FRITZ CREMER Plastiken & Arbeiten auf Papier Galerie Schwind Leipzig Ausstellungsdauer: 21. März – 2. Mai 2026

Fritz Cremer, Selbst, 1992, Aquarell auf schwarzem Papier. Quelle: Galerie Schwind

2026 wäre Fritz Cremer 120 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt die Galerie Schwind in Leipzig ab dem 21. März eine Ausstellung mit Bronzen und Papierarbeiten des Berliner Bildhauers (1906-1993). Zu sehen sind Modelle für die bekannten Denkmalsplastiken, aber auch Liebepaare und Akte. Zudem werden erstmals Aquarelle und Pastelle ausgestellt, die sich mit für den Künstler ungewöhnlichen Themen auseinandersetzen: Gartenausblicke, Stilleben und mythologische Blätter sind unter den ausgestellten Arbeiten und erweitern das bisher bekannte bildhauerische Werk Cremers um eine neue Facette.

Fritz Cremer gilt als wichtigster Bildhauer in der DDR, in die er 1950 immigriert war, und als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Größte Bekanntheit erlangte er durch die Gestaltung des Mahnmals für die Opfer des KZ Buchenwald. Doch er erhielt auch viele andere Aufträge für die Denkmalsplastik nach dem 2. Weltkrieg, z.B. in Mauthausen oder auf dem Wiener Zentralfriedhof. Schon in den 1930er Jahren beschäftigte sich Cremer, der 1929 der KDP beigetreten war, mit sozialkritischen Themen: Zentral in der Ausstellung ist sein „Selbstbildnis als sterbender Soldat“ von 1936/37.

Neben den symbolischen Erinnerungsplastiken, entstanden in seinem Werk von Anfang an Akte, Porträtköpfe und Liebespaare, die auch in der Ausstellung repräsentiert sind. Die lebensgroße „Schwimmerin“ von 1959/60 ist ein Highlight der Ausstellung und befindet sich in weiteren Exemplaren nicht nur in zahlreichen Museen, sondern auch an öffentlichen Orten, wie der Potsdamer Freundschaftsinsel oder der Oderpromenade in Frankfurt/Oder.

Bisher völlig unbekannt sind die farbigen Aquarelle und Pastelle, die Fritz Cremer parallel zur Plastik schuf. Unter den ausgestellten Arbeiten sind dabei keine bildhauerischen Studien, vielmehr experimentiert Cremer in einem flirrenden, fast impressionistischen Stil mit gänzlich anderen Motiven: Vor allem der Blick aus dem Atelier in den Garten, aber auch Stillleben von gefundenen Tierschädeln oder Wurzeln (symbolisch aufgeladen in der Zeichnung „Zwei Wurzeln“ von 1989) zeigen eine ganz neue Facette im Schaffen des Bildhauers Cremer, die es noch zu erkunden gilt.

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