vbw begrüßt endgültige Ratifizierung von CETA – Signal gegen Protektionismus

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Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt die endgültige Ratifizierung des Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens EU-Kanada (Comprehensive Economic and Trade Agreement, kurz CETA) durch den deutschen Bundestag. „Endlich ist das Abkommen unterzeichnet und der Schwebezustand damit beendet. Kanada ist ein wichtiger Wirtschaftspartner der EU, Deutschlands und damit auch Bayerns. Uns verbinden langjährige und erfolgreiche Wirtschaftsbeziehungen. Das Abkommen erleichtert mit dem Abbau von 98 Prozent der Zölle den Zugang zum kanadischen Markt erheblich und fördert den bilateralen Warenaustausch. Mit dem Abkommen setzt die EU auch ein wichtiges Signal gegen Protektionismus“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der Krieg in der Ukraine und die Corona-Pandemie haben die Verwundbarkeit unserer Wirtschaft gezeigt. Das Abkommen diversifiziert die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands und fördert den Handel mit einem Partner, der dieselben Werte teilt. „Auch verhindert das Abkommen, dass unsere Unternehmen beim Marktzugang in Kanada gegenüber anderen Industrieländern Wettbewerbsnachteile haben. Die hohen Standards, auf die sich die EU und Kanada beispielsweise beim Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung geeinigt haben, setzen Maßstäbe für zukünftige Handelsabkommen“, fasst Brossardt zusammen.

Die restlichen EU-Staaten müssen CETA jetzt schnellstmöglich ratifizieren, damit es vollständig in Kraft treten kann. Die EU muss die transatlantische Zusammenarbeit insgesamt stärken. „Auch wenn ein umfassendes Abkommen nach dem Vorbild von TTIP derzeit unrealistisch erscheint: Ein Neustart der Verhandlungen mit den USA über kleinere sektorale Handels- und Investitionsabkommen ist dringend geboten. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der geopolitischen Umbrüche brauchen wir als transatlantische Partner einen engeren Schulterschluss“, so Brossardt weiter.

CETA wurde zwischen der Europäischen Kommission und Kanada 2016 geschlossen. Seit der vorläufigen Anwendung von CETA 2017 stiegen die Einfuhren aus Kanada nach Bayern um rund ein Viertel. Bayern konnte seine Exporte nach Kanada in den ersten drei Quartalen 2022 um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhen, die wichtigsten Exportgüter sind Kraftwagen und Kraftwagenteile sowie Maschinen. Insgesamt umfasste das Handelsvolumen zwischen Bayern und Kanada 2021 knapp 1,9 Milliarden Euro.

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