Schweigen, Angst vor Armut, Zweifel am Staat: So groß ist das Misstrauen der Deutschen

Deutschland im Stresstest: Umfragegrafik. ChatGPT

Viele Deutsche halten ihre Meinung zurück, sorgen sich vor Altersarmut und zweifeln daran, dass Straftaten konsequent verfolgt werden. Zugleich zeigt die Umfrage eine bemerkenswerte Hoffnung: 78 Prozent glauben, dass sich Deutschland mit der aus ihrer Sicht richtigen Politik wieder positiv entwickeln könnte.

INSA-CONSULERE fragte: Wie bewerten Sie die folgenden Aussagen?“

Über die Hälfte (59 %) der Umfrageteilnehmer haben schon einmal ihre Meinung nicht gesagt, um niemanden zu verärgern oder Nachteile zu vermeiden. 29 Prozent verneinen dies, zehn Prozent wissen hier keine Antwort und drei Prozent wollen dazu keine Angabe tätigen.

Über drei Viertel (78 %) aller Befragten glauben, dass sich Deutschland insgesamt positiv entwickeln würde, wenn die aus ihrer Sicht richtige Politik gemacht werden würde. Acht Prozent glauben hingegen auch dann nicht an eine positive Entwicklung. Zwölf Prozent können und drei Prozent wollen hierzu keine Einschätzung vornehmen.

Die relative Mehrheit von 41 Prozent hat nicht das Gefühl, genug vorgesorgt zu haben bzw. derzeit genug vorzusorgen, um im Alter nicht von Altersarmut betroffen zu sein. Gut ein Drittel (35 %) ist hingegen zufrieden mit den getroffenen Altersvorsorgemaßnahmen. Annährend ein Fünftel (18 %) wagt hierzu allerdings keine Prognose und fünf Prozent wollen keine treffen.

30 Prozent der Umfrageteilnehmer wurden schon einmal Opfer einer kriminellen Handlung, die sie bei der Polizei nicht angezeigt haben, weil sie sich von einer Strafverfolgung keinen Erfolg versprochen haben. Die absolute Mehrheit von 56 Prozent verneint dies hingegen. Neun Prozent können und fünf Prozent wollen dazu keine Auskunft erteilen.

Über Hermann Binkert 614 Artikel
Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.