Dieter Glandt: Die Amphibien und Reptilien Europas.

Grüne Wiese, Foto: Stefan Groß

Dieter Glandt: Die Amphibien und Reptilien Europas. Alle Arten im Porträt, Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 2015, ISBN: 978-3-494-01581-1

Amphibien sind wechselwarme Tiere und gelten als das älteste Taxon der landlebenden Wirbeltiere. Vor ungefähr 400 Mio Jahren traten im Erdzeitalter die ersten Amphibien auf. Fast alle Amphibien machen im Laufe ihres Lebens eine sogenannte Metamorphose durch, was bedeutet, dass sich ihre Gestalt verändert. Reptilien oder Kriechtiere leben zumeist auf dem Land. Zu ihnen gehören die Echsen, Krokodile, Schlangen und Schildkröten. Nur Meeres-Schildkröten und See-Schlangen leben im Meer. Früher hat man die Reptilien als eine von fünf großen Gruppen von Tieren angesehen, die eine Wirbelsäule im Rücken haben. Diese Ansicht ist jedoch teilweise überholt. Reptilien haben eine trockene Haut ohne Schleim. Das unterscheidet sie von den Amphibien.

Der frühere Biologe Dieter Glandt, der heute als Privatwissenschaftler und Buchautor tätig ist, stellt in diesem Buch werden alle 280 und den angrenzenden Inseln vorkommende Amphibien- und Reptilienarten ausführlich in Wort und Farbbild vor. Der geographische Rahmen erstreckt sich einschließlich der kanarischen Inseln und der zu Griechenland gehörenden Inseln im Mittelmeer. Somit wird ein weiter Raum von den Kanaren bis zu der Nordwestküste des Kaspischen Meeres abgedeckt.

Die erste Auflage des Buches erschien unter dem Titel „Taschenlexikon der Amphibien und Reptilien Europas“ im Jahre 2010 und wurde gründlich überarbeitet. Es wurde ein größeres Format gewählt, so dass die Abbildungen und die Schrift größer ist, was auf Kosten der Handlichkeit ging. Außerdem wurden die Amphibien und Reptilien in fünf Untergruppen (Schwanzlurche, Schildkröten, Froschlurche, Echsen und Schlangen) eingeteilt, die alphabetisch sortiert sind, um das schnelle Nachschlagen zu gewährleisten. In diesem Buch werden alle Arten vorgestellt, die aktuell anerkannt sind.

Das Buch soll dem Benutzer ermöglichen, „sich schnell und zuverlässig über die gefundenen Arten zu informieren. Aussehen, Lebensraum und Lebensweise werden möglichst eingehend behandelt, wobei stets auch praktische Beobachtungstipps zwecks Auffindens im Gelände gegeben werden. Auch werden Informationen über die allgemeine Bestandssituation und wichtige Schutzmaßnahmen zusammengestellt. Viele der vorgestellten Arten sind heute gefährdet, wobei auch der Tourismus mittelbar oder unmittelbar dazu beiträgt.“ (S. 3)

Das Buch beginnt mit einer allgemeinen Einführung zu Amphibien und Reptilien, die geografische Abgrenzung des behandelten Lebensraumes, eine systematische Artenliste in Europa und den Kanaren sowie Karten mit den Arten in den europäischen Großregionen. Dann werden die unterschiedlichen Arten getrennt nach Schwanzlurchen, Froschlurchen, Schildkröten, Echsen und Schlangen in alphabetischer Reihenfolge ihrer Artnamen behandelt. Die Kapitel über die Arten sind einheitlich aufgebaut: einer Vorbemerkung, die sprachliche Herleitung des Namens, die auffälligen Kennzeichen, die Unterarten, die Verwechslungsarten, die Verbreitung, das Vorkommen, die Lebensweise, in bestimmten Fällen die Bisswirkung oder andere Besonderheiten, die Gefährdung der Art bzw. Schutzmaßnahmen sowie Beobachtungstipps präsentiert. Die einzelnen Arten werden immer mit einem Farbfoto und einer Karte zum Verbreitungsgebiet vorgestellt.

Das Buch kann als aktuelles Standardwerk für Amphibien und Reptilien in Europa auf wissenschaftlicher Basis angesehen werden. Es kann immer bei Reisen oder Exkursion mitgenommen werden, so dass Biologen oder Interessierte damit auch draußen arbeiten können, und besticht durch seine Detailfülle und scharfen Abbildungen.

 

Buch 17

Michael Lausberg
Über Michael Lausberg 315 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.