zuzugreifen, weshalb auch Phishing keine Chance mehr hat.

Ganz ohne Einschränkungen klappt es dann doch nicht, da lediglich Trustly die Möglichkeit der Aus- und Einzahlungen bietet. Mit Neteller und Skrill sind lediglich Einzahlungen möglich. Das bedeutet jedoch nicht, dass Spieler auf die Auszahlung ihrer Gewinne verzichten müssen. Wer möchte, kann sein Spielerkonto auch in Zukunft mit seinem Bankkonto verknüpfen, sodass auch Auszahlungen möglich sind. Alternativ bleibt die Möglichkeit der Kreditkartenzahlungen bestehen, sodass ebenfalls ein- und ausgezahlt werden kann.

Das Wichtigste noch einmal zusammengefasst

Wichtig ist für Spieler Folgendes: Auch, wenn das Glücksspiel künftig strengeren Auflagen unterliegt, so ist es zumindest wieder legal. Wer sich gern im virtuellen Casino aufhält, um dort sein Glück herauszufordern, muss sich keine Gedanken über die Legalität machen. Und das gilt für alle Bundesländer, nicht nur in Schleswig-Holstein. Außerdem sorgt eine neue Glücksspiel-Behörde dafür, dass Spielerahrungen sicherer und besser werden, wobei die Suchtprävention im Fokus liegt.