Der Traum von der perfekten Kryptowährung

bitcoin litecoin kryptowährung finanzen altcoin, Quelle: Photospirit, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig

Was muss eine Kryptowährung haben um perfekt zu sein? Wird es die Eine Kryptowährung jemals geben und wenn ja welche Technik könnte eingesetzt werden um diese zu erzeugen? Dazu muss man ein gewisses Grundverständnis mitbringen und den Hintergrund sowie Sinn und Zweck einer Kryptowährung durchaus verstehen können. Kryptowährungen haben nämlich vor allem unterschiedliche Zwecke aber sie dienen in der Regel alle der gleichen Prämisse, Anonymität, Sicherheit und regulationsfreie Handhabe über den eigenen Besitz.

Erfunden wurden Kryptowährungen angeblich zum Schutz der Privatsphäre und des Privatvermögens. Man wollte in der Lage sein seinen Besitz einfach zu übertragen, ohne das sich staatliche Organe, Kontrollmechanismen und Wirtschaftsunternehmen, sowie Steuerbehörden, Zoll und ähnliches einmischen. Nicht aus der Absicht heraus böses mit dem Geld zu tun, sondern einfach nur den Wert von Eigentum zu erhalten. Das ist ungefähr so wie der Witz das deutsche Rentner, Geld von ihrem Arbeitgeber bekommen, das versteuert wurde und vom Arbeitnehmer erneut versteuert werden muss, dann in staatlichen Anlagen angelegt werden muss und später, bei der Auszahlung nochmal versteuert wird. So kommt es nicht selten vor das Rentern, die ihre Rente bereits doppelt versteuert haben, die eine Rentenerhöhung bekommen, danach weniger Geld übrig bleibt als hätten sie die Rentenerhöhung nie bekommen.

So ähnlich verhält es sich ja prinzipiell mit allem Besitz, den man in irgendeiner Form übertragen will. Rentensteuer, Erbschaftssteuer, Grundsteuer, Grunderwerbssteuer, Einkommenssteuer, Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, nur um ein paar der Dinge zu nennen die Nutzern von Kryptowährungen in der Regel gegen den Strich gehen und wirklich fair ist es im Prinzip ja auch nicht das Verbraucher teilweise ihr halbes Gehalt oder mehr an den Staat abgeben müssen und dann im Schnitt nochmal 19% vom übriggebliebenen Geld, das ausgegeben wird, an den Staat zahlen müssen. Schlimmer wird es wenn man etwas aus dem Ausland kauft, da muss man in der Regel lokale Steuern zahlen und im eigenen Land noch einmal.

Klassische Banken regulieren das und führen die Steuern natürlich entsprechend ab, bzw. melden Geld Ein- und Ausgänge an Finanzämter, wenn die Summer ein gewisses Maß überschreiten. Eine bitcoinbankapp.de/  hingegen gibt es nicht. Hier findet keinerlei Regulierung statt. Auch keine Steuerabgabe. Natürlich ist man verpflichtet Spekulationsgewinne, auch aus Kryptowährungen zu versteuern, aber es ist nicht wirklich einfach, wenn Kryptowährungen sachgemäß genutzt werden, diese zurück zu verfolgen. Das ist zwar vor allem in Europa schwierig, weil die meisten Nutzer Kryptowährungen nicht sachgemäß nutzen und durch z.B. Online Shop Bestellungen oder Anmeldungen bei Trading Unternehmen gläsern werden, da ihre Daten gespeichert werden.

Die perfekte Kryptowährung jedoch müsste all diese Kriterien ebenfalls erfüllen. Sie müsste komplett reguliert und kontrolliert sein. Es müsste sichergestellt werden das die Währung recht Preisstabil ist und vor allem langfristig bleibt, also muss es sich um einen Stablecoin handeln. Ein Stablecoin jedoch muss reguliert, kontrolliert und mit Einlagen gesichert sein. Eine entsprechende Anerkennung als Währung und damit auch die Zulassung als Zahlungsmittel werden auch nicht einfach ohne Kontrolle erfolgen. Das ist schonmal ein Widerspruch in sich selbst. Anonymität und gleichzeitig ein stabiles reguliertes Umfeld ist wie brennendes Wasser, nicht ganz unmöglich, aber wenn das Feuer erlischt stinkt es einfach nur noch.

Dabei haben wir noch nicht einmal darüber gesprochen das eine „perfekte Kryptowährung“ auch entsprechend energieeffizient sein muss. Es darf also nicht dazu kommen das sie entsprechend hohe Umweltschäden verursacht. Aber wie soll das mit einer gewissen Sicherheit korrespondieren. Eine Verschlüsslung, die einfach ist und ohne großen Aufwand daherkommt, kann in der Regel auch ohne großen Aufwand wieder aufgebrochen werden. Es müsste also entweder ein System sein, das so schnell reagiert das es kaum möglich wäre eine Transaktion abzufangen und zu manipulieren oder umzuleiten, oder aber sie müsste über eine komplett sichere Einmalverschlüsselung verfügen. Dazu müssten aber Nutzer und Empfänger in der Lage sein Zufallsgenerierte Codes zu nutzen, die extrem groß sind. Theoretisch wäre es kein größeres Problem einen riesigen Code zu nutzen um eine Transaktion zu verschlüsseln, dafür müssten sich Käufer und Verkäufer aber physisch am gleichen Ort befinden damit diese auch zeitgleich abgeglichen werden können, denn nur mit einer mehrfachen Verschlüsselung wäre es dann möglich die Transaktion abzuschließen. Entsprechend wäre das aber die Inflexibilität in sich, denn eine digitale Zahlungsmethode benötigt man nicht mehr, wenn man die Geldbeträge auch in Bar, Gold oder anderen Waren übertragen könnte.

Kurzum es wird mehr als schwierig eine „perfekte“ Kryptowährung zu generieren, die sowohl sicher, als auch als „Kryptowährung“ selbst nutzbar sein wird. Es ist natürlich logisch das digitale Zahlungsmethoden in den kommenden Jahren immer mehr in den Trend kommen werden, aber grundsätzlich darf man einen E-Euro oder einen E-Yuan nicht mit einer Kryptowährung vergleichen.

Über Autor kein 3043 Artikel
Hier finden Sie viele Texte, die unsere Redaktion für Sie ausgewählt hat. Manche Autoren genießen die Freiheit, ohne Nennung ihres eigenen Namens Debatten anzustoßen.