KÖNIGSKLASSE III – Zeitgenössische Kunst aus der Pinakothek der Moderne in Schloss Herrenchiemsee

Ausstellungsdauer:14.05.–27.09.2015 Öffnungszeiten:täglich 09:00–18:00
Königskunde:Juli und August, täglich 10:00–17:00

Klassiker sind Werke, »die jedes Mal um so neuer, unerwarteter, bahnbrechender wirken, wenn man sie wiederliest«. Diese Feststellung Italo Calvinos ist ein Motto für die seit 2013 verwirklichten Sommerausstellungen in den unvollendeten Rohbauräumen des Nordflügels von Schloss Herrenchiemsee. Sie werden von der Pinakothek der Moderne in Kooperation mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen verwirklicht. Jenseits des gewohnten musealen Kontexts laden in Schloss Herrenchiemsee Hauptwerke von Andy Warhol, Dan Flavin, Gerhard Richter, Arnulf Rainer, Imi Knoebel, Georg Baselitz, Fabienne Verdier, Wolfgang Laib, John Chamberlain und Willem de Kooning zu einer neuen Betrachtung ein. Die Herreninsel mit ihrem im Auftrag von König Ludwig II. errichteten Schloss erlaubt Besuchern eine konzentrierte Erfahrung des Zweiklangs von Historie und Natur. Durch die Kunstwerke wird dieser Dialog bis in die Gegenwart erweitert.
Eine Besonderheit der »Königklasse III« ist der Raum »Gerhard Richter: Brigid Polk«. Zu sehen sind drei Gemälde des international renommierten deutschen Künstlers Gerhard Richter aus dem Jahr 1971 mit Darstellungen Brigid Polks, einer zentralen Persönlichkeit aus dem Kreis um Andy Warhol.
Anlass der Präsentation ist die jüngst erfolgte Schenkung des frühesten Bildes dieser Werkgruppe aus Privatbesitz an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen durch Zustiftung an die Museumsstiftung zur Förderung der Staatlichen Bayerischen Museen. In Anerkennung dieser großzügigen Gabe an die Öffentlichkeit haben sich das Hessische Landesmuseum in Darmstadt sowie das Neue Museum für Kunst und Design in Nürnberg bereit erklärt, die in ihren Sammlungen aufbewahrten Variationen aus derselben Werkgruppe auszuleihen. Erstmals seit der Entstehung der Gemälde sind in Schloss Herrenchiemsee alle drei in Deutschland in öffentlichem Besitz befindlichen Gemälde Richters zusammengeführt.

Die Werke sind ein eindringliches Zeugnis eines künstlerischen Austauschs zwischen Europa und Amerika und bringen ein kaum bekanntes Ereignis deutscher Kunstgeschichte ans Licht. Denn während eines Aufenthalts in München hat Brigid Polk mit einer neuartigen Polaroid-Kamera Selbstbildnisse gemacht, die für Richter zum Ausgangspunkt seiner Gemälde wurden. Die von Brigid Polk experimentell erkundeten Ausdrucksqualitäten der unmittelbar Bilder produzierenden Polaroid-Technik haben nicht nur ihren engen Freund Andy Warhol und den Kreis von dessen Factory inspiriert, sondern auch Gerhard Richter. Dieser hat die auf akute Zeitgenossenschaft zielenden Selbstbildnisse Brigid Polks in faszinierend gleichmütiger Haltung in die klassische Gattung der Malerei überführt. So wie die Ausstellung insgesamt den wiederholten Blick auf Klassiker schärft, so wirft Richter einen zweiten Blick auf die Selbstinszenierungen von Brigid Polk.

Der wiederholte Blick auf Werke der Kunst wird 2015 erstmalig durch das Kunstvermittlungsprogramm »Königskunde« unterstrichen. Während der Ferienmonate Juli und August sind täglich zwischen 10 und 17 Uhr junge Kunstvermittler in der Ausstellung. Das speziell für diesen Ort entwickelte Programm ist ein Angebot zum Dialog. Es geht nicht nur darum, Wissen zu vertiefen, sondern die ästhetischen Dimensionen von Kunstwerken und Räumen sowie von Kultur und Natur zur Sprache zu bringen.

Zum Schloss Herrenchiemsee
Das Neue Schloss Herrenchiemsee wurde von König Ludwig II. von Bayern als Abbild von Versailles geplant und sollte ein »Tempel des Ruhmes« für König Ludwig XIV. von Frankreich werden, den der bayerische Monarch grenzenlos verehrte. Das 1878 begonnene, jedoch unvollendete Schloss beherbergt prächtige große Schauräume wie das Prunktreppenhaus, das Paradeschlafzimmer und die Große Spiegelgalerie. Das intime Kleine Appartement ist in Formen des französischen Rokoko gehalten und diente als Wohnung des Königs.

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