Schlechter Journalismus

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Dass Shakuntala Banerjee AFD-Chef Tino Chrupalla, den Politiker der Partei mit dem grössten Stimmenzuwachs bei den baden-württembergischen Landtagswahlen, mit den noch höheren Erwartungen und Ankündigungen der AFD konfrontiert, mag ja noch angehen (https://www.zdfheute.de/…/tino-chrupalla-afd-baden…). Dass sie ihn dann aber mit den in den Medien in den letzen Wochen zu Recht hoch und runter gejazzten Vorwürfen der Vetternwirtschaft konfrontiert, zeigt dagegen, dass sie ihn entlarven, aber nichts  wirklich von ihm wissen will. Dabei wäre das ihre Pflicht als Journalistin.

Denn es wäre spannend gewesen zu erfahren, wie die AFD, die Arbeiterpartei im Arbeiterland Baden-Württemberg, damit umgeht, dass 35 Prozent der Arbeiter und Arbeiterinnen sie gewählt haben und wie sie ihre Programmatik darauf einstellt. Oder warum sie der CDU kein Angebot macht, deren Spitzenkandidaten zu wählen? Und zu welchen Bedingungen? Oder die kritische Frage, warum der AFD Spitzenkandidat nicht in Baden-Württemberg bleibt, sondern sich lieber weiter im Bundestag tummelt? Angela Merkel hat ihren Minister Norbert Röttgen einst aus solchem Grund entlassen.

Wahlabend-Sendungen dienen nicht dem Kampf gegen Rechtsextreme, sondern der Information der Zuschauer und Zuschauerinnen, die diese Art von Voreingenommenheit genau spüren. Ihr Vertrauen sinkt. So treibt vermeintlich guter Wille der AFD neue Interessenten zu.