150 Jahre Schiffe für die Meere der Welt

Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und ihr Weg in die Zukunft – Lausbergs Buchtipp

Matthias Gretzschel: 150 Jahre Schiffe für die Meere der Welt. Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und ihr Weg in die Zukunft, Koehler, Hamburg 2022, ISBN: 978-3-7822-1517-6, 39,95 EURO (D)

Am 3. Juli 1872 traf sich eine Gruppe von Flensburger Geschäftsleuten, um eine für die damalige Zeit völlig neuartige Firma ins Leben zu rufen. Sie gründeten die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG). Schon von Beginn an stellte die FSG die modernsten und zuverlässigsten Schiffe ihrer Zeit her. Innovative Lösungen und hohe Qualitätsstandards sind die Konstanten in der 150 Jahre währenden Geschichte, in der sich die Traditionswerft trotz zweier Weltkriege und zahlreicher Widrigkeiten und Krisen bis heute zu behaupten vermochte. Pünktlich zum Jubiläum zeichnet der Hamburger Journalist und Autor Matthias Gretzschel die Entwicklung der FSG nach.

Diese Publikation erscheint gleichzeitig auf Deutsch und Englisch.

Nach einem Vorwort von Robert Habeck und einer längeren Bilderstrecke wird die wechselvolle Geschichte der  FSG  von der Beschäftigung Flensburger Kaufleute mit dem neuartigen Betrieb von Dampfschiffen 1869 bis Restrukturierung und Neustart der Werft in den 2020er Jahren in verschiedenen Kapiteln nachgezeichnet.

Im zweiten Kapitel berichten Politiker und ehemalige und jetzige Mitarbeiter von ihren Erfahrungen mit und innerhalb der FSG. Im dritten Kapitel stellt Rolf Nagel, Manager Strategy Research, die Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Einhaltung des gesellschaftlichen Ziels der Reduktion von Treibhausgasen vor. Und das Ziel, möglichst bald ein dekarbonisiertes Frachtschiff auf den Markt zu bringen.

Danach stellt der Vorsitzende Philipp Maracke dar, dass die Firma das Ziel hat, innerhalb des Kreises derer, die sich mit nachhaltigen Schiffsbautechniken beschäftigen, die Technologiehegemonie zu erreichen. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit Fakten und Daten. Zuerst wird dargestellt, was im Gründungsjahr der FSG 1872 in Deutschland und der Welt geschah. Danach werden Vergleiche der gebauten Schiffe auf andere Bereiche übertragen. Es folgt eine längere Aufstellung aller von der FSG gebauten Schiffe mit den wichtigsten Kennziffern und eine Vita des Autors. Ein Literaturverzeichnis fehlt allerdings.

Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder Bilderstrecken mit großformatigen Abbildungen, auch über eine Doppelseite.

Das qualitativ hochwertige Buch eine gute Mischung aus informativen zweisprachigem Text und Visualisierungen. Doppelseitige ausdrucksstarke Abbildungen aus Geschichte und Gegenwart geben einen guten Einblick. Natürlich sind die Firmenverlautbarungen auch immer Imagewerbung, es werden aber begrüßenswerte, ehrgeizige Ziele für Nachhaltigkeit offen formuliert, an denen die FSG sich messen lassen muss.

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Über Michael Lausberg 557 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.