Können Privatanleger wirklich den Markt schlagen? Was die Daten sagen – und was nicht

stock market, trading stocks derivatives gains, Quelle: sergeitokmakov, Pixabay License Free for commercial use No attribution required

Viele Privatanleger sind nicht in der Lage, den Markt langfristig zu schlagen. Vielmehr verliert der Großteil von ihnen sogar Geld an der Börse. Das liegt hauptsächlich daran, dass vielen Privatanlegern beim Trading große Fehler unterlaufen. Zu diesen zählen unter anderem ein schlechtes Risikomanagement sowie eine mangelhafte Vorbereitung. Zudem haben einige Privatanleger ihre Emotionen nicht unter Kontrolle, was in schlechten Trades resultiert. Umso wichtiger ist eine Handelsstrategie, die den eigenen Bedürfnissen entspricht und strikt sowie emotionslos umgesetzt wird.

Der Großteil der Privatanleger verliert Geld

Broker mit Sitz in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, auf ihrer Webseite anzugeben, wie groß der Anteil an Anlegern ausfällt, die Geld mit dem Trading verlieren. Diese Zahlen schwanken von Broker zu Broker, liegen in der Regel aber irgendwo zwischen 70 und 95 Prozent. Dementsprechend lässt sich festhalten, dass die breite Masse kein Geld mit dem Trading verdient. Dennoch gibt es erfolgreiche Trader, die es schaffen, auch langfristig gutes Geld mit dem Trading zu verdienen. Bei vielen Privatanlegern scheitert es daran, dass sie sich nicht ausreichend mit der Psychologie hinter Börsengeschäften auseinandersetzen. Viele Menschen sind grundsätzlich stark auf Sicherheit fokussiert, sodass ein Trade, der in die Verlustzone rutscht, oftmals zu schnell geschlossen wird. Aber auch ein ursprünglich erfolgreicher Trade kann zu Verlusten oder entgangenen Gewinnen führen, wenn Trader aus Gier und der Hoffnung, dass der Kurs noch weiter steigt, zu lange an diesem festhalten. Erfolgreiches Trading ist somit nur möglich, wenn Anleger ihre Emotionen im Griff haben.

Unrealistische Erwartungshaltung

Ein weiterer Grund dafür, dass viele Privatanleger kein Geld mit dem Trading verdienen, besteht in einer unrealistischen Erwartungshaltung. Viele Privatanleger gewinnen aufgrund von unseriösen Werbespots den Eindruck, dass das Trading an der Börse vergleichbar mit einem Casino ist und man mit etwas Glück schnell extrem viel Geld verdient. Dabei ist erfolgreiches Trading verhältnismäßig langweilig und hat nichts mit dem Spielen im Casino zu tun.

Um das Portfolio nicht bereits mit wenigen schlechten Trades in den Sand zu setzen, bedarf es eines soliden Risikomanagements. Viele Privatanleger wollen schnell hohe Gewinne einfahren und gehen deshalb zu hohe Risiken ein, die nicht selten in einem Totalverlust enden. Eine realistische Erwartungshaltung in Kombination mit einem guten Risikomanagement sorgt dafür, dass Anleger ihr Portfolio vor unnötigen Risiken schützen und nicht zu den 70 bis 95 Prozent der Trader gehören, die Geld verlieren.

Welche Rolle die Chartanalyse spielt

Bei der sogenannten Chartanalyse werden die Kursverläufe von Wertpapieren untersucht. Oftmals spricht man auch von der technischen Analyse. Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse geht es nicht um die fundamentalen Daten, es wird lediglich der Chart und dessen Entwicklung beobachtet. Die Chartanalyse wird häufig von Tradern genutzt, um in Erfahrung zu bringen, in welche Richtung sich der Kurs eines Wertpapiers aller Voraussicht nach bewegen wird. Auf diese Weise wird versucht, den optimalen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf des jeweiligen Wertpapiers zu finden. Es gibt keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise dafür, dass sich mit der Chartanalyse zuverlässig Kursbewegungen vorhersagen lassen.

Allerdings gibt es viele Investoren und Trader, die vor Anlageentscheidungen den Chart analysieren und die Chartanalyse als wertvolles Instrument ansehen. Der Online-Handel mit fortschrittlichen Charting-Tools rückt daher auch für Privatanleger in den Fokus. Bei der Chartanalyse handelt es sich quasi um eine selbsterfüllende Prophezeiung, da sie von vielen Marktteilnehmern angewendet wird. Berücksichtigt werden sollte dabei allerdings, dass ein Chart lediglich die Vergangenheit darstellt und dass es keine Garantie dafür gibt, dass sich der Kurs letztendlich auch entsprechend verhalten wird.

Über Autor kein 3579 Artikel
Hier finden Sie viele Texte, die unsere Redaktion für Sie ausgewählt hat. Manche Autoren genießen die Freiheit, ohne Nennung ihres eigenen Namens Debatten anzustoßen.