(München, 29.10.2026). Am 3. November 2026wählen die USA ein neues Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel des Senats. Für die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. geht es dabei um weit mehr als innenpolitische Machtverhältnisse. „Die unstete US-Handelspolitikbelastet die bayerische Wirtschaft seit Monaten enorm, die wechselnden Zollankündigungen verunsichern die Unternehmen. Sie brauchen Verlässlichkeit. Die Wahlen sind daher eine wichtige Chance, die transatlantischen Beziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die USA sind nach wie vor der größte Exportmarkt der bayerischen Wirtschaft und ein zentraler Investitionsstandort unserer Unternehmen. „Gerade diese enge Verbindung macht uns auch empfindlich gegenüber politischen Kurswechseln. Die bayerischen Exporte in die USA sind im letzten Jahr um fast elf Prozent zurückgegangen. Auch in diesem Jahr setzt sich der Trend mit einem bisherigen Minus von knapp zehn Prozent fort“, führt Brossardt aus und ergänzt: „Die 2025 geschlossene Zollvereinbarung zwischen der EU und den USA hat zwar eine weitere Eskalation des Handelskonflikts verhindert. Sie darf aber nicht das Ende unserer Bemühungen sein. Dazu gehört insbesondere, die hohen US-Zölle auf Stahl, Aluminium und daraus hergestellte Produkte zu senken. Denn die Zölle führen nicht nur zu höheren Kosten, sondern vor allem zu Unsicherheit. Wir beobachten, dass aufgrund der Verunsicherung Investitionen in den USA zurückgefahren oder zumindest erst einmal zurückgestellt werden. Das wird langfristig Folgen haben, in den USA und in Bayern. Gerade für die exportstarke bayerische Industrie sind offene Märkte und verlässliche Rahmenbedingungen unabdingbar. Es ist zentral, dass Wirtschaft und Politik auf beiden Seiten des Atlantiks darauf hinwirken, denn gute transatlantische Wirtschaftsbeziehungen sind im beiderseitigen Interesse.“
Die transatlantische Partnerschaft ist für die bayerische Wirtschaft dabei mehr als ein Handelsverhältnis. „Die USA bleiben in der NATO als Garant der gemeinsamen Verteidigung unverzichtbar. Der Wettbewerb zwischen den USA und China betrifft auch uns in Europa. Gleiches gilt für die US-Politik gegenüber Russland und der Ukraine. Der Iran-Krieg zeigt, wie verletzlich Energieversorgung, Lieferketten und Preise bei uns in Bayern werden, wenn internationale Regeln gebrochen werden und Verlässlichkeit schwindet. Die USA bleiben ein geopolitisches Schwergewicht. Ihre Politik betrifft uns unmittelbar und mittelbar“, so Brossardt abschließend.
