vbw: Regierung muss weiteren Anstieg des Strompreises schnell stoppen – Brossardt: „Senkung der Netzentgelte ebenfalls nötig“

Geld Foto: Stefan Groß

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. fordert wirksame Maßnahmen gegen einen weiteren Strompreisanstieg. Deutsche Unternehmen zahlen europaweit nicht nur einen der höchsten Strompreise, sondern sind aufgrund des Nebeneinanders von europäischem Emissionshandel und nationalen Instrumenten, wie die EEG-Umlage, mit Doppelbelastungen konfrontiert. „Der leichte Rückgang der EEG-Umlage ist keine Trendwende, sondern resultiert aus dem gestiegenen Börsenstrompreis. Ursache hierfür sind gestiegene Preise für Öl, Kohle und Gas. Das EEG und die weiteren staatlich veranlassten Kosten führen zu weiter steigenden Strompreisen und machen bereits heute mehr als die Hälfte des Strompreises aus. Das gefährdet die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Sollte es zu einem vorgezogenen Ausstieg aus der Kohleverstromung kommen, wäre ein weiterer Preisanstieg die Folge.

Die vbw mahnt, dass der Strompreis dringend auf die Agenda der Bundesregierung gehört. „Die Regierung kann den Preisanstieg schnell stoppen, indem sie die Stromsteuer auf das Mindestniveau reduziert und die EEG-Umlage über einen Streckungsfonds deckelt. Eine Finanzierung der EEG-Umlage durch neue Steuern oder Abgaben auf andere Energieträger wäre dagegen der falsche Weg. Was wir brauchen, ist nicht eine bloße Verschiebung der Kosten, sondern eine echte Kostenwende“, mahnt Brossardt. Die vbw fordert, dass die Bundesregierung umgehend ein in sich schlüssiges energiewirtschaftliches Gesamtkonzept vorlegt, das den Umbau der Energieversorgung insgesamt plant und ehrlich die Kosten nennt.

Neben der EEG-Umlage belasten auch die Netzentgelte zunehmend den Strompreis. Da der Leitungsausbau nicht mit dem Ausbau der Erneuerbaren Schritt halten kann, sind immer mehr teure Maßnahmen zur Netzstabilisierung notwendig. „Wichtig sind deshalb vor allem drei Dinge: Der Übertragungsnetzausbau muss deutlich beschleunigt werden, der weitere Zubau erneuerbarer Energien darf nur strikt netzsynchron erfolgen und es müssen bessere Anreize für die Nutzung digitaler Technologien im Netz gesetzt werden. Das stärkt nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern trägt auch zu stabileren Strompreisen bei“, so Brossardt.

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