Lesungen, Ausstellungen, Tanz, Musik und große Debatten: Die Klassik Stiftung Weimar lädt in den kommenden Wochen zu einem außergewöhnlich dichten Kulturprogramm. Im Mittelpunkt stehen Amalie von Helvig, Gerhard Marcks, das Kunstfest Weimar, die Weimarer Kontroversen und Goethes 277. Geburtstag. Auch eine wiederentdeckte historische China-Karte wird erstmals ausführlich vorgestellt.
Lesung | Weibliche Autorschaft zwischen Weimar und Schweden – Amalie von Imhoff | Amalie von Helvig | 19. August
Amalia von Helvig, geborene von Imhoff, prägte zu Lebzeiten Weimar und andere intellektuelle Zentren in Deutschland und Schweden. Die Vielseitigkeit der Autorin zeigt sich nicht zuletzt in der von Jules Kielmann und Delf Lützen in der Reihe Edition FONTE des Wehrhahn Verlags herausgegebenen Auswahl ihrer Texte. Der kürzlich erschienene erste Band stellt einen Bezug zur Literatur und Kultur der Antike sowie zur zeitgenössischen Dichtung Weimars her. Anlässlich des 250. Geburtstags von Amalia von Helvig lädt die Klassik Stiftung Weimar am 19. August um 18 Uhr in das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ein, um im Rahmen einer Lesung die Werke der Schriftstellerin gemeinsam mit den Herausgebern neu zu entdecken. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos finden Sie hier.
Ausstellungseröffnung | Gerhard Marcks – Frühe Holzschnitte des Bauhaus-Meisters | 20. August
Die Klassik Stiftung Weimar nimmt eine erst kürzlich akquirierte Schenkung zum Anlass, um 29 herausragende frühe Holzschnitte von Gerhard Marcks erstmals öffentlich zu zeigen.
Durch diesen Neuzugang aus der süddeutschen Sammlung von Dr. Herbert und Hildegard Wippel verfügt die Stiftung nun über die zweitgrößte Sammlung von Druckgrafiken aus den frühen Bauhausjahren von Marcks. Die Präsentation wird ergänzt durch Keramiken aus der Weimarer Bauhaus-Sammlung. Besucher*innen sind herzlich zur Ausstellungseröffnung am 20. August um 18 Uhr im Bauhaus-Museum Weimar eingeladen. Der Eintritt ist frei
Fest | Kunstfest Weimar 2026 | 21. August – 6. September
Vom 21. August bis 6. September bringt das Kunstfest Weimar internationale Gegenwartskunst, von Theater und Tanz bis Musik und Film, nach Weimar und in die Region. Ob Park an der Ilm, Herzogin Anna Amalia Bibliothek oder Orangerie im Schlosspark Belvedere: Als Kooperationspartner des Festivals lädt die Klassik Stiftung Weimar gleich an mehreren Orten zu einem kreativen Dialog zwischen aktueller Kunst und einzigartigem Ambiente ein.
Aufführung | 21.–22. August 2026
Kunstfest Weimar 2026: Gratte Ciel „RoZéO“
Eine lebendige Installation im Ilmpark
Aufführung | 26.–27. August 2026
AUSBRECHEN
Internationaler Abend des jungen Tanzes
Lesung | 27. August 2026
Weimarer Kunstfest 2026: Christa Wolf „Von Kindheitsmuster bis August“
Jahrzehnte überspannende Gegenwartsliteratur mit internationaler Strahlkraft. Eine Lesung mit Petra Hartung
Konzert | 1. September 2026
Kunstfest Weimar 2026: EFIM & Gabriele Stötzer „Das Brennen der Worte im Mund“
Wort-Klang-Performance mit preisgekrönter Künstlerin in der Orangerie
Weimarer Kontroversen | Wie können wir im Gespräch bleiben? | 26. August
An diesem Abend geht es um den gemeinsamen gesellschaftlichen Umgang mit extremen politischen Meinungsverschiedenheiten sowie dem gezielten Schüren und Instrumentalisieren von Ängsten und Unsicherheitsgefühlen. Am 26. August um 18 Uhr im Lichthaus Weimar geben die Künstlerin Tanja Krone und der Demokratieforscher Matthias Quent im Gespräch Einblicke in ihre Arbeit und diskutieren mit Carsten Tesch (MDR) darüber, wie Verhärtungen aufgeweicht, Resilienz aufgebaut und neue Offenheit zwischen Menschen hergestellt werden können. Der Eintritt ist frei.
Zum Themenjahr „Öffnen“ finden die Weimarer Kontroversen unter dem Titel „Die offene Gesellschaft und ihre Freunde“ statt. Ziel der diesjährigen Weimarer Kontroversen ist es, gemeinsam in offenen Gesprächen aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und Perspektiven zu diskutieren.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar statt.
Goethe-Geburtstag | 28. August
Zu Goethes 277. Geburtstag bietet die Klassik Stiftung Weimar am 28. August ein abwechslungsreiches Kulturprogramm für die ganze Familie: Theater-Performances, klassische Musik, Kreativ-Workshops und Digitalformate sind neben dem traditionellen Anschnitt der Kartoffeltorte nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Programm zu Ehren Johann Wolfgang von Goethes.
Passend zum Flaniergeburtstag finden im Goethe- und Schiller-Archiv zwei besondere Veranstaltungen statt: Die Filmpremiere „KI trifft Handschrift – Auf der Suche nach Goethes Stimme“ mit anschließendem Gespräch bietet um 16 Uhr spannende Einblicke in das PROPYLÄEN-Projekt. Mit dem anschließenden Launch des neuen Wissensportals zu Goethe und seinen Kontexten wird um 17.30 Uhr zudem eine neue, kontinuierlich wachsende Plattform freigeschaltet, die Sammlungen, Ausstellungen, Forschungsprojekte und Vermittlungsangebote zu Goethe und seiner Zeit frei zugänglich macht.
Passend zum Ehrentag Goethes wird von 14–16 Uhr in der Weimarhalle die Goethe-Medaille 2026 an den Komponisten Arvo Pärt aus Estland, die Übersetzerin Anita Raja aus Italien und den Theaterregisseur, Dramaturg und Schauspieler Prodromos Tsinikoris aus Griechenland verliehen.
Der Eintritt ist am 28. August im Goethe-Nationalmuseum, in Goethes Gartenhaus und im Schiller-Museum kostenfrei.
Weitere Informationen zum Programm des Flaniergeburtstags finden Sie hier.
Vortrag | Aus dem Dornröschenschlaf | Eine historische China-Karte in Weimar und ihr Stammbaum | 3. September
Die Klassik Stiftung Weimar lädt zur Vorstellung einer großformatigen, handkolorierten Karte, die im Sommer 2025 im Bestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek (wieder)entdeckt wurde. Die vermutlich um 1818 entstandene Karte zeigt, anders als Weltkarten im westlichen Sinne, ein weltbezogenes Ordnungsmodell mit China im Zentrum. Sie stellt das Territorium des Qing-Reiches in seiner größten Ausdehnung im 18. Jahrhundert in den Mittelpunkt, ergänzt durch die Anordnung Europas und weiterer Regionen Asiens am Rand.
In ihrem Vortrag am 3. September um 18 Uhr im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek erläutert Professor Dr. Aeka Ishihara, Germanistin und Goethe-Forscherin der University of Tokyo, Näheres zu der Überlieferung, Systematik und Bedeutung der chinesischen Holzschnittkarte.
