Die bayerische Wirtschaft exportierte im Januar 2026 Waren im Wert von rund 16,6 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 4,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zeigt sich angesichts der heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen sehr besorgt. „Für die bayerische Exportwirtschaft hat das Jahr mit einem deutlichen Dämpfer begonnen. Insbesondere die um 20,2 Prozent gesunkenen Exporte in die USA sind alarmierend. Der Zollstreit mit den USAtrübt auch unsere Aussichten für den weiteren Jahresverlauf ein. Unsere Unternehmen brauchen endlich Planungssicherheit. Es bleibt zu hoffen, dass das EU-Parlament in der kommenden Woche der Zollvereinbarung mit den USA zustimmt und die USA gleichzeitig zusichern, ihrerseits die Vereinbarung einzuhalten“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Betrachtung wichtiger bayerischer Exportmärkte ist durchwachsen. „Die USA blieben auch im Januar unser wichtigster Exportmarkt. Umso bedauerlicher ist es, dass wir auch aufgrund der aggressiven US-Zollpolitik einen weiteren Rückgang bei den Ausfuhren sehen. Erfreulicherweise deutet sich eine Entspannungbeim Exportgeschäft mit der Volksrepublik China an. Die Exporte nach China stiegen im Januar um 2,1 Prozent. Deutliche Zuwächse verzeichnen die Exporte nach Polen um 11,3 Prozent. Insgesamt exportierte der Freistaat 1,8 Prozent mehr Waren in die EU-Länder. „Einmal mehr beweist sich die EU als Stabilitätsanker für unser Exportgeschäft“, sagt Brossardt weiter.
Mit Blick auf die eingebrochenen Exporte in die USA verzeichnen alle wichtigen Exportgüter aus dem Freistaat einen Rückgang. „Bei den Pkw liegt dieser bei besorgniserregenden 17,5 Prozent, bei Maschinen 6,6 Prozent, bei Geräten zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung 7,6 Prozent sowie bei den Pkw-Teilen 6,1 Prozent. Diese Warengruppen sind die zentralen Säulen der bayerischen Exportwirtschaft. Die Lage bleibt daher extrem herausfordernd“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Wir müssen bestehende Barrieren im europäischen Binnenmarkt abschaffen. Hier steckt enormes wirtschaftliches Potenzial. Und letztendlich brauchen wir mehr Freihandelsabkommen. Wir begrüßen ausdrücklich die Vereinbarung mit Indienund unterstützen die Entscheidung der EU-Kommission, das Mercosur-Abkommen vorläufig anzuwenden. Ebenfalls setzen wir darauf, dass die Verhandlungen mit Australien bald zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden.“
