Robin Lane Fox: Der englische Gärtner – Leben und Arbeiten im Garten

Über die schöne Gartenkunst

Gartenbaume, Foto. Stefan Groß

Robin Lane Fox, Emeritus Fellow des New College an der Universität Oxford, ist von Haus aus Althistoriker machte sich schon mit seinen Forschungen und Veröffentlichungen über Alexander von Makedonien oder Augustinus einen Namen. In diesem Buch widmet er sich nun einem scheinbar ganz anderem Thema, dem Garten. Fox ist ein passionierter Gartenliebhaber seit seinem Studium, seither wurde „gedankenvolles Gärtnern zu meinem Glaubensbekenntnis“ (S. 19) Dabei geht es vom ersten Garten, dem Garten Eden aus, wo der Baum der Erkenntnis stand.

In seinen zahlreichen Reisen durch die Welt hat Fox neben dem eigenen englischen Garten unzählige andere Formen des Gärtnerns mit unterschiedlichen Philosophien dahinter. Bei den hier behandelten Gärten handelt es sich um Ziergärten. Den nachdenklichen Gärtnern sollen sich neue Erkenntnisse erschließen: „Umsichtige Gärtner denken, bevor sie wählen und pflanzen, daher möchte ich hier Gedanken über einzelne Pflanzen und ihre Vorlieben mitteilen, die ich durch eigenes Betätigen gefunden habe. Hin und wieder gebe ich Lektionen weiter, die mich professionelle Gärtner gelehrt haben. (…) Manches habe ich auf meinen Reisen gelernt, man denkt dann weniger beschränkt, ich schreibe also auch meine Gedanken über Gärten auf, die geografisch weit entfernt von meinen eigenen Gärten liegen. (…) Am meisten habe ich gelernt von schreibenden Gärtnern, wie ich selbst einer bin; einigen möchte ich für den Einfluss ihres Lebenswerkes auf mein Denken einen postumen Tribut zollen.“ (S. 24)

Die vier Kapitel werden nach Jahreszeiten unterteilt. Beginnend mit dem Winter, folgen dann der Frühling, der Sommer und der Herbst. Viele der hier vorgestellten Kapitel stammen aus seiner wöchentlichen Gartenkolumne in der Financial Times, die er ab 1970 schrieb. In ihnen wechseln sich praktische Tipps für die Jahreszeit mit intellektuellen Betrachtungen über die Gartenkunst, auch im historischen Kontext, ab. Im Laufe des Buches stellt er mehrere Gärtner vor, die ihn besonders beeindruckt haben. Darunter ist ein Gärtner eines großen Anwesens in Northamptonshire und den Gärtner des College-Geländes an der Universität Oxford. Aber auch verstorbene Großmeister ihres Faches werden hier diskutiert.

Das Buch ist zwar meist praktisch ausgerichtet, es knüpft aber auch teilweise an Romane oder Gedichte an, aber auch der Sprachphilosoph Wittgenstein wird erwähnt. Die Kunst des Gartenbaus wird im immer wieder mal im Laufe der Jahrhunderte vorgestellt. Insgesamt lässt sich sagen, dass es bei dem Buch um eine Mischung zwischen Gartentipps und intellektuellen Betrachtungen über das Planen und Anlegen von Gärten im internationalen Kontext, das mitreißend geschrieben ist.

Robin Lane Fox: Der englische Gärtner. Leben und Arbeiten im Garten, Klett-Cotta, Stuttgart 2018, ISBN: 978-3-608-96220-8, 32 EURO (D)

 

Michael Lausberg
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Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.