CDU vorn, AfD polarisiert – Trump-Plan fällt durch

Konrad-Adenauer-Haus - Geschäftsstelle der CDU Deutschlands, Quelle: SGL

Wöchentlich erheben wir die Sonntagsfrage und geben so einen aktuellen Blick, wie die Stimmung für die einzelnen Parteien ist. Um zu erfahren, wen sich die Befragten an der Regierung wünschen, fragen wir gelegentlich auch, wer die Regierung anführen und den Bundeskanzler stellen oder zumindest an der Regierung beteiligt sein sollte. Jeweils etwa jeder vierte Befragte wünscht sich die CDU/CSU führend an der Regierung (24 Prozent) oder an der Regierung beteiligt (25 Prozent). Eine von der AfD geführte Regierung wünschen sich 18 Prozent und eine von der SPD geführte Regierung zehn Prozent. Der Zuspruch zur Regierungsführung anderer Parteien liegt bei unteren einstelligen Werten. 13 Prozent aller Befragten wünschen sich, dass die AfD mitregiert, 31 Prozent sehen es gerne, wenn die SPD an der Regierung beteiligt wird.

Die Bundesregierung muss entscheiden, ob sie das Angebot von Donald Trump annimmt und dem von ihm initiierten internationalen „Friedensrat“ beitritt. Jeder zweite Befragte (51 Prozent) findet den von Trump gegründeten „Friedensrat“ schlecht, 18 Prozent finden ihn gut. 14 Prozent ist das Thema egal und 17 Prozent wollen oder können die Frage nicht beantworten. Ältere Befragte und Westdeutsche sind häufiger skeptisch gegenüber dem „Friedensrat“ eingestellt als jüngere Befragte und Ostdeutsche. Ausschließlich in der Anhängerschaft der AfD gibt es eine relative Mehrheit, die den Friedensrat gut findet. In der Wählerschaft aller Parteien – außer AfD (28 Prozent schlecht) und BSW (41 Prozent schlecht) – stößt die Initiative Donald Trumps auf absolut-mehrheitliche Ablehnung (zwischen 61 und 68 Prozent).

Immer wieder werden Promotionsarbeiten von Politikern durchleuchtet und wird nach Plagiaten gesucht. Unabhängig von der Frage, ob ein Politiker, der eines Plagiats überführt wurde, zurücktreten muss, wollten wir wissen, welchen Einfluss ein Doktortitel überhaupt auf die Wahlentscheidung hat. Zwei Drittel aller Befragten (66 Prozent) sagen uns, es habe weder einen positiven noch einen negativen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung, ob ein Kandidat promoviert ist oder nicht. Bei 14 Prozent hat der Doktortitel des Kandidaten eher einen positiven Einfluss auf die Wahlabsicht, bei acht Prozent hat er eher einen negativen Einfluss. Die Debatte, ob ein Amtsträger einen akademischen Titel unrechtmäßig führt, hat ganz offenbar deutlich mehr Einfluss darauf, ob er in einem Amt bleiben kann, als es die Wahlchancen beeinflusst, ob er als Kandidat einen Doktortitel führt oder nicht.

Über Hermann Binkert 527 Artikel
Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.