China-Schock für Bayern: Exporte brechen um 17 Prozent ein

fahne flagge china, Quelle: jorono, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig

Bayerns Außenhandel gerät weiter unter Druck: Im Mai 2026 sanken die Ausfuhren um 5,5 Prozent, die Exporte nach China brachen sogar um 17 Prozent ein. Die vbw warnt vor unfairen chinesischen Handelspraktiken, wachsender Konkurrenz auf dem Heimatmarkt und fordert schnelle Strukturreformen sowie Entlastungen bei Arbeitskosten, Steuern und Energie.

Die bayerische Wirtschaft exportierte im Mai 2026 Waren im Wert von rund 19,1 Milliarden Euro. Das waren 5,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Importe gingen ebenfalls zurück, und zwar um 0,2 Prozent auf 19 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zeigt sich bezüglich der Zahlen, die heute vom Landesamt für Statistik veröffentlicht wurden, besorgt. Dazu kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Der Einbruch bei den Ausfuhren zeigt: Unsere stark exportorientierte Industrie steht weiterhin stark unter Druck. Neben der aggressiven US-Zollpolitik und dem immer wieder aufflammenden bewaffneten Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist es vor allem die chinesische Wettbewerbs- und Exportpolitik, die unseren Unternehmen zu schaffen macht. Wettbewerbsverzerrungen für bayerische Unternehmen in China, gepaart mit der starken chinesischen Konkurrenz auf Drittmärkten, belasten unsere heimischen Betriebe massiv. Wir müssen eine klare, aber gut durchdachte Antwort auf die unfairen chinesischen Handelspraktiken finden – Europa steht hier in der Pflicht. Gleichzeitig müssen wir die Anstrengungen bei der Reform unseres Standorts weiter beschleunigen. Die Bundesregierung hat mit ihrem Reformpaket bereits einen guten Schritt in die richtige Richtung gemacht, bei den zentralen Themen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit braucht es aber noch mehr Biss.“

Bei den zentralen Exportmärkten zeigt sich die schwierige Lage. „Die Ausfuhren nach China, unserem wichtigsten Handelspartner, gingen im Mai um 17 Prozent auf eine Milliarden Euro zurück. Umgekehrt bleibt China das wichtigste Importland für die bayerische Wirtschaft. Das zeigt: Während unsere Exportwirtschaft im Reich der Mitte an Schlagkraft verliert, drängen subventionierte chinesische Produkte mehr und mehr auf den heimischen Markt. Auch sanken die Ausfuhren in unseren wichtigsten Absatzmarkt, die USA, erneut leicht um 1,2 Prozent. Die Auswirkungen der protektionistischen US-Handelspolitik werden wir leider auch in den kommenden Monaten spüren“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Erfreulicherweise nimmt der bayerische Handel mit Europa immer weiter zu, insbesondere nach Österreich, Tschechien und Polen konnten wir unsere Ausfuhren im Mai spürbar steigern. Es bleibt dabei: In einer Welt der globalen Krisen ist der EU-Binnenmarkt ein Stabilitätsanker für unsere Exportwirtschaft. Wir müssen die wirtschaftliche Integration in Europa daher weiter verstärken.“

Die Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter gehen weiter zurück, während die Importe solcher Produkte steigen – ein alarmierender Trend laut vbw. Dazu Brossardt: „Beispielsweise erleben wir bei den Pkw-Exporten im Mai einen Rückgang von fast 17 Prozent, die Pkw-Importe stiegen dagegen um 7,6 Prozent. Die gleiche Entwicklung lässt sich bei den Maschinen beobachten. Das zeigt die Dramatik der Situation, vor der die für Bayern so zentrale Exportindustrie steht.“ Die kommenden Monate müssen aus Sicht der vbw dafür genutzt werden, die drängendsten Standortprobleme anzugehen. „Nur mit einem starken und wettbewerbsfähigen Standort können wir im globalen Konkurrenzkampf mithalten. Dafür braucht es insbesondere bei den Belastungen durch Arbeitskosten, Steuern und Energie echte Erleichterungen. Die bereits angestoßenen Strukturreformen müssen zudem zügig umgesetzt werden“, so Brossardt.