Ihr habt eure Religion und ich habe meine!

Moschee, Foto: Stefan Groß

Die Sure 109, Al-Kafirun = Die Ungläubigen, besteht nur aus sechs Versen. Sie ist der seltene schriftliche Beweis im Koran, der die Toleranz des Islam anderen Religionen gegenüber untermauert.

Sprich: Oh ihr Ungläubigen!
Ich verehre nicht, was ihr verehrt,
Noch verehrt ihr, was ich verehre.
Und ich werde nicht verehren, was ihr verehrt,
Noch werdet ihr verehren, was ich verehre.
Ihr habt eure Religion und ich habe meine!

Manche meinen, aus den wenigen Zeilen herauslesen zu können, dass der Islam keine religiöse Toleranz kennt. Dass die religiöse Toleranz des Islams ein Wunschbild des Westens sei.

Dazu verwendet man die Koranexegese, die Interpretation oder Auslegung des Korans.

Warum lautet der erste Vers dieser Sure: „Oh ihr Ungläubigen!“? Stellt Mohammed seine Religion und den Glauben der anderen Angesprochenen auf gleicher Stufe oder verachtet er die Anderen, wenn er sie als Ungläubige bezeichnet? Da Mohammed sich nicht als Ungläubiger bezeichnet, bedeutet die Verwendung von „Ihr Ungläubigen„, dass Mohammed seine Religion für wertvoller erachtet und dass er den Aberglauben der Anderen verachtet. Man darf daraus bestenfalls interpretieren, dass es Mohammed nur um die eigenen Religion geht und die Religion der Ungläubigen ihn nicht berührt.

Jeder überzeugte Christ wird in dieser koranischen Sure seine eigene Religion wiedererkennen. Auch wenn die verschiedenen offiziellen christlichen Kirchen sich auf Augenhöhe mit anderen Religionen in Deutschland (Islam, Judentum, Ahmadiyya, Buddhismus, Pastafari, Mormonen, Scientologen etc.) vorgeben zu treffen, darf man wie im Mohammeds Koran davon ausgehen, dass die Kirchen die „Anderen“ mehr oder weniger verachten und nicht allen das Attribut einer Religion gönnen. Die Mehrheitsmuslime erkennen die sich selber als islamisch bezeichnenden Ahmadiyya, die Mehrheitschristen die sich selber als christlich bezeichnenden Scientologen, und die Juden verständlicherweise die „Jews for Jesus“ nicht an. Dabei muss man fairerweise einschränken, dass es um viel Geld geht. Mit anderen Worten: Christentum und Islam unterscheiden sich wenig in der Beurteilung fremder Religionen. Selbst das Judentum, aus dem das Christentum entstanden ist, wird von Christen nicht nur hinter vorgehaltener Hand als minderwertig und verachtenswert erachtet. Der Islam ist aus Judentum und Christentum entstanden. Mohammed verachtet also logischerweise und zu Recht Juden und Christen.

Die Sure 9 gibt genaue Handlungsanweisungen beim Umgang mit Ungläubigen. Götzendiener müssen getötet werden. Manchmal werden sie bei Geldgier nur in die Sklaverei oder Bordelle verkauft. Es ist nicht logisch nachvollziehbar, warum Christen annehmen, dass sie von Muslimen nicht als Götzendiener angesehen werden. Wenn Christen und Juden sich nicht zur wahren Religion bekennen wollen, dürfen sie den Dhimmi- oder Schutzbefohlenen-Status annehmen.

Handlungsanweisungen gelten auch dort, wo Muslime nicht die Mehrheit bilden:

Tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf! Sure 9,5

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen – von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde –, bis sie den Tribut aus der Hand entrichten und gefügig sind! Sure 9,29

Der Islam ist für Muslime die einzig wahre und letztgültige Religion. Somit können andere Religionen schon an sich nicht gleichberechtigt sein. Solange der Islam schwächer als andere Religionen ist, verlangt er von den anderen Religionen die Toleranz, die er nicht zu geben bereit ist. Sobald der Islam die politische Macht inne hat, gibt er jegliche religiöse Toleranz auf. Das Verhalten des IS (Islamischer Staat) ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Bis vor Kurzem erscheint die islamische Türkei wie eine sichere Ausnahme. Die hartnäckige Leugnung der Genozide an den christlichen Minderheiten vor 100 Jahren ist die islamische Drohung, dieses Schauspiel bei Bedarf zu wiederholen.

Der wahre Islam kennt keine religiöse Toleranz; sie ist ein Wunschbild des Westens.

Otto Jastrow ist Professor für Arabistik an der Universität Tallinn und Emeritus an der Universität Erlangen-Nürnberg.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.