Unterzeichnung des Freihandelsabkommen mit den vier Mercosur-Staaten ist eine gute Entscheidung

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„Ein guter Tag für die Europäische Union und die europäische Wirtschaft: Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen haben die Vertreter der EU-Staaten mehrheitlich für die Unterzeichnung des Freihandelsabkommen mit den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay gestimmt. Damit entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt, die über 700 Millionen Einwohner und ein Fünftel der globalen Wirtschaftsleistung umfasst. Das Mercosur-Abkommen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und bayerischen Wirtschaft: Die Zölle auf gut 90 Prozent aller gehandelten Waren sollen schrittweise wegfallen. Das wird die Warenexporte aus Bayern in die Region im Wert von mehr als 2 Milliarden Euro ankurbeln, die aktuell von rund 2.000 bayerischen exportierenden Betrieben erbracht werden. Die EU-Kommission sieht durch das Abkommen ein zusätzliches Exportpotenzial von fast 40 Prozent, was für die bayerische Wirtschaft ein Exportplus von bis zu 800 Millionen Euro pro Jahr bedeuten würde. Außerdem werden durch das Abkommen die Rohstoffversorgung und die Lieferketten für unsere Unternehmen robuster, der Austausch mit Dienstleistungen vereinfacht und die Rechtssicherheit erhöht. Nunmehr geht es darum, den Rückenwind aus dem erfolgreichen Abschluss des Abkommens mit Südamerika zu nutzen und die geplanten Handelsverträge der EU vor allem mit Indien sowie den asiatischen Tigerstaaten Indonesien, Thailand, Philippinen und Malaysia sowie Australien zügig abzuschließen.“

Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), zum grünen Licht für das Mercosur-Freihandelsabkommen

Zahlen zum Handel zwischen Bayern und den Mercosur-Staaten:

Das Handelsvolumen zwischen Bayern und den Mercosur-Staaten belief sich im Jahr 2024 auf 2,7 Milliarden Euro. Dabei entfielen 2,1 Milliarden Euro auf Exporte und 0,6 Milliarden Euro auf Importe.
Bayerische Firmen liefern vor allem Maschinen, Fahrzeuge, Chemie- und Elektrotechnikprodukte.
Aus den Mercosur-Ländern importiert werden vorwiegend Agrarprodukte, Rohstoffe, Grundchemikalien und Industrieerzeugnisse.

BIHK-Statement vom 09.01.2026

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