Push Boundaries: Tennis-Held Michael Stich malt jetzt Berlin bunt

Michael Stich

Vernissage 

Samstag, 30. Mai,  18 – 21 Uhr

Der Künstler ist anwesend

Ausstellung
31. Mai bis 30. Juli 2026

Die Ausstellung „Push Boundaries“ in der Galerie Mond Fine Arts ist Michael Stichs erste Ausstellung in Berlin. Schon seit längerem war er auf der Suche nach einer Galerie in der Hauptstadt. In einer Zusammenarbeit, die geprägt ist von Vertrauen und Respekt für neue Wege gibt Galeristin Frieda Vogel dem ehemaligen Tennisprofi nun die Gelegenheit, seine neuesten Werke in ihren Räumen zu zeigen.

Den meisten als einer der besten deutschen Tennisspieler aller Zeiten bekannt, interessierte sich Michael Stich bereits während seiner Sportkarriere für Malerei – zunächst als Ausstellungsbesucher und Sammler zeitgenössischer Kunst. Dies und der Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern inspirierten ihn dazu, selbst mit dem Malen zu beginnen und diese Leidenschaft nach Ende seiner aktiven Karriere zu einem prägenden Teil dieses neuen Lebensabschnitts zu machen. Malte er zunächst nur für sich selbst, entschied sich Stich im Jahr 2022 nach rund zwanzig Jahren des Experimentierens, seine Werke erstmals auszustellen.
Stichs abstrakte Arbeiten sind Spiegelbild seiner Persönlichkeit. Für ihn ist die Malerei eine wunderbare Möglichkeit, seine Erlebnisse und Emotionen zu verarbeiten und seiner Individualität Ausdruck zu verleihen. Dabei ist der Prozess des Malens für ihn das Spannendste – von der Idee unter Einsatz von Farbe und Technik hin zu Kompositionen; teils gesteuert, teils aber auch dem Zufall überlassen und weiterentwickelt. Besonderen Wert legt der Künstler dabei auf die Materialität. Neben Leinwand oder Jute sind inzwischen zahlreiche Werke auf hauchdünnem Japan- und Chinapapier entstanden, einem Malgrund, der jedem Bild eine einzigartige Struktur verleiht.

Michael Stich tulip 2026, Acryl auf Leinwand, 120 x 120 cm

Aber auch vor ungewöhnlichen Materialien schreckt Stich nicht zurück. In der Werkschau „Push Boundaries“ werden erstmals Arbeiten gezeigt, die auf und in Wannen aus Aluminiumblech gemalt sind, womit sich der Künstler von der hauchzarten Struktur des Papiers hin zu starrer Materialität bewegt. Dennoch erleben die Betrachtenden die Arbeiten als etwas Natürliches, Lebendiges, denn sie scheinen den Blick in einen Raum zu gewähren, der sich in der eigenen Fantasie umso stärker vergrößert, je mehr man loslässt und die eigenen Grenzen erweitert.

Michael Stich nature 2026, Acryl auf Aluminium, ….. x ….. cm

Fasziniert von dem unkonventionellen Malgrund entstand bei einem Besuch Frieda Vogels in Stichs Hamburger Atelier die gemeinsame Idee, diese außergewöhnlichen Werke in Berlin zu zeigen. Denn welch anderer Ort als die Hauptstadt ist als Plattform besser geeignet, um Neues zu wagen?

Wobei der gemeinsame Weg nicht nur die Offenheit und Experimentierfreudigkeit der Galeristin unterstreicht, sondern auch ein weiterer Schritt des Künstlers ist, aus einem gerade in Deutschland verbreiteten Schubladendenken herauszutreten und zu zeigen, dass man durchaus mehrere Talente besitzen und diese ausleben kann. Warum nur Mediziner sein und nicht vielleicht auch Musiker? Warum nur Journalist sein und nicht vielleicht auch Koch? Oder warum nur Tennis spielen und nicht auch malen?

Michael Stich

Michael Stich ist ein Paradebeispiel dafür, wie vielseitig der Mensch sein kann, wenn man es nur zulässt. Die Ausstellung in der Galerie Mond ermöglicht es, eine -sicherlich für viele- neue Seite von jemandem zu entdecken, der lange Zeit im Fokus der Öffentlichkeit stand und vermeintlich gekannt wird. Denn mit seiner Malerei möchte Stich nicht nur etwas von sich selbst preisgeben, sondern er möchte die Betrachtenden berühren und dazu ermutigen, eigene Gedanken und Empfindungen freizusetzen und vielleicht auch selbst gesetzte Grenzen zu reflektieren und zu verschieben: Push Boundaries.

Über Marc Peschke 46 Artikel
Marc Peschke, 1970 geboren, Kunsthistoriker, Texter, Kulturjournalist und Künstler, lebt in Wertheim am Main, Wiesbaden und Hamburg. Er hat in Mainz Kunstgeschichte, Komparatistik und Ethnologie studiert. Seitdem schreibt der gebürtige Offenbacher unter anderem über Bildende Kunst, Fotografie, Fotokunst und Popmusik. Gelegentlich arbeitet er auch als freier Kurator, war Mitinhaber und Mitbegründer der Fotokunst-Galerie KUNSTADAPTER in Wiesbaden und Frankfurt am Main – sowie der Kultur-Bar WAKKER in Wiesbaden. In Wertheim am Main ist er Kurator des exklusiven Kunstraum ATELIER SCHWAB. Seit 2008 zahlreiche eigene Ausstellungen im In- und Ausland. Marc Peschkes künstlerische Arbeiten entstehen zumeist auf seinen zahlreichen Reisen und sind in verschiedenen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten. Seit 2020 ist Marc Peschke unter dem Namen MASCHERA auch wieder als Musiker aktiv. Im Jahr 2022 wird er kuratorisch die Wiesbadener Fototage unterstützen. www.marcpeschke.de